Mount Everest: Bartek Ziemski holt sich neunten Achttausender inklusive Ski-Abfahrt

Nur eine Woche nach seinem Summit am Lhotse hat Bartek Ziemski nun auch den Gipfel des Mount Everest erreicht. Bergab ging es wie immer auf Skiern – für den Alpinisten aus Polen ist es der neunte Achttausender, den er auf diese Weise begeht.

Eigentlich hätte man mit der News rechnen können: Denn erst vor exakt einer Woche hatte Bartek Ziemski bereits einen Gipfelerfolg am Lhotse (8.516 m) gefeiert. Jetzt ist ihm auch ein Solo-Aufstieg am direkten Nachbar und höchsten Gipfel der Welt gelungen – dem Mount Everest (8.849 m). Für den 31-jährigen Alpinisten aus Polen ist es der neunte Achttausender – nur fünf fehlen ihm jetzt noch.

Später Saisonstart am Mount Everest

Bartek Ziemskis Begehung fiel mit dem Saisonstart am Dach der Welt zusammen. Der hatte sich dieses Frühjahr etwas verzögert – unter anderem durch schwierige Wetterverhältnisse, aber auch wegen eines instabilen Seracs etwa 300 Meter unterhalb des Camp 1. Lhotse und Everest teilen sich eine Normalroute bis zum vierten Camp. Während seiner Akklimatisierung hatte Ziemski die sogenannten »Icefall Doctors« bei der Erschließung des unteren Routenabschnitts unterstützt.

Für seine Begehung des Mount Everest entschied sich Ziemski wenig überraschend erneut für den gewohnt sauberen Stil: keine Fixseile, Zusatzsauerstoff oder Unterstützung durch Sherpas. Für den Weg zurück ins Base Camp nutzte durchgängig seine Skier – abgesehen von Pausen zum Umpacken der Ausrüstung in den einzelnen Lagern.

Herzlichen Glückwunsch, Bartek! Du hast ein weiteres Kapitel deiner Geschichte geschrieben.

Polnischer Bergsteigerverband
Bartek Ziemski bei seinem Everest-Su,mmit | Bild: Bartek Ziemski / Polski Związek Alpinizmu

Aufstieg trotz schwieriger Bedingungen

Am 19. Mai 2026 brach Bartek Ziemski gegen 23:00 Uhr nepalesischer Zeit von Lager IV (~7.900 m) in Richtung Gipfel auf. Auf den ersten mehreren hundert Höhenmetern wurde er von bis zu 50 km/h starkem Wind begleitet. »Eigentlich hatte ich es extra an dem Tag versucht, an dem der Wind laut früheren Prognosen nachlassen sollte«, erklärt Ziemski über den Instagram-Account des Polnischen Bergsteigerverbands.

Viele andere Alpinisten brachen an diesem Tag ihren Aufstieg ab, aber Bartek ging weiter – und war oberhalb des South Summit praktisch allein unterwegs. Als er den »Balcony« auf 8.600 Metern erreichte, ließ schließlich der Wind nach. Um 9:25 Uhr stand Bartek Ziemski auf dem Gipfel des Mount Everest.

Die Abfahrt verlief planmäßig, obwohl die Bedingungen laut Ziemski »wenig skitauglich« waren. Der schwierigste Teil: ein kurzer, technisch sehr anspruchsvoller Abschnitt am Hillary Step. Am Khumbu-Eisfall musste Ziemski seine Route kurzfristig anpassen, da sich das Eis innerhalb der letzten Woche deutlich verändert hatte. Um 15:10 Uhr nepalesischer Zeit meldete er sich im Basislager zurück.

Holt Ziemski sich alle 14 Achttausender?

Ob Bartek Ziemskis sich wirklich vorgenommen hat, alle 14 Achttausender solo und ohne Unterstützung zu begehen, wissen wir natürlich nicht – der 31-Jährige ist nicht in den Sozialen Medien präsent.

Seine Begehungs-Liste der vergangenen vier Jahre zeigt allerdings, dass Ziemski tatsächlich die Achttausender nacheinander abarbeitet. Am Dhaulagiri I (8.167 m) und Kangchendzönga (8.586 m) gelangen ihm dabei jeweils Erstbefahrungen mit Ski.

Ziemskis Achttausender-Begehungen
(Aufstieg ohne Zusatzsauerstoff, Abfahrt auf Skiern)

  • 2022: Broad Peak (8.051)
  • 2022: Gasherbrum II (8.035 m) 
  • 2023: Annapurna I (8.091 m)
  • 2023: Dhaulagiri I (8.167 m) – erste Ski-Abfahrt
  • 2024: Makalu (8.485 m)
  • 2024: Kangchendzönga (8.586 m) – erste Ski-Abfahrt
  • 2025: Manaslu (8.163 m)
  • 2026: Lhotse (8.516 m)
  • 2026: Mount Everest (8.849 m)

Derzeit fehlen Bartek Ziemski noch fünf Achttausender – darunter auch der K2 (8.611 m) und der Nanga Parbat (8.125 m). Beide zählen zu den gefährlichsten der insgesamt 14 Achttausender, die alle im Himalaya- und Karakorum-Gebirge liegen. Ebenfalls noch nicht auf Ziemskis Liste: Shishapangma (8.027 m), Gasherbrum I (8.080 m) und Cho Oyu (8.188 m).

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Credits Titelbild: Bartek Ziemski / Polski Związek Alpinizmu

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