Am Rhonegletscher werden seit Jahren Vliese ausgelegt, um den Betrieb einer touristischen Eisgrotte aufrecht zu erhalten. Wir haben mit dem Anwalt, der die Betreiber der Grotte am Rhonegletscher vertritt, gesprochen.

Die in die Jahre gekommenen Planen – von bösen Zungen als Leichentücher bezeichnet – geben ein unschönes Bild ab. Seit Jahren haben die Behörden weggeschaut, doch jetzt wurde ein Verfahren eröffnet. Was sagen die Betreiber der Eisgrotte am Rhonegletscher? Wir haben mit dem Anwalt gesprochen, der die Betreiber vertritt.

Wie stehen Sie dazu, dass sich manche Leute an den Vliesen stören?

Ich möchte vorausschicken, dass ich persönlich weder Besitzer noch Betreiber der Eisgrotte bin und auch keine Verfahren gegen mich wegen Umweltschutzauflagen laufen, wie dies seitens einer Zeitung vor mehreren Wochen fälschlicherweise und ungerechtfertigterweise ohne Rückfragen beim Betreiber in die Welt gestellt wurde.

Können Sie es nachvollziehen, dass diese Leute die Vliese für eine Verschandelung des Gletschers halten?

Es gibt immer wieder Aktivisten, die gegen Vieles sind, auch wenn man das Eis mit Vlies vor einem noch schnelleren Schmelzen zu schützen versucht oder die [Aktivisten] gar keine Eisgrotte möchten. Wieder andere haben grosses Verständnis. Nicht wenige finden die Vliesabdeckungen von der künstlerischen Seite sehr attraktiv und machen Foto- oder Videoinstallationen mit öffentlichen Ausstellungen, die meist dem Klimawandel gewidmet sind.

Was wird nun in Zukunft mit der Eisgrotte geschehen? Werden Sie dereinst die Vliese wegräumen, wenn das Eis weggeschmolzen ist?

Durch den kürzlichen Todesfall des Besitzers der Eisgrotte und Grundstückseigentümers müssen die Besitzes- und Eigentumsverhältnisse zuerst neu geregelt werden, was noch nicht geschehen konnte, damit über die Zukunft der Eisgrotte und die Touristenattraktionen und das weitere Vorgehen hinsichtlich Vliesabdeckungen entschieden werden kann. Morgen Sonntag [23.10.2022] übrigens wird die Eisgrotte bereits geschlossen, da in wenigen Tagen voraussichtlich auch die Furkapassstrasse auf den Winter hin zugeht und bald Schnee fallen wird.

Wann darf damit gerechnet werden, dass aufgeräumt wird?

Bereits diesen und auch vergangenen Sommer wurde nicht mehr benötigtes Vlies immer wieder weggeräumt und an Künstler für Installationen abgegeben. Diesen Frühling war es jedoch durch das Einsetzen der ausserordentlich frühen Schneeschmelze und der extrem hohen Sommertemperaturen aus Sicherheitsgründen (Einbrechen von Gletschereis) nicht möglich Vliesbahnen im Bereich des neu gebildeten Gletschersees wegzunehmen.

Inwiefern stehen Sie diesbezüglich mit dem Amt für Umwelt des Kantons in Kontakt? Gab es eine Aufforderung an Sie, aktiv zu werden?

Persönlich wurde ich von einem Amt für Umwelt des Kantons nie kontaktiert. Es darf noch erwähnt werden, dass das zur Abdeckung verwendete Vliesmaterial umweltverträglich und unbendenklich ist, wie dies auch ein Gutachten, das uns der Hauptlieferant zur Verfügung stellte, nachweist. Ich lasse Ihnen die entsprechende Umweltbedenklichkeitsüberprüfung zukommen.

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Credits: Titelbild Raphael Imsand

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