Wir bekamen den Auftrag, das neue Zelt Telos TR2 von Sea to Summit zu testen. Nicht auf dem Campingplatz, sondern an einem besonderen Ort. Gesagt, getan. Was dabei rauskam, erfährt hier in diesem Erlebnisbericht. Soviel sei verraten: Wir sind hin und weg – vom Ort des Geschehens als auch vom Zelt.

Ein Bericht von Remo Schläpfer – Mit der Unterstützung von Sea to Summit

«Hallo Remo. Hast du Interesse das neue Zelt von Sea to Summit zu testen?», so die Stimme am anderen Ende der Leitung. Philipp Kundert, der die Marke Sea to Summit in der Schweiz vertreibt, hat mich vor einigen Wochen angerufen und beauftragt, das neue Zelt von Sea to Summit, das Telos TR2, im Feld zu testen.

So was lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Schon einmal habe ich Produkte von Sea to Summit getestet, nämlich Kochgeschirr, Schlafsack und Matte, und wusste, auf was ich mich einlasse: Produkte, die überzeugen. Doch Zelte sind ein neues Terrain für den australischen Outdoor-Ausrüster.

Wo soll das Zelt aufgestellt werden?

Das ist unser Ziel. Ein Gipfel mit genügend Platz für ein einziges Zelt mit grandioser Aussicht.
Das ist unser Ziel. Ein Gipfel mit genügend Platz für ein einziges Zelt mit grandioser Aussicht.

An einem Klettertag mit einem Kumpel spreche ich an, dass ich das aktuell gute Herbstwetter unbedingt nutzen will und einen spektakulären Platz für den Test des Telos TR2 brauche. Umgehend kommt seine Antwort: «Wenn du etwas wirklich Einzigartiges willst, dann musst du da rauf!» Er zeigt auf den Gipfel östlich von uns und zeigt mir Bilder auf seinem Handy. Gebongt. Die Bilder sehen perfekt aus. Der Platz auf dem Gipfel ist sehr beschränkt, genau so gross, um ein Zelt aufzustellen. Mehr Platz gibt es nicht. Und die Aussicht – die kann besser nicht sein.

Mit leichtem Gepäck geht’s los

Am nächsten Tag verlasse ich das Büro bereits um 15.00 Uhr, radle nach Hause und packe das Telos TR2, den Schlafsack Spark III und die federleichte Schlafmatte Etherlight in meinen Rucksack und ziehe los. Die Zeit rennt, denn die Sonne geht kurz vor 19.00 Uhr unter – und noch liegen eine kurze Autofahrt und 2.5h Zustieg vor mir. Unterwegs besorge ich mir noch etwas zu Essen und einen Tropfen Rotwein und dann heisst es: Eilig loslaufen und den Weg zum Gipfel suchen. Denn die Vorbereitung kam in der Hitze des Gefechts etwas zu kurz, wie genau man zum Schlafplatz kommt, weiss ich nicht. Und das sollte sich später rächen.

Auf dem Sattel direkt neben dem Gipfel angekommen Blicke ich in die Richtung des geplanten Zeltplatzes. Mir ist nicht klar, wo ich weitergehen muss, weshalb ich auf der gegenüberliegenden Seite leicht aufsteige und auf die letzten Meter des geplanten Gipfel blicke. Aus dieser Perspektive scheint die vermutete Schlusspassage durch die Scharte im Schwierigkeitsbereich 6b zu liegen. Also nicht das Terrain, dass ich ungesichert mit Zustiegsschuhen auf mich nehmen will. Verunsichert schreibe ich meinem Kumpel.

Nach einigen Textnachrichten wird klar: Die Scharte sieht nur aus dieser Perspektive – von der gegenüberliegenden Seite – so schwierig und ausgesetzt aus. Als ich zum Einstieg der Scharte runtergehe, wird mir klar, welchen Einfluss der Blickwinkel hat. Es bahnt sich ein fast schon flacher Weg hinauf zum Gipfel. Ich bin beruhigt.

