Alexander Megos flasht Chromosome Y (9a) – und wertet ab

Schon wieder gelingt Alexander Megos die Begehung einer schwierigen Route im Flash-Stil. Er kletterte Chromosome Y bei Charmey im ersten Go und punktete auch die Route Meiose (urspünglich 9b). Beide Routen wertet er ab.

„Oops, Ich habe es wieder getan“, kommentiert der deutsche Spitzenkletterer Alexander Megos seinen jüngsten Exploit. Er kletterte die Route Chromosome Y (9a) bei Charmey flash, also im ersten Versuch, basierend auf Informationen über die Route. Die Anleitung zur Begehung gab ihm der Schweizer Alexander Rohr, der oft mit Megos zusammen klettert.

Die Route Chromosome Y im Schweizer Klettergebiet Charmey wurde 2012 von Pirmin Bertle erstbegangen und mit 9a bewertet. Lange blieb der Grad jedoch nicht bestehen. Bereits der erste Wiederholer, Adam Ondra, bestätigte den Grad nach seiner Flash-Begehung nicht. Auch Alexander Rohr, der die Route 2017 kletterte, schlug für Chromosome Y 8c+ vor. Dieser Meinung schlossen sich der dritte Wiederholer der Tour, Samuel Ometz, und nun Alexander Megos an.

„Ich schliesse mich der Meinung der meisten Wiederholer an und denke ebenfalls, dass der Schwierigkeitsgrad der Route eher bei 8c+ liegt.“

Alexander Megos

Pirmin Bertle muss ein zweites Mal Federn lassen: Aus 9b wird 9a

Angesichts seiner Hochform war zu erwarten, dass Alexander Megos auch die Kombination aus Chromosome X und Chromosome Y, die Linie Meiose, versuchen wird. Die Linie wurde von Pirmin Bertle 2015 als erste 9b der Schweiz eröffnet. Die erste Wiederholung holte sich Adam Ondra 2018 – und wertete die Tour auf 9a+ ab. Das kam damals nicht gut an beim Erstbegeher, welcher sich öffentlich zu Wort meldete (LACRUX berichtete).



Der Grad von Meiose purzelt nun noch weiter runter in der Schwierigkeitsskala. Alexander Megos bewertet Meiose nämlich nur dmit 9a. Harter Tobak für den Erstbegeher. Gemäss Megos würde Pirmin Bertle Griffe auslassen, die ohne Diskussion in Reichweite der Linie liegen und deshalb seiner Meinung nach auch zur Route zählen.

„Es macht keinen Sinn, diese Griffe nicht zu benutzen. Meiner Meinung nach kletterte ich die gleiche Linie, nutzte diesselben Bolts, aber mit einer ganz anderen Beta und anderen Griffen.“

Alexander Megos

Alexander Megos hat also ein komplett andere Beta als der Erstbegeher und bewertet die Route folglich mit 9a. Mit der Lösung des Erstbegehers liegt der Schwierigkeitsgrad der Route gemäss Megos bei 9a+.

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Credits: Titelbild Jan Virt Photography

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