World Climbing hat das Qualifikations-System für die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 bekanntgegeben. Auch die Events und eine Regelung für die Kombination aus Boulder und Lead stehen bereits fest.
Der internationale Klettersportverband World Climbing hat das System präsentiert, mit dem sich Athlet*innen für die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 qualifizieren können. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den Qualifikationsprozess bereits abgesegnet.
Was LA 2028 so besonders macht
Bei den Spielen in Los Angeles ist Sportklettern zum dritten Mal mit dabei – und zum dritten Mal mit anderer Medaillenregelung. Beim Debüt 2021 in Tokio hatten sich die Athlet*innen noch mit einer Dreierkombination aus Boulder, Lead und Speed qualifizieren und an allen Disziplinen teilnehmen müssen. Diese Entscheidung wurde heftig kritisiert und in Paris 2024 mit dem Combined-Format aus Boulder & Lead revidiert.
2028 findet Sportklettern in Los Angeles erstmals als Programmsport statt, also als dauerhaft anerkannter olympischer Sport. Außerdem gibt es in LA zum ersten Mal getrennte Medaillen für die drei Disziplinen. Insgesamt 76 Athlet*innen klettern und bouldern also um sechs olympische Medaillen. Das sind vier Plätze mehr als bei den Spielen in Paris.

So läuft die Olympia-Qualifikation
Wie World Climbing bekanntgibt, werden sich alle Athlet*innen unabhängig von ihrer Disziplin an denselben neun Events qualifizieren. Die erste Möglichkeit hierfür besteht bei den European Games und den Pan American Games 2027. Darüber hinaus gibt es weitere Chancen, sich bei den Weltmeisterschaften 2027 und Kontinentalcups und einer dreiteiligen Olympic Qualifier Serie (OQS) für die Spiele zu qualifizieren.
Der Gastgebernation der USA wird ein Startplatz pro Geschlecht und Disziplin zugesichert. Ein zusätzlicher »Universality Place« ist außerdem für ein*e Athlet*in reserviert, die bzw. der sich nicht über die regulären Kriterien qualifizieren konnte. Er dient dazu, eine breitere globale Repräsentation sicherzustellen.
Alle Qualifikations-Events für LA 2028
- European Games | Istanbul, Türkei (Juni 2027)
- Pan American Games | Lima, Peru (Juli 2027)
- World Climbing Championship | Brno, Tschechien (August 2027)
- World Climbing Africa Qualifier (Ort & Daten folgen)
- World Climbing Asia Qualifier (Ort & Daten folgen)
- World Climbing Oceania Qualifier (Ort & Daten folgen)
- Olympic Qualifier Series 2028: drei Events (Ort & Daten folgen)

Mit dem Qualifikationssystem baue man auf den bewährten Qualifikationswegen für Paris und Tokio weiter auf, so World Climbing: »In der Nachbereitung von Paris haben wir – wo möglich – Empfehlungen der Nationalen Olympischen Komitees, der internationalen Föderationen, dem IOC und weiteren Stakeholdern umgesetzt.«
Die Qualifikationssysteme stellen sicher, dass Athlet*innen mehrere Möglichkeiten zur Qualifikation erhalten, eine universelle Repräsentation gewährleistet und der Reiseaufwand möglichst gering gehalten wird.
World Climbing
Die Qualifikation in Zahlen
Mit den neun Qualifikations-Events werden die olympischen Starterplätze also Stück für Stück vergeben. Rund die Hälfte ist für die Events in 2027 verplant (je ein Platz pro Disziplin pro Event). Bei der dreiteiligen Olympic Qualifier Serie (OQS) in 2028 können Athlet*innen die restlichen Plätze erklettern.
Hinsichtlich der Zahlen bleibt World Climbing noch stellenweise vage: So sollen bei der OQS mindestens vier Plätze für Bouldern und Lead und sechs Plätze für Speed vergeben werden. Gleichzeitig »können weitere Startplätze in Abhängigkeit vom Gastgeberland und von den Ergebnissen der Universality-Places vergeben werden«.
Grundsätzlich gilt: Jedes Land darf maximal zwei Athlet*innen pro Geschlecht und Disziplin nach LA schicken. Über alle Kletterdisziplinen hinweg dürfen nicht mehr als 76 Athlet:innen teilnehmen.

Kombi aus Lead & Bouldern möglich, Speed separat
Das System von World Climbing und dem IOC sieht explizit vor, dass sich Athlet*innen sowohl für Boulder als auch Lead qualifizieren können. Je nachdem, wie viele solche Fälle vorkommen, steigt die Anzahl der Teilnehmenden in einer der beiden Disziplinen. Die Person zählt aber weiter nur als ein*e Athlet*in – so bleibt die vom IOC festgelegte Gesamtobergrenze von 76 Kletternden erhalten.
Ein Beispiel: Janja Garnbret qualifiziert sich für beide Disziplinen. Für die Gesamtquote zählt sie aber nur als eine Athletin, nicht als zwei. In Boulder oder Lead erhöht sich daraufhin die Anzahl der Teilnehmenden um eine Person, weil Janja zwei Startrechte hat. Trotzdem darf Slowenien weiterhin nur zwei Athletinnen pro Disziplin entsenden. Wenn bereits zwei andere Sloweninnen im Lead qualifiziert wären, könnte Janja also nur im Bouldern starten.
Vorgesehen ist dabei nur eine Doppelqualifikation für Bouldern und Lead. Speedklettern bleibt separat und auf 14 Athlet*innen pro Geschlecht begrenzt.

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Credits Titelbild: IFSC/Drapella/Virt

