Petra Klingler tritt vom Wettkampfgeschehen zurück

Die Schweizer Profikletterin Petra Klingler verkündete gestern den Rücktritt von ihrer Karriere als Wettkampfkletterin. Sie wird in wenigen Wochen vor heimischer Kulisse in Bern ihre letzte Weltmeisterschaft bestreiten. Danach verfolgt sie noch ein Ziel: Olympia 2024.

Petra Klingler ist die wohl erfolgreichste und vielseitigste Wettkampfkletterin der Schweiz. 2016 feierte sie mit dem Weltmeistertitel in der Boulderdisziplin einer ihrer grössten Erfolge. Ein wichtiger Meilenstein ihrer Karriere war die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio 2020 und nun steht sie kurz vor einem weiteren Highlight: Der Weltmeisterschaft in Bern.

Nach Olympia 2024 ist Schluss

Ganz Schluss ist nach der WM in Bern noch nicht. Ein letztes grosses Ziel hat sich Klingler vor Beendigung ihrer Karriere noch gesetzt: Die Olympischen Spiele 2024 in Paris, Frankreich. Um an dem Grossanlass mit dabei sein zu können, legt Petra Klingler noch einmal alles in die Waagschale.

«Ich bin fest entschlossen, meine Karriere mit einem weiteren Auftritt auf der Olympischen Bühne krönen zu können.»

Petra Klingler

Kurz-Interview mit Petra Klingler

Was hat dich dazu bewogen, vom Wettkampfgeschehen zurückzutreten?

Einerseits natürlich, dass ich schon seit fast 20 Jahren in der Wettkampfszene dabei bin. Seither hat sich vieles verändert, das Team ist nicht mehr dasselbe, unter anderem, weil Teamkolleginnen wie Rebekka Stotz nicht mehr dabei sind. In jüngster Vergangenheit kam das Gefühl auf, dass jetzt der richtige Moment ist, ein Moment um neues anzugehen.

Hast du konkrete Pläne für die Zeit nach Olympia 2024?

Auch wenn ich nicht mehr an Wettkämpfen teilnehmen werde, so wird Klettern weiterhin ein wichtiger Bestandteil bleiben. Ich will am Fels Gas geben und Ausloten, wo mein Limit liegt. Zudem möchte ich meine Erfahrungen und mein Wissen in Form von Workshops und Referaten weitergeben.

Würdest du rückblickend betrachtet wieder den gleichen Weg einschlagen?

Definitiv! Ich würde nichts anderes machen. Es war eine geniale Zeit – und ist es immer noch. Ich bin immer noch Feuer und Flamme für den Sport. Ich liebe es zu trainieren. Es war für mich entsprechend ein sehr schwieriger Entscheid. Doch natürlich freue ich mich darauf, dem Outdoorklettern mehr Raum geben zu können.

Was nimmst du aus der Zeit als Wettkampfkletterin mit?

Da könnte ich dir einen ganz langen Vortrag halten. Kurz gesagt: Ich habe viel gelernt in Sachen Disziplin, Planung und Struktur. Aspekte wie Selbstbewusstsein oder der Umgang mit Niederlagen haben mich stark geprägt. Das sind alles Dinge, die ich im Berufsalltag auch mitnehmen kann.

Dann auch der Umgang mit anderen Menschen. Wie gehe ich mit Kritik um? Im Spitzensport wird man immer wieder mit Kritik konfrontiert.

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Credits: Titelbild Phil Pham

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