Der humanoide Roboter »Pemba José Lani« hat es weitgehend eigenständig auf den 6.263 Meter hohen Vulkan Chimborazo in Ecuador geschafft. Der nächste Härtetest soll ihn auf den Mount Everest führen – aber Rekorde sind nicht das Hauptziel des Projekts.
Wer auf den höchsten Gipfeln der Welt unterwegs ist, trifft dort künftig vielleicht auch ihn an: Dem humanoiden Roboter »Pemba José Lani« gelang kürzlich die Besteigung des mehr als 6.200 Meter hohen Vulkan Chimborazo in Ecuador – womöglich ein Höhen-Rekord in dieser Kategorie. Eine Karriere als Vollzeit-Alpinist ist trotzdem nicht im Sinne seines Erfinders.
Humanoide Roboter als autonome Naturschutzbeauftragte
»Pemba« ist ein G1-Roboter des chinesischen Unternehmens Unitree, der vom Ingenieur Pablo Berlanga Boemare speziell modifiziert wurde. Seine Vision: ein humanoider Roboter, der unter extremen Bedingungen eingesetzt werden kann – für Umweltmonitoring, Rettungseinsätze oder Müllentsorgung in entlegenen Naturschutzgebieten. Auch illegale Abholzung oder Wilderei ließen sich so besser überwachen.
»Um den gesamten Amazonas-Regenwald zu dokumentieren, bräuchte es 20 Millionen Kameras«, sagt Boemare, der bereits für verschiedene Naturschutzinitiativen tätig war. »Dronen kommen dort nicht durch – ein Roboter, der zu Fuß unterwegs ist, aber schon.«
Boemare gründete deshalb das Unternehmen Geology Dome, das Roboter auf komplexe Ökosysteme vorbereiten soll. Dazu zählen nicht nur Regenwälder, sondern auch arktische Regionen oder Hochgebirge. Dort kann er etwa zur Gletscherüberwachung oder für Such- und Rettungsmissionen genutzt werden.
Der 35 Kilogramm schwere »Pemba« habe bei seiner ersten Expedition auf dem Chimborazo-Vulkan besser performt als erwartet, sagt der Ingenieur und Projektleiter. Geplant sind zwei weitere Expeditionen – bei einer davon soll der Roboter den Mount Everest besteigen.
Vorbereitung auf Extrembedingungen
Trotz Hightech-Hardware und -Software wird der Aufstieg auf den 8.849 Meter hohen Everest auch Roboter »Pemba« fordern. Das Team rund um Entwickler Pablo Berlanga Boemare hat deshalb spezielle Thermomanagementsysteme und Belüftungskomponenten eingebaut, die die Robotergelenke vor Schnee und Kälte schützen sollen. Die chinesische Herstellerfirma Unitree hatte bereits zuvor die Kältetoleranz von nicht-modifizierten G1-Robotern erfolgreich in Xinjiang getestet – bei -47,4 Grad Celsius.
Was die Mobilität von G1-Robotern angeht, hat der speziell modifizierte »Pemba« mit der Besteigung des Chimborazo gezeigt. Trotzdem gibt es bei den Bergsteigerfähigkeiten noch Luft nach oben: Derzeit kann der Roboter Steigungen mit über 30 Grad nicht autonom bewältigen. Hinzu kommen Herausforderungen in Form von eingeschränkter Kommunikation und Energieversorgung – denn »Pemba« lädt mittels Solarenergie. Die 16-stündige Besteigung des Chimborazo hielt der Akku jedenfalls durch.

Everest-Besteigung für 2026 geplant
Die größte Hürde für »Pembas« Everest-Besteigung sieht das Team von Geology Dome derzeit aber nicht in der Leistung des G1-Modells, sondern bei den dafür nötigen Regularien. In Nepal arbeitet man gerade an den ersten Regelungen für Expeditionen mit nicht-menschlichen Teilnehmenden – so absurd das auch klingt. Dabei geht es um rechtliche Fragen, die den Einsatz von chinesischer Technik in Nepal betreffen, aber auch um das Sicherheitsrisiko, das der Roboter am Berg potenziell für andere darstellt.
Erst wenn einwandfrei geklärt ist, welcher Rahmen für solche Besteigungsversuche greift, darf der Roboter auf den Mount Everest – das teilte The Kathmandu Post mit. Bei Geology Dome rechne man derzeit damit, dass »Pembas« Aufstiegsversuch frühestens im Herbst oder Winter 2026 stattfinden kann.
Der ganze Bericht über »Pemba« und das Projekt von Pablo Berlanga Boemare erschien zuerst auf Humanoids Daily. Hier geht es zum Artikel.
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Credits Titelbild: Pablo Berlanga / roboteverest.com

