Die österreichische Extremkletterin ist nach Catherine Destivelle die zweite Frau, die mit dem Preis der Internationalen Paul-Preis-Gesellschaft (IPPG) geehrt wird.
Die Internationale Paul-Preuss-Gesellschaft (IPPG) verleiht Barbara «Babsi» Zangerl den Paul-Preuss-Preis, eine nach dem «Vater des Freikletterns» Paul Preuss (1886–1913) benannte Auszeichnung für Leistungen im Bergsteigen und Klettern.
Paul Preuss war seinerzeit der beste Freikletterer, der klettertechnische Hilfsmittel kategorisch ablehnte und lediglich zur Sicherung akzeptierte. Mit der Maxime «Das Können ist des Dürfens Maß» vertrat der promovierte Philosoph zeitlebens seine Kletterethik.
Die gebürtige Vorarlbergerin Zangerl erhält als erste Frau nach der französischen Kletterin Catherine Destivelle (2021) den seit 2013 vergebenen Preis. Dieser würdigt «nicht nur herausragende Leistungen im Gebirge», sondern auch das Freiklettern ohne technische Aufstiegshilfen im Sinne Preuss‘.
Zangerl hat mit ihren extremen Klettertouren die Jury der IPPG beeindruckt, so dass diese sich unter mehreren männlichen Konkurrenten durchsetzen konnte.
IPPG
Vergangenes Jahr hatte der Schweizer Dani Arnold die Auszeichnung für seine besonders schnellen Free-Solo-Begehungen erhalten. Die Preisverleihung für Zangerl findet im September 2025 in Preuss‘ Heimat Altaussee im Beisein aktueller und ehemaliger berühmter Bergsteiger statt.

Babsi Zangerl: weltbeste Allround-Kletterin
Die Jury der IPPG wählte Zangerl, die 13-jährig mit dem Klettern begann, aufgrund ihrer «spektakulären» Erfolge für den Preis aus. Seitdem habe sie vor allem beim Trad- und Sportklettern die schwierigsten Routen der Welt gemeistert und damit «die Grenzen des Frauensports weiter verschoben.»
Das hatte es bis dahin im Big-Wall-Klettern auf so hohem Niveau noch nicht gegeben.
IPPG-Jury über Zangerls Befreiung von Eternal Flame
Zangerl wurde bereits 2019 von National Geographic als «Adventurer of the Year» gekürt und blickt auf eine Karriere, die ihresgleichen sucht. 2021 befreite sie den Trango Tower in Pakistan ohne einen einzigen Sturz, weiterhin wiederholte sie nur selten begangene Trad-Routen wie Meltdown (8c+) und Magic Line (8c+) in Yosemite.

2025 flashte Babsi Zangerl als erster Mensch überhaupt die 32-Seillängen-Route Freerider (7c+, 1.000m) am El Capitan. In den Alpen kletterte sie einige der anspruchsvollsten Mehrseillängenrouten wie The Gift (8c, 300m) oder Seventh Direction (8c, 200m). Diese und andere Erfolge waren für die Jury «Grund genug, ihr diesen Preis zu verleihen».
Barbara Zangerl gilt heute als beste Allround-Kletterin der Welt.
IPPG
Paul-Preuss-Preis: bisherige Preisträger
- 2013: Reinhold Messner
- 2014: Hanspeter Eisendle
- 2015: Albert Precht
- 2016: Hansjörg Auer
- 2017: Alexander Huber
- 2018: Beat Kammerlander
- 2019: Bernd Arnold
- 2020: Heinz Mariacher
- 2021: Catherine Destivelle
- 2022: Thomas Huber
- 2023: Marko Prezelj
- 2024: Dani Arnold
- 2025: Babsi Zangerl
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Credits Titelbild: Dave Yarwood

