Jennerstier 2026: Das war Deutschlands härtestes Skitourenrennen

Beim Jennerstier in Berchtesgaden ging es dieses Jahr neben der Königsdisziplin Individual auch um den Deutschen Meistertitel und den Weltmeistertitel der Jugend. Fast 500 Athletinnen und Athleten sind am Wochenende beim härtesten Skitourenrennen Deutschlands gestartet.

Der Jennerstier gilt seit 2006 als Pflichttermin im Kalender aller Skimo-Athlet*innen. Dieses Jahr lud der DAV Berchtesgaden zum 19. Mal zum berühmten Skitourenrennen am Jenner (1.874 m). Mit über 2.000 Höhenmetern über insgesamt zehn Kilometer forderte die diesjährige Strecke den Teilnehmenden alle Ressourcen ab – auch wegen des geringen Schneefalls.

Drei Tage Wettkampf bei Weltcup-Atmosphäre

Von Donnerstag bis Sonntag herrschte an der Talstation Jennerbahn in den Berchtesgadener Alpen Hochbetrieb. Beim Jennerstier 2026 wurden gleich mehrere Wettkämpfe ausgetragen. Den Anfang machte der Jugend-Weltcup (U18 & U20) in den Disziplinen Sprint, Vertical und Individual. Für die Jüngsten wurden auch Bewerbe in der U16, U14, U12 und ein »Kids Race« ausgetragen. Die Rennstrecken der Jugend sind dabei kürzer als die klassische Jennerstier-Route.

Auch für den Skimo-Nachwuchs war beim Jennerstier 2026 für Herausforderungen gesorgt (Bild: Andreas Renner)

Beim Jennerstier am Sonntag gab es auf der langen 10 km-Runde schließlich den Tagessieg und den Deutschen Meistertitel im Individual zu holen. Die Strecke startet traditionell an der Talstation und führt zunächst über rund 1.400 Höhenmeter bergauf – via Skipiste, Mittelstation, Beckhang und durch den kleinen Spinnergraben bis zur Bergstation. Von dort aus geht es für die Athlet*innen noch einmal hinauf zum Jennergipfel, bevor eine letzte Abfahrt Richtung Ziel wartet.

Die diesjährige Jennerstier-Strecke der Erwachsenen im Individual (Bild: DAV Berchtesgaden)

Anton Palzer: Skimo-Comeback mit Doppelgold

Der Tagessieg beim Jennerstier ging an den klaren Favoriten Anton Palzer, der die zehn Kilometer und über 2.000 Höhenmeter innerhalb nur einer Stunde und 8 Minuten bewältigte. Bereits am Samstag hatte der Berchtesgadener beim Vertical den Titel geholt. Damit sicherte er sich nicht nur den Jennerstier, sondern auch den Titel als Deutscher Meister im Skibergsteigen. 

Das Event vor Heimpublikum war gleichzeitig ein gelungenes Comeback für Palzer. Von 2020 bis 2025 war der 32-Jährige hauptsächlich im WorldTour-Radsport aktiv – jetzt kehrt er wieder zurück zu seinen »Wurzeln« im Skimo. Darüber hinaus nahm Palzer auch mehrfach erfolgreich an Bergläufen teil.

Doppelsieg: Anton Palzer gewinnt im Vertical und Individual der Herren (Bild: Andreas Renner)

Silber für Deutschland, Bronze für Österreich bei den Herren

Zwei Minuten und 40 Sekunden nach Palzer überquerte auch Marc Dürr die Ziellinie. Der Skimo- und Trailrunning-Profi aus dem Allgäu sicherte sich neben der Silbermedaille im Individual damit auch den Deutschen Vizemeistertitel. Platz 3 in der Tageswertung ging an den Österreicher Julian Tritscher – nur zehn Sekunden nach Dürr. Drittschnellster Deutscher beim diesjährigen Jennerstier wurde der Skimo- und MTB-Athlet Thomas Kletzenbauer aus Bad Tölz mit einer Stunde und 18 Minuten.

DM Herren 2026

  1. Anton Palzer
  2. Marc Dürr
  3. Thomas Kletzenbauer
Die Jennerstier-Sieger: Anton Palzer (Mitte), Marc Dürr (links), Julian Tritscher (rechts) (Bild: Karl Posch)

Deutsche Damen holen Silber und Bronze

Beim Individual der Damen ging der Tagessieg an Ina Forchthammer aus Österreich. Die 29-Jährige holte sich mit einer Bestzeit von einer Stunde und 34 Minuten Gold. Im Vorjahr war sie bereits mit Bronze zurück ins Pongau gefahren.

Silber und Bronze gingen ans Deutsche Team: Die Berchtesgadenerin Anna-Maria Michel lief eine Minute und 35 Sekunden nach der Gewinnerin aus Österreicherin ins Ziel. Gut eine Minute später folgte die Siegerin im Vertical Luisa Paller auf Platz 3. Bronze bei der Deutschen Meisterschaft ging daraufhin an Sabrina Prager, die Platz 5 im Tageswettkampf belegte.

DM Damen 2026

  1. Anna Michel
  2. Luisa Paller
  3. Sabrina Prager
Die Jennerstier-Siegerinnen: Ina Forchthammer (Mitte), Anna-Maria Michel (links), Luisa Paller (rechts) (Bild: Karl Posch)

Vier Deutsche Medaillen für die Jugend

Beim International Ski Mountaineering Federation (ISMF) Weltcup der Jugend gingen insgesamt vier Medaillen an das Deutsche Team – zwei davon Gold. Bei ihrem letzten Auftritt in der Jugend gewann Helena Euringer aus Bad Reichenhall erst im Sprint der U20 Damen. Zwei Tage später sicherte sie sich außerdem Silber im Vertical. Die dreifache Deutsche Meisterin geht nächste Woche bei den Olympischen Winterspielen in Milano-Cortina an den Start, wo Skimo seine olympische Premiere feiert.

Meine letzten Jugendweltcup-Rennen. Einfach nur glücklich und stolz, dass ich daheim nochmal zwei starke Wettkämpfe laufen konnte.

Helena Euringer

Auch bei den Herren ging eine Goldmedaille nach Deutschland: Moritz Bauregger setzte sich im Individual der U20 knapp gegen den Zweitplatzierten aus der Schweiz, Uldry Malik durch. Der sechsfache Deutsche Meister Silas Walter vom DAV Memmingen holte bei den U20-Herren eine starke Silbermedaille.

Erster Weltcup in der U20. Was gibt es besseres als daheim zu gewinnen?

Moritz Bauregger
Moritz Bauregger im Zielsprint zu seinem Gold im Weltcup der U20 (Bild: Andreas Renner)

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Credits Titelbild: DAV/Andreas Renner

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