10 Jahre nach der Premiere seines Dokumentarfilmes »Meru« wurde Jimmy Chin, Oscar-Preisträger, Extrem-Bergsteiger und Kletterer, mit dem True Grit Award des Jackson Hole International Film Festivals ausgezeichnet. Der Preis ehrt Filmschaffende, die Mut, Entschlossenheit und außergewöhnliches Erzähltalent verkörpern. Den Preis überreichte ihm niemand anders, als Schauspiellegende Harrison Ford.
Er bringt uns diese Geschichten mit, diese gelebten Geschichten, mit Ehrlichkeit, mit Schönheit, mit unglaublicher Aufrichtigkeit und Kraft. […] Dieser Typ klettert wie eine Ziege und filmt wie Spielberg.
Harrison Ford
Über Jimmy Chin
Seit über 20 Jahren ist Jimmy Chin professioneller Extrem-Bergsportler. Als Kletterer und Skifahrer im Athletenteam von The North Face hat er Expeditionen auf allen sieben Kontinenten unternommen und dadurch ein erstaunliches Portfolio an Kletter- und Skibergsteigerleistungen vorzuweisen. 2004 bestieg Chin zum ersten Mal den Gipfel des Mount Everest im Rahmen der Dreharbeiten für den Spielfilm »Everest«. Zu seinen Teamkollegen gehörten Bergsteigerlegende Ed Viesturs und Filmemacher David Breashears. 2006 fuhr Chin gemeinsam mit Kit und Rob DesLauriers mit Skiern vom Mount Everest ab. Damit sind die drei die ersten amerikanischen Bergsteigenden denen eine Skiabfahrt des Everest gelungen ist.
2008 wagte Chin gemeinsam mit Conrad Anker und Renan Öztürk einen Versuch an der Shark’s Fin, einer Granitwand am indischen Meru Central. Die Gruppe wurde jedoch ca. 100m vor dem Gipfel zur Umkehr gezwungen. Drei Jahre später konnten die Bergsteiger ihre Erstbegehung Verkünden. Der Dokumentarfilm »Meru«, in dem Chin das Erlebte der Tour festhielt, feierte 2015 auf dem Sundance Film Festival seine Premiere. Weltweit bekannt wurde Chin durch seinen Dokumentarfilm »Free Solo«, in welchem er Alex Honnold im gleichnamigen Kletterstil an der Nose am El Capitan begleitet.
Believe in the Impossible
Meru spielte 2,3 Mio US Dollar ein und wurde für den Oscar »bester Dokumentarfilm« nominiert.

Der Film zeigt nicht nur die technischen und körperlichen Herausforderungen des Berges, sondern auch die persönlichen Geschichten der Kletterer. Die Doku wurde unter teilweise extremen Bedingungen während der Erstbegehung von Shark’s Fin gedreht. Dadurch erhält Meru eine ungewöhnlich dichte Nähe zum Geschehen und vermittelt eindrucksvoll die Realität einer 6.000er Expedition.
Geschichten als Film zu erzählen, macht für mich rohe Erfahrungen – den Druck des Risikos, die Stille der Widerstandsfähigkeit, das Gefühl von Ehrfurcht – zu etwas hoch emotionalem, was andere teilen können. Diese Brücke von erlebten Momenten, zu geteiltem Verständnis zu schlagen, treibt mich in meiner Arbeit an.
Jimmy Chin
Outdoor- und Kletterfilme gewinnen zunehmend an Relevanz, weil sie echte Geschichten erzählen, fernab von Inszenierung und Effekten. Sie zeigen Menschen, die physisch und mental an ihre Grenzen gehen und schaffen dabei eine direkte Verbindung zwischen Zuschauenden und der Natur. Dadurch sprechen Dokumentarfilme wie Meru weit über die Outdoor-Community hinaus ein breites Publikum an und werden mehr und mehr konsumiert und gewürdigt.
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Credits Titelbild: Jackson Hole international Film Festival

