Denis Urubko und Maria Cardell eröffnen neue Route am Nanga Parbat 

Denis Urubko und Maria Cardell erklimmen den Gipfel des Nanga Parbat über eine neue Linie im Alpinstil. Ohne Fixseile, ohne zusätzlichen Sauerstoff erreichten sie innerhalb von fünf Tagen den Gipfel des 8126m hohen Berges. 

Neuer Gipfelerfolg am Nanga Parbat: Urubko und Cardell verkünden Route „Niezabudka“

Im März 2025 kündigte Achttausender-Legende Denis Urubko ein neues Projekt an: Gemeinsam mit seiner Frau Maria Cardell plante er, eine neue Route über die Diamir-Flanke des Nanga Parbat in Pakistan zu eröffnen.

Am 10. Juli 2025 verkündeten die beiden den Erfolg – die Route trägt den Namen »Niezabudka« (russisch* für Vergissmeinnicht), nach den Blumen die am Basislager wachsen.

Maria Cardell und Denis Urubko am Fuß des Nanga Parbat Bild: Lela Peak Expedition via Carlos Garranzo
Maria Cardell und Denis Urubko am Fuß des Nanga Parbat Bild: Lela Peak Expedition via Carlos Garranzo

Die Seilschaft – Denis Urubko und Maria Cardell 

Urubko, polnisch-kasachischer Bergsteiger, stand bisher stolze 28 Mal auf dem Gipfel eines Achttausenders. Er ist der 15. Mensch, dem es gelang alle Achttausender zu besteigen und der 8. dem dieses Unterfangen ohne zusätzlichen Sauerstoff gelang.
Auch zwei Winter-Erstbesteigungen kann Urubko vermerken: Makalu und Gasherbrum II. Er erschloss neue Routen auf der Südseite des Cho Oyu, am Manaslu, am Broad Peak und am Gasherbrum II. 

Für Maria »Pipi« Cardell war der Nanga Parbat der 4. Achttausender in ihrer alpinen Karriere. Die Spanierin ist bei der Pistenrettung und Teil des spanischen Elite-Alpinistinnen Teams.

Es wird eine authentische neue Route sein, keine Variante, die als eigenständige Route präsentiert wird

Urubko

In fünf Tagen zum Gipfel – Besteigung im reinen Alpinstil

Nach einer Akklimatisierungsphase in der Region Skardu stiegen Urubko und Cardell direkt in die Westflanke des Nanga Parbat ein – über bislang unbezeichnetes Gelände, wie Urubko angibt. Der Aufstieg war schnell und effizient: Am 10. Juli standen sie am höchsten Punkt des neuntgrößten Bergs der Erde.

Am 10. Juli um 11:30 Uhr Ortszeit standen wir auf dem Gipfel des Nanga Parbat, nachdem wir ihn über eine neue Route im Alpinstil bestiegen hatten […] Maria und ich sind glücklich

Denis Urubko

Urubko sprach in einem kurzen Statement von einem perfekten Moment und einer äußerst harmonischen Teamleistung. »Niezabudka« verläuft durch abwechslungsreiches Gelände, mit Eis, Fels, Schnee und einem Gletscher. Sie ist technisch anspruchsvoll und in einigen Abschnitten wohl auch Lawinen- und Steinschlaggefahr ausgesetzt. Eine Windgeschwindigkeit von bis zu 90km/h erleichterte die Begehung der beiden nicht.

Maria Cardell auf dem Gipfel des Nanga Parbat Bild: Denis Urubko
Maria Cardell auf dem Gipfel des Nanga Parbat Bild: Denis Urubko

Neutour oder Variante? 

Seit der Veröffentlichung der Topografie werden erste Stimmen laut, die überzeugt davon sind, dass es sich nur um eine Variante der Göschl-Route von 2009 handelt, nicht um eine vollständig neue Route. Erste Topovergleiche zeigen, dass die Linie stellenweise parallel zur Göschl-Route verlaufen könnte, die damals ebenfalls über die Nordwestflanke in Richtung Gipfel führte. 

Urubko und Cardell stiegen wohl weiter rechts in die Wand ein und kreuzten die Göschl/Rousseau Route dann auf etwa 6.600 Metern. »Aber [unsere Route] führt weiter über den Grat, während das andere Team am Gletscher entlang ging«, äußerte sich Urubko. Cardell erklärte außerdem, dass die Seilschaft bestens über den Verlauf der Route von 2009 Informiert gewesen war, da sie selbst im Vorfeld mit Rousseau gesprochen hatten. 

Für jemanden, der mit dem Gelände nicht vertraut ist, mag es so aussehen, als handele es sich um dieselbe Linie, aber die Entfernung zwischen beiden Routen ist groß; alles andere ist Spekulation

Maria Cardell

Eine unabhängige Bewertung durch alpine Institutionen steht noch aus. Ob Urubko und Cardell tatsächlich unerforschtes Terrain erschlossen haben oder eine kreative Umgehung bestehender Linien nutzten, bleibt daher offen.

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Credits Titelbild: Denis Urubko

*Richtigstellung: in diesem Artikel hatte sich an dieser Stelle ein Fehler eingeschlichen. Ursprünglich wurde gemeldet, der Routenname незабудка (je nach Transliteration aus dem kyrillischen Alphabet Niezabudka, oder z.B. Nesabudka) sei das kasachische Wort für das Vergissmeinnicht (Myosotis). In einer Leserzuschrift wurden wir zurecht darauf hingewiesen, dass der kasachische Bergsteiger diese Route nicht nach der kasachischen, sondern der russischen Bezeichnung der erwähnten Pflanze benannt hat. Der korrekte kasachische Name des Vergissmeinnicht lautet selbstverständlich Ботакөз (Botköz, zur Etymologie). Mit dem Routennamen setzt Urubko der Pflanze ein Denkmal, deren Schönheit und häufiges Vorkommen in der Nanga Parbat Region schon Fritz Bechtold in seinem Expeditionsbericht von 1934 beschrieb (Fritz Bechtold: Deutsche am Nanga Parbat, Bruckmann Verlag, 1935; Seite 29).

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1 Kommentar

  1. Aus dem Kasachischen übersetzt durch eine KI??: „…seit der Veröffentlichung der Topografie…“
    Eine solche Textstelle ist eines Fachmediums unwürdig! Den Text bitte gegenlesen.
    Einen lieben Gruss an die neue Readktion

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