Boom, Begrenzung, Balance: Margalef und das Dilemma moderner Kletterhotspots

Margalef, ein Dorf mit etwas mehr als hundert Einwohnenden in der katalanischen Region Priorat, steht derzeit im Mittelpunkt einer hitzigen Diskussion, die weit über seine Felswände hinausreicht.

Im Oktober hat der Gemeinderat an den beiden Straßen, die zu den beliebtesten Klettergebieten Sant Salvador und Embassament/Espadelles führen, Zufahrtsschranken errichtet. Was von außen wie eine schlichte Parkregelung wirkt, legt tiefere Spannungen offen – zwischen einer kleinen ländlichen Gemeinde, den dort lebenden Kletternden und dem globalen Boom des Klettersports, der sie geprägt hat. Warum gerade jetzt, und was verrät dieser Wandel über die Zukunft des Zugangs zu Klettergebieten wie Margalef?

Die Zufahrtsschranke an der Straße, die nach Embassament/Espadelles führt.
Die Zufahrtsschranke an der Straße, die nach Embassament/Espadelles führt.

In den letzten drei Jahrzehnten entwickelte sich Margalef von einem lokalen Kletterfelsen zu einem der international anerkanntesten Sportklettergebiete der Welt. Seit langem schätzen Kletternde das Gebiet für seine ruhige Atmosphäre, die kurzen Zustiege und die außergewöhnlich guten Routen, die von 5a bis 9b an steilen, von Löchern durchzogenen Wänden verlaufen. Doch während sich die Gespräche am Fels früher um Klettertipps drehten, kreisen sie heute um die neuen Beschränkungen.

Seit dem 14. Oktober 2025 wird die Zufahrt zu den beiden Hauptklettergebieten von Margalef durch automatische Schranken geregelt. Für die Einfahrt sind nun eine Online-Reservierung und eine Parkgebühr von 5 Euro pro Tag und Fahrzeug erforderlich. Die Reservierung gilt für beide Gebiete, sofern Platz vorhanden ist, wobei die Kapazität auf 210 Fahrzeuge für Sant Salvador und 190 für Embassament/Espadelles begrenzt ist.

Der Parkplatz von Espadelles.
Der Parkplatz von Espadelles.

Besucherzahlen auf dem Prüfstand: Ein Gleichgewicht zwischen Besucheraufkommen und Kapazität

Die Gebühr soll die Belastung der lokalen Infrastruktur durch das hohe Besucheraufkommen in der Region ausgleichen. Langjährige Studien des Naturparks Serra del Montsant schätzen, dass allein Margalef jährlich rund 89.000 Besuchende verzeichnet. Das sind etwa 54 Prozent des gesamten jährlichen Besucheraufkommens des Parks. Diese Zahl umfasst zwar auch Wandernde, Motorradfahrende und andere Nutzende des Parks, verdeutlicht jedoch die starke Konzentration der Aktivitäten im und um das Dorf.

Ein Großteil der aktuellen Spannungen geht auf eine Folgestudie zurück, die der Park und das Institut Nacional d’Educació Física de Catalunya (INEFC) im Jahr 2020 durchgeführt haben. Darin wurde die Kapazität von Margalef bewertet, Kletternde aufzunehmen, ohne die Umwelt oder das Besuchererlebnis zu beeinträchtigen. Die Studie kam zu dem Schluss, dass das Gebiet nachhaltig etwa 51.000 Besuche pro Jahr, also etwa 140 Personen pro Tag, bewältigen könnte. Auf den ersten Blick wurde die Differenz zwischen dieser Zahl und den geschätzten 89.000 Besuchenden in den Medien weithin als Fall von »Overtourism« dargestellt – eine Schlussfolgerung, die innerhalb der lokalen Klettergemeinde stark umstritten ist. David Iturria, Direktor des Naturparks Serra de Montsant, stellte klar, dass es »kein generelles Problem der Überfüllung in Margalef« gebe, obwohl die Besucherfrequenz in den drei regulierten Gebieten während der Hochsaison wie Ostern und Allerheiligen die Kapazität übersteigt.

Laut Anghelo Bernal, einem kolumbianischen Kletterer, der vor neun Jahren wegen dem Klettern ins Dorf gezogen ist, ist das größte Problem in Margalef nicht die Anzahl der Routen (es gibt ungefähr 1.870) oder die Menge an Leuten, sondern der Mangel an Parkplätzen und Infrastruktur. »Wenn es eine bessere Infrastruktur gäbe, würden sich die Besuchenden viel besser verteilen«, erklärt er und betont, dass logistische Herausforderungen das Gefühl der Überfüllung zusätzlich verstärken.

Die Parkplätze in der Nähe von Embassament am Straßenrand.
Die Parkplätze in der Nähe von Embassament am Straßenrand.

Die Ergebnisse der Studie blieben jedoch nicht unangefochten. Die Associació d’Escaladors de Margalef (AEM) wies öffentlich auf erhebliche methodische Mängel in der Studie hin. Einige Fehler wurden später anerkannt und teilweise korrigiert, doch der AEM zufolge unterschätzen die überarbeiteten Zahlen die tatsächliche Kapazität von Margalef weiterhin deutlich. In Gegenberechnungen, die auf ihrer Plattform SOS Margalef veröffentlicht wurden, schätzt sie, dass Margalef etwa 2,5-mal so viele Kletternde aufnehmen kann, wie in der Studie angegeben.

Jan Casas, Sprecher der AEM und einer der lautstärksten Kritiker der Zugangsbeschränkungen, behauptet: »Der Gemeinderat wollte einen voreingenommenen Bericht, um die Errichtung der Schranken zu rechtfertigen.« Der Bürgermeister von Margalef, Àlex Vilà, weist das entschieden zurück. »Die Schranken waren nie als Mittel zur Regulierung der Besucherzahlen gedacht«, betont er. Stattdessen sieht er die Maßnahme als Reaktion auf die begrenzten Verwaltungs- und Finanzmittel der Gemeinde sowie auf die Anforderungen an ihre Infrastruktur. 

Die finanziellen Herausforderungen und die Belastung der Infrastruktur von Margalef

»Eine Gemeinde mit 100 Einwohnenden hat die Mittel, um diese 100 Personen zu versorgen«, so der 28-jährige Bürgermeister. »Margalef kann die Kosten für die Aufrechterhaltung der Dienstleistungen bei dem hohen Touristenaufkommen, das wir haben, schlicht nicht decken.« Die Belastung zeigt sich am deutlichsten bei den grundlegenden Dienstleistungen: Laut Vilà produziert das Dorf inzwischen so viel Müll wie eine Stadt mit 500 bis 800 Einwohnenden. Der Wasserverbrauch verdoppelt sich an den Wochenenden und steigt in der Hochsaison im Frühjahr und Herbst stark an. Die Instandhaltung der 12,5 Kilometer langen Forstwege nach Sant Salvador und zum Stausee kostet etwa 47.000 Euro pro Jahr. Einige Kosten werden zwar teilweise von regionalen und provinzialen Behörden subventioniert, doch für diese Zuschüsse muss die Gemeinde in der Regel zwischen zwei und 20 Prozent der Gesamtkosten mitfinanzieren. Für einen Gemeinderat mit einem jährlichen direkten Einkommen von etwa 48.000 Euro aus lokalen Steuern können selbst kleine Beiträge das Budget schnell erschöpfen.

Das Dorf Margalef mit seinem markanten Felsen.
Das Dorf Margalef mit seinem markanten Felsen.

»Die Leute wissen die Dienstleistungen, die wir bereits anbieten, wie beispielsweise die Instandhaltung von Waldwegen, oft nicht zu schätzen«, fügt Vilà frustriert hinzu. »Alles könnte verbessert werden, doch die Ressourcen sind nun einmal begrenzt.« Er verweist auf das Wassernetz von Margalef, das derzeit aufgrund von Verschleiß erneuert wird, sowie auf die zusätzliche Abnutzung durch den Verkehr, der durch die Kletterinnen und Kletterer verursacht wird, die zu den Felsen fahren. »Welchen Teil der Schäden kann man auf die Nutzung dieses Raums durch Kletternde zurückführen?«, fragt er. Aus Sicht der Gemeinde ist die Antwort klar: Wenn das Klettern einen so bedeutenden Teil der Identität und Wirtschaft von Margