Krönender Abschluss: Seb Bouin klettert Change (9b+)

Der französische Kletterer Seb Bouin krönt seinen erfolgreichen Flatanger-Trip mit der dritten Begehung von Adam Ondra’s Change (9b+) in der Hanshelleren Cave.

Während seines Aufenthalts im norwegischen Flatanger hat Seb Bouin auf eindrückliche Art und Weise bewiesen, dass er aktuell zu den stärksten Kletterern der Welt zählt. Er wiederholte zahlreiche schwierige Linie in der berühmten Höhle und eröffnete vor kurzem die Mega-Ausdauer-Route Nordic Marathon (130m, 9b/+). Ganz nach dem Motto «last go, best go» gelang ihm kurz vor seiner Abreise noch Adam Ondra’s Change (9b+). Es ist die erst dritte Begehung dieser äusserst schwierigen Route.

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Seb Bouin holt sich in Flatanger die dritte Begehung von Change (9b+). Bild: Marco Müller

«Ich freue mich, sagen zu können, dass ich keine Fehler gemacht habe und daran geglaubt habe, dass ich es bis zum Ende schaffen kann – und das habe ich auch! Normalerweise bin ich nicht der Typ für „letzter Tag, letzter Versuch“, aber dieses Mal ist es genau so passiert.»

Seb Bouin

Kurzes Zeitfenster

Nachdem Seb Bouin die beiden Seillängen von Change einzeln klettern konnte, lag es natürlich auf der Hand, die gesamte Route zu probieren. «Das einzige Problem war, dass ich nur noch vier Tage bis zu meiner Abreise hatte.»

Er habe nicht gewusst, ob es genug für die stark überhängende Route sein würde. «Die viele Kletterei in der Höhle hat meinem Körper recht zugesetzt», sagt Seb Bouin. «Ich fühlte mich müde vom Trip, wollte ihn gleichzeitig aber bis ganz zum Schluss auskosten.»

Seb-Bouin-Change
Die Hanshelleren Cave bietet fast ausnahmslos stark überhängende Kletterei. Dies hinterlässt auch bei einem Profiathleten wie Seb Bouin Spuren. Foto: Marco Müller

Erst schreckliche, dann hervorragende Bedingungen

Am ersten Tag seien die Bedingungen äusserst schlecht gewesen, erinnert sich der Franzose. Es war feucht und nass. «Viele der entscheidenden Griffe waren nass. Darum entschied ich mich dazu, nicht zu klettern und den nächsten Tag abzuwarten.»

Tag zwei bot ähnliche Bedingungen, jedoch waren die Griffe nicht mehr ganz so feucht. Seb Bouin startete einen Versuch. Er schaffte es durch die erste Seillänge, rastete kurz und kletterte dann weiter. «An der zweiten Crux direkt nach der ersten Traverse fiel ich raus. Die Griffe waren wirklich feucht, beinahe nass.»

Am dritten Tag spürte Bouin die Anstrengungen des Vortages. Trotzdem ging er zur Höhle hoch, um seine Freundin zu sichern. Dabei bemerkte er, dass die Bedingungen aussergewöhnlich gut waren. Nach kurzem Abwägen entschloss er sich dafür, einzusteigen.

«Dank der guten Bedingungen bin ich buchstäblich durch die Route geflossen. Es war so ein grosser Unterschied zum Tag davor.»

Seb Bouin

Testpiece aus dem Jahr 2012

Mit Change eröffnete Adam Ondra 2012 die erste Route im Schwierigkeitsgrad 9b+. Es dauerte acht Jahre, bis Stefano Ghisolfi die Route als erster wiederholen konnte. Wie Ghisolfi verwendete auch Seb Bouin bei der dritten Begehung von Change am 5. August ein Kneepad. Ondra hatte die Route damals noch ohne geklettert.

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Credits: Titelbild Marco Müller

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