Der Platz für das Telos und das Zelt selbst übertreffen meine Erwartungen

Nach dem kurzen Intermezzo der Verunsicherung bin ich schnell am Ziel angelangt. Richtig Zeit zum Geniessen habe ich noch nicht, denn ich möchte das Zelt möglichst noch vor Sonnenaufgang aufstellen und ein paar Bilder für diesen Bericht machen.

Am Abend vor dem Trip habe ich mir kurz ein Video auf dem Youtube-Kanal von Sea to Summit angeschaut, in dem gezeigt wird, wie das Zelt aufgebaut werden muss. Das reicht dann auch scho, um das Notwendigste zum Aufbau zu erfahren.

Aufstellen, leicht gemacht

Ich packe alles aus und schnell wird klar: Das ist kein gewöhnliches Zelt. Das Gestänge zum Beispiel ist aus einem einzigen Stück, es muss also nicht lange gerätselt werden, welche Stange beim Zelt wo eingefädelt werden muss. Aufgrund der Form des Gerüsts wird schnell klar, was wohin gehört. Kommt hinzu, dass Sea to Summit mit farblich unterschiedlichen Stangen und Befestigungen arbeitet. Das ist ja mal eine patente Sache!

Schon kurze Zeit später steht das Zelt komplett aufgebaut vor mir. Der Aufbau dauerte nur wenige Minuten und wurde durch einen Umstand etwas komplexer als gewöhnlich: Die Bodenbeschaffenheit erlaubte es mir nicht, die Haken zum Abspannen des Zeltes in den Boden zu drücken. Doch dank der einfach zu bedienenden Schnallen liessen sich die Schlaufen, die normalerweise an den Haken befestigt werden, einfach um einen Stein spannen.

Übrigens: In einem separaten Artikel gehen wir im Detail auf die technischen Finessen des Zeltes Telos TR ein.

Zeit zum Schlafen

Nachdem ich ein paar Fotos gemacht habe, widme ich mich dem Abendbrot und dem guten Tropfen Wein. Ohne auf den Namen des Weins zu achten, habe ich im Shop einen passenden Rotwein mit passendem Namen für den Abend ausgewählt: «Senza Parole», zu gut Deutsch: «Ohne Worte». Lange bleibe ich aber nicht draussen, denn die Bise zieht auf und die Temperaturen sind jetzt im Herbst nicht mehr so angenehm. Zeit, ins Zelt zu gehen.

Was mir am Telos TR2 schnell auffällt, sind die geräumigen Bereich vor den beiden Eingängen. So lassen sich Rucksack, Kochgeschirr und Schuhe gut deponieren – was dem sonst üblichen Chaos im Zelt Abhilfe verschafft. Der Innenraum selbst eignet sich gut für zwei Personen, aber es wird kuschelig. Da ich alleine unterwegs bin, kann ich mich über Platzprobleme nicht beschweren.

Eine nette Spielerei hat sich Sea to Summit übrigens mit der Zeltstangentasche ausgedacht. In Kombination mit einer Stirnlampe erzeugt die sogenannte Lightbar ein angenehmes, warmes Licht und erhellt damit den Innenraum des Zeltes. Doch jetzt heisst es bei mir „Lichterlöschen“, gute Nacht!

Technische Details

  • 3-Saisonzelt für 2 Personen (es gibt auch das TR3 für 3 Personen)
  • Aussen- und Innenzelt einzeln oder kombiniert aufstellbar
  • Y-förmiges Stangenende im Kopf- und Fussbereich für vertikale Zeltwände und maximales Volumen
  • Aussenzelt: Silikon/Polyurethan-beschichtetes 15D Ultra-Sil-Nylon, Innenzelt: 15D Nylon-Mesh, Wassersäule: 1’200mm
  • Zeltboden: 20D Nylon, Wassersäule: 2’500mm
  • Dimensionen: 134 x 109 x 215 cm
  • Maximale Innenhöhe: 102 cm

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