Die K2-Saison 2025 war geprägt von schwierigen Bedingungen und langem Warten. Wochenlang verhinderte schlechtes Wetter einen Gipfelversuch, viele Teams hatten das Basislager bereits verlassen. Am 11. August öffnete sich schließlich ein kurzes, stabiles Wetterfenster. Rund 41 Bergsteiger:innen erreichten in dieser Zeit den Gipfel des K2 (8.611 m).
Summit Push unter Zeitdruck – Erfolg für vier Expeditionen
Den erfolgreichen Aufstieg meldeten die Teams von Imagine Nepal, Seven Summit Treks/14 Peaks Expedition, Elite Expeditions sowie der Alpinist Climber Expedition. Viele der Teilnehmenden hielten sich bereits seit Wochen im Basislager auf und hofften auf genau diese Möglichkeit.
Das Wetter bessert sich, wir haben genug Seile, und alle Teams arbeiten zusammen, so haben wir auch genug Manpower
Mingma G, Bergführer »Imagine Nepal« vor Beginn des Gipfelvorstoßes
Die letzte Etappe ab Camp 3 forderte den Bergsteigenden alles ab. Da Camp 4 nicht eingerichtet werden konnte, lagen 1,100 Höhenmeter zwischen den Teams und dem Gipfel. Viele benötigten mehr als 20 Stunden für den finalen Aufstieg.
Für einige Frauen hatte sich das lange Warten besonders gelohnt: Maria Danila aus Rumänien, Gülnur Tumbat aus der Türkei und Lenka Polackova aus der Slowakei wurden jeweils die ersten Frauen ihres Landes, die den K2 bestiegen haben.
Nur wenige Tage vor ihrem Erfolg sagte Polackova: »Auch wenn die Hoffnung schwindet, geben wir nicht auf. Wir glauben immer noch, dass das Wetterfenster kommt.«
Wetterverhältnisse: Wärme und Steinschlag prägen die Saison
Die Saison war nicht nur am K2, sondern im gesamten Karakorum durch ungewöhnlich hohe Temperaturen geprägt. Viele Teams berichteten von trockenen, stellenweise schneefreien Routenabschnitten und instabilen Hängen. Besonders zwischen dem vorgelagerten Basislager (Advanced Base Camp) und Camp 1 war der Fels durch die Hitze brüchig – es kam regelmäßig zu Steinschlägen.
Das Gelände unterhalb von Camp 1 ist instabil und felsig. Dort kommt es regelmäßig zu gefährlichen Steinschlägen
Mingma G
Zwei Todesfälle in der Nähe von Camp 1
Die Freude über die erfolgreichen Gipfelbesteigungen wurde schnell von einem tödlichen Unfall beim Abstieg überschattet. Die chinesische Bergsteigerin Jing Guan wurde zwischen Camp 1 und dem Advanced Base Camp von einem herabfallenden Felsbrocken tödlich getroffen. Sie hatte den Gipfel zuvor erreicht. Auch ein Retter, der versuchte, sie zu bergen, wurde durch Steinschlag verletzt. Über seinen Zustand war zunächst nichts bekannt.
Bereits im Juli war ein pakistanischer Bergsteiger bei einer Lawine in Camp 1 ums Leben gekommen.
Bangen beim Abstieg ins Base Camp
Während der Aufstieg gut koordiniert verlief, stellte der Abstieg für viele die größte Herausforderung dar. Besonders der Abschnitt zwischen Camp 1 und dem Advanced Base Camp erwies sich als gefährlich.
Gülnur Tumbat schilderte die Situation auf ihrem Instagram Kanal: »Wir entschieden uns, in der Nacht abzusteigen, um dem Steinschlagrisiko auszuweichen – aber das war ein Fehler. Wir mussten oberhalb von Camp 1 biwakieren, als wir über Funk hörten, dass eine Kletterin von einem Fels getroffen wurde und gestorben ist. Nach ein paar Stunden Warten begannen wir bei Tagesanbruch wieder mit dem Abstieg – aber die Bedingungen hatten sich nicht verbessert. Es ging weiter: Abseilstelle um Abseilstelle, ständig mit dem Blick nach oben, um fallenden Steinen auszuweichen.«
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