Gute Nachrichten für Skimo-Fans: Die Disziplin bleibt bei den Olympischen Winterspielen 2030 im Programm und wird um eine Individual-Kategorie erweitert. Der DAV zeigt sich erfreut – nach der Krise im eigenen Kader im Frühjahr richtet sich der Blick nun nach vorn.
In diesem Artikel
Alpenverein und Skimo-Kader begrüßen IOC-Entscheidung
Erst dieses Frühjahr hatte Skimo (Ski Mountaineering bzw. Skibergsteigen) sein olympisches Debüt in Italien gefeiert. Jetzt hat das internationale Olympische Komitee (IOC) angekündigt, dass die Sportart auch bei den nächsten Olympischen Winterspielen dabei bleibt, die Anfang 2030 in den französischen Alpen stattfinden. Außerdem ergänzt eine neue Individual-Disziplin die bisherigen Sprint- und Mixed-Relay-Formate.
Sowohl der DAV als auch die Athletinnen und Athleten begrüßen die Entscheidung des IOC, heißt es in einer diesbezüglichen Pressemitteilung. Der Verband nennt die Zusage des Komitees einen »konsequenten Schritt« und ein »deutliches Signal für die Weiterentwicklung der Sportart«.
Für den DAV bedeutet die IOC-Entscheidung einen wichtigen Meilenstein für die Zukunft des Skibergsteigens – sowohl im Leistungssport als auch in der Wahrnehmung der Sportart insgesamt.
Deutscher Alpenverein

Auch bei den Athletinnen und Athleten herrscht Freude über die Entscheidung – und ein Stück weit Erleichterung. Denn zeitweise stand auch im Raum, dass Skimo wieder aus dem Programm genommen werden könnte, so Stefan Knirsch, Geschäftsführer der DAV Leistungssport gGmbH.
Für Finn Hösch und Tatjana Paller, die an den Winterspielen 2026 teilgenommen haben, bedeutet die Zusage mehr Planungssicherheit und Chancen als Athletinnen und Athleten. Insbesondere die Entscheidung für die zusätzliche Einzel-Disziplin sei ein Schub für die gesamte Sportart, so Paller.
Die IOC-Nachricht ist super erfreulich und auch ein Stück weit erleichternd für den Sport, dass wir die Zusage bekommen und nicht weiter in der Schwebe bleiben.
Finn Hösch, Skimo-Olympiateilnehmer 2026

Es ist super, dass jetzt auch das Individual dabei ist. Bisher lag der Fokus stark auf den kurzen Formaten. Viele kommen aber aus dem klassischen Skibergsteigen mit längeren Rennen – für die ist das ein wichtiges Signal.
Tatjana Paller, Skimo-Olympiateilnehmerin 2026

Noch offene Fragen zu neuer Einzel-Disziplin
Die konkrete Ausgestaltung der neuen Individual-Kategorie ist noch nicht vollständig geklärt. Der Individual-Wettbewerb gilt für viele als die klassische Disziplin des Skibergsteigens: Die Teilnehmenden absolvieren mehrere Aufstiege und Abfahrten im freien Gelände und bewältigen dabei große Höhendifferenzen.
2026 wurden im olympischen Skimo pro Geschlecht ein Sprint sowie eine Mixed-Staffel ausgetragen. Für 2030 sind nun fünf statt bisher drei Medaillenentscheidungen vorgesehen. Das IOC begrenzt dabei traditionell die Gesamtanzahl der Athletinnen und Athleten – nach aktuellem Stand bleibt es bei den 72 Startenden. Möglich ist deshalb, dass die Sportlerinnen und Sportler sowohl in Kurz- als auch Langdistanzen antreten müssen. Der DAV sieht das kritisch, da die Anforderungen sehr unterschiedlich seien.
Ein Top-Sprinter ist nicht automatisch auch im Individual konkurrenzfähig.
Stefan Knirsch, Geschäftsführer der DAV Leistungssport gGmbH

Die Thematik erinnert an die Einführung der zweiten olympischen Sportart unter dem Dach des DAV – dem Sportklettern. Bei den Olympischen Spielen 2020 mussten die Athletinnen und Athleten noch im Bouldern, Lead und Speed antreten. 2024 wurde Speed als Disziplin separiert, 2028 wird es drei unabhängige Medaillensets geben. Ob sich Skimo künftig weiter ausdifferenziert, kommt auch darauf an, wie sich die noch junge olympische Sportart bewährt.
Positives Signal nach schwierigen Monaten
Das Olympia-Jahr 2026 wurde von einer internen Krise im Skimo-Team überschattet. Im Frühjahr hatten drei Athletinnen und Athleten des DAV Strafanzeige wegen Nötigung und gefährlicher Körperverletzung gestellt. Konkret ging es bei den Vorwürfen um eine Studie, die am Olympia-Stützpunkt Ruhpolding durchgeführt wurde. Daraufhin trat der Sportliche Leiter Skimo, Hermann Gruber, zurück. Die drei Athleten wurden zudem vorläufig von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen.
Um die Vorfälle aufzuklären, beauftragte der DAV eine unabhängige Kanzlei. Diese kam zu dem Schluss, dass das Verhalten der drei Athleten zu einer »Atmosphäre der Verunsicherung und Angst« geführt habe. Der DAV betonte, die Suspendierung sei nicht als Reaktion auf die erhobenen Vorwürfe erfolgt, sondern wegen des Versuchs der Betroffenen, Einfluss auf andere Kader-Mitglieder zu nehmen. Als Konsequenz richtete der Verband im März eine unabhängige Hinweisgeberstelle für den Leistungssport ein.

Das könnte dich interessieren
- Jennerstier 2026: Das war Deutschlands härtestes Skitourenrennen
- Das Qualifikations-System für LA 2028 steht fest | Olympia
+++
Credits Titelbild: DAV/Leon Hösch

