Am IFSC Lead Weltcup in der französischen Alpenstadt Briançon kletterten die Slowenin Janja Garnbret und der US-Amerikaner Jesse Grupper zum Sieg. Alex Megos gewann vor Teamkollege Yannick Flohé Bronze. Beste Deutsche wurde Hannah Meul auf Platz zehn.

Im Finale der Herren kämpfte sich Jesse Grupper bis zum höchsten Griff vor und stand mit 37 Punkten ganz oben auf dem Treppchen. Mit dieser Leistung sicherte er sich in Briançon die erste Weltcup-Goldmedaille seiner Karriere. Der Amerikaner verfügt damit über einen kompletten Medaillensatz von Gold, Silber und Bronze in der bisherigen Lead-Saison 2022, nachdem er zuvor in Villars Silber und in Innsbruck Bronze gewonnen hatte.

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Der junge US-Amerikaner erklettert am IFSC-Weltcup in Briançon das erste Weltcup-Gold seiner Karriere. Bild: Lena Drapella/IFSC

«Ich stehe immer noch ziemlich unter Schock und bin total aufgeregt! Ich habe das Gefühl, dass das wahrscheinlich eine der am schlechtesten gekletterten Routen meines Lebens war, aber ich war auch so aufgeregt, dass ich mich durch jeden Zug gekämpft habe.»

Jesse Grupper

Der Japaner Taisei Homma belegte mit 35+ den zweiten Platz und holte damit seine zweite Weltcup-Silbermedaille in Folge – nachdem er Anfang des Monats in Chamonix ebenfalls auf dem Podium stand.

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Alexander Megos auf dem Weg zur Bronze-Medaille. Bild: Lena Drapella/IFSC

Die letzte Medaille bei den Männern holte der deutsche Olympionike Alexander Megos, der mit der gleichen Punktzahl wie Homma Bronze gewann. Megos war aufgrund seines Ergebnisses im Halbfinale schlechter platziert als Homma. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille kletterte der Olympionike zum ersten Mal in dieser Saison auf ein Weltcup-Podium – seine letzte Medaille hatte er beim IFSC Lead World Cup Villars 2021 gewonnen.

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Auf dem Siegertreppchen: Taisei Homma, Jesse Grupper und Alexander Megos. Bild: Lena Drapella/IFSC

Auf dem vierten Platz landete Megos‘ Teamkollege Yannick Flohé, der mit Homma und Megos gleichauf lag, aber aufgrund seines Halbfinalergebnisses ebenfalls schlechter platziert war. Der amerikanische Olympiateilnehmer Colin Duffy wurde mit 34+ Fünfter, gefolgt vom Japaner Yoshiyuki Ogata mit der gleichen Punktzahl auf Platz sechs.

Video: Highlights der Semi-Finals IFSC Weltcup Briançon

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Der junge US-Amerikaner erklettert am IFSC-Weltcup in Briançon das erste Weltcup-Gold seiner Karriere. Bild: Lena Drapella/IFSC

22. Weltcup-Gold im Lead für Janja Garnbret

Janja Garnbret schaffte es im Finale der Frauen zwar nicht ganz, den Zielgriff festzuhalten, sicherte sich jedoch mit 42+ die höchste Punktzahl. Mit der Goldmedaille in Briançon gewinnt sie die 53. Weltcup-Medaille ihrer bisherigen Karriere

Janja Garnbret gewann in der aktuellen Saison vier von vier mögliche Lead-Weltcups. Ihr Gold-Medaillenspiegel in der Disziplin Lead wächst damit auf 22 an. In der ewigen Lead-Weltcup-Rangliste liegt die Slowenin damit hinter der Südkoreanerin Kim Jain mit 29 Siegen und der Österreicherin Angela Eiter mit 25 Siegen auf Platz drei.

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Als zweitletzte Starterin im Finale klettert Janja Garnbret in Briançon souverän zum Sieg. Bild: Lena Drapella/IFSC

«Ich war wirklich aufgeregt. Einige Sequenzen schienen beim Beobachten knifflig zu sein, aber dann war alles okay – kletterbar und super schön.»

Janja Garnbret

Die Olympionikin Chaehyun Seo aus Südkorea holte sich die Silbermedaille mit einer Punktzahl von 41+ und kletterte damit zum zehnten Mal seit ihrem Debüt bei den Senioren im Jahr 2019 auf ein Weltcup-Podium. Die amtierende Lead-Weltmeisterin hat in dieser Saison bereits drei Medaillen geholt: Silber in Innsbruck und Bronze in Chamonix.

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Chaehyun Seo, Janja Garnbret und Natalia Grossman stehen am IFSC World Cup in Briançon auf dem Podium. Bild: Lena Drapella/IFSC

Auf dem dritten Platz landete die US-Amerikanerin Natalia Grossman, die den Wettbewerb mit 41 Punkten abschloss und ihre zweite Lead-Medaille des Jahres gewann – nach sechs Medaillen in der Boulder-Saison 2022. Die Amerikanerin gewann gestern Abend ihre sechzehnte Weltcup-Medaille insgesamt.

Die gleiche Punktzahl wie Grossman erreichte ihre Teamkollegin Brooke Raboutou, die aufgrund ihrer niedrigeren Punktzahl im Halbfinale den vierten Platz belegte. Die Japanerin Natsuki Tanii und die italienische Olympiateilnehmerin Laura Rogora erreichten jeweils 37+ und damit die Plätze fünf und sechs. Vita Lukan aus Slowenien belegte mit 18+ den siebten Platz, die Japanerin Ryu Nakagawa wurde Achte.

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Credits: Titelbild Lena Drapella/IFSC

Bach