Mit nur neun Jahren hat Veronica Chik aus China Klettergeschichte geschrieben: In Oliana punktete sie die 50 Meter lange Route Fish Eye (8c) als bisher jüngste Person weltweit in diesem Schwierigkeitsgrad.
Vom Klettergerüst zum Profitraining
Veronica hat das Klettern wohl im Blut. Mit zweieinhalb Jahren hielt sie ihre Großeltern auf dem Spielplatz in Bewegung und hangelte sich in Endlosschleife am Klettergerüst entlang. Mit fünf meldeten ihre Eltern sie in der Boulderhalle ihres Patenonkels an. Bereits mit sechs Jahren nahm sie an Wettkämpfen teil und mit acht Jahren begann sie dann mit dem Profitraining. Hierbei eignete die passionierte Boulderin sich dann auch das Klettern an.

China Climb (8b+): Der erste Meilenstein
Das erste große Projekt der Neunjährigen war China Climb (8b+) in Yangshou. Das Projekt erstreckte sich über mehrere Monate voller intensivem Training. Nach drei Monaten am Seil entwickelte sich bei Veronica jedoch Sturzangst. Das Feuer neu entfacht hat ein Besuch bei den Olympischen Spielen in Paris 2024, wo sie ihrem Idol Janja Garnbret live beim Klettern zusehen konnte.
Mein Traum ist es eines Tages selbst eine Olympionikin zu sein.
Veronica Chik
Mit neu gefundener Motivation schaffte es die 135 cm große Kletterin dann in nur wenigen Wochen die 30 Meter lange, überhängende Route China Climb von ihrer Liste zu streichen.
Projektstart in Oliana
Veronica hatte schnell ein neues Ziel vor Augen, berichtet ihr Vater Alan: eine 8c. Und dafür wollten die Chiks nun nach Spanien. Mit Hilfe der Klettertrainer Toni Arbones und David Gambus verbrachten Vater und Tochter die erste Woche damit eine Route zu finden, die für Veronica mit ihrer Größe und Spannweite überhaupt machbar war.
Fündig wurden sie im bekannten Klettergebiet Oliana und so begann das Projekt Fish Eye (8c). Die 50 Meter lange Tour, eingebohrt 2009 von Chris Sharma, hat eine Neigung von 35 Grad und ist bekannt für ihre anspruchsvollen Ausdauerpassagen.
Als ich gehört habe, dass die Route 50 Meter lang ist und so einen Überhang hat habe ich Angst bekommen und wollte es verbieten.
Vivian Chik
Das erzählt ihre Mutter Vivian, die selbst nicht mit vor Ort war. Veronica und ihre Trainer überzeugten sie aber schließlich von ihrem Vorhaben. Obwohl Veronica vier- bis fünfmal die Woche trainiert, stellte Fish Eye sie vor neue Herausforderungen – sowohl technisch als auch mental. Es ist die längste Route, die Veronica bisher geklettert ist – auch Zeitmanagement war hier von extremer Bedeutung.
Sie musste richtig kreativ werden und ihren eigenen Weg durch die Route finden. Ich habe ihre Bewegungen beobachtet – sie musste neue Beta entwickeln, um die Route zu schaffen. Winzige Löcher direkt neben den normalen Griffen. Wenn sie klettert, dann ist sie in einer anderen Welt.
César Garcia
«Ich schaff das, ich glaube an mich», spornt Veronica sich auf den 50 Metern bis zum Umlenker immer wieder selbst an. Im Training haben die Neunjährige und ihre Trainer immer wieder mit positiven Affirmationen gearbeitet, was sich offensichtlich ausgezahlt hat. Als sie den Umlenker einhängt, klatscht sie auf dem Weg nach unten, ein breites Grinsen im Gesicht.
Leistungssport und Kindheit im Gleichgewicht
Kann man Profitraining und Kind sein balancieren? «Ja», sagen Veronica und ihre Eltern. Klettern ist für sie nicht nur ein Leistungssport, sondern auch ihre Passion. Und die Kletterin hat auch andere Hobbies. Sie liebt Disney Filme, schaut diese am liebsten mit ihren Freundinnen im Kino, malt gerne oder schwimmt.
Ihre Eltern wollen die Leidenschaft ihrer Tochter unterstützen, solange sie das will. Es war ihr Wunsch damit anzufangen, wenn es ihr Wunsch ist aufzuhören ist das für sie genauso in Ordnung.
Was kommt als nächstes?
Eine Pause vielleicht? Nein. Vorfreudig erzählt uns Veronica, dass sie in einer Woche in die USA aufbricht, um dort ihr nächstes Projekt zu starten. In Kentucky hat sie Southern Smoke (8c+) ins Auge gefasst. Der aktuell jüngste Begeher der Route ist Bayes Wilder, der die Tour 2021 mit zehn Jahren kletterte.
Langfristig, erzählt sie uns, will sie es als Profikletterin schaffen. Und zu Olympia, wie Janja. Und vielleicht ein Twix. Denn auf die Frage, ob sie lieber ein gigantisches Eis oder ein hartes Boulderproblem hätte, antwortet sie klipp und klar:
Ein Boulderproblem. Eis ist zu süß. Twix ist besser.
Veronika Chik







Die Kleine tut mir leid. Aus ärztlicher Sicht und auch sonst. Da scheinen die Eltern etwas .falsch verstanden zu haben. Wie viele Eltern, die in die Praxis kommen, um ihrem Kind einen IQ Test unterziehen zu lassen. Und wenn wir ihnen sagen ihr Kind sei normal intelligent wollen sie es nicht wahr haben.