Vom 4. bis 9. August 2025 erschlossen Marc Toralles, Bru Busom und Ruben Sanmartin eine neue Route im alpinen Stil auf dem 6.634 m hohen Yerupajá: »L’essència del compromis« verläuft über die Ostwand und den Ostgrat.
Der König der Cordillera Huayhuash
Der Yerupajá gilt als einer der technisch anspruchsvollsten 6.000er Südamerikas. Über viele Jahrzehnte war er eine gewaltige, vergletscherte Eispyramide, die durchgehend Steileisklettern, perfekte Sicherungstechnik, gute Akklimatisierung und hervorragendes Timing bezüglich der Wetter- und Eisverhältnisse erforderte. Der Gipfel wurde nur sehr selten bestiegen, meistens über den Nordwestgrat.
Rückzug: unmöglich
Das Trio bewertete die Route mit 6c+ und M6+. Sie kletterten die steile, an vielen Stellen vereiste Kalksteinwand der Ostwand hinauf bis zum sehr exponierten Grat. Dieser stellte sich als besondere Herausforderung dar, da es hier keine Möglichkeit mehr für einen Rückzug gab. Vier Tage lang kämpften Toralles, Busom und Sanmartin mit schlechter Sicht und noch schlechteren Schneeverhältnissen, bis sie schließlich den Gipfel erreichten.
Die »Essenz des Kompromisses«
Während des Abstiegs über den Südgrat »bestiegen« die drei Alpinisten noch den etwas kleineren »Vor-Gipfel«. Durch einen Aufstieg über den Ostgrat und den Abstieg über den Südgrat gelang ihnen die noch nie zuvor dokumentierte Überquerung des Yerupajá.
Der Berg, der aufgrund seiner scharfen Grate und seiner extremen Schwierigkeit den Spitznamen »Der Metzger« trägt, hat nur eine spärliche Begehungsgeschichte. Besonders der Ostgrat gilt als äußerst anspruchsvoll.
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Credits: Titelbild: Marc Toralles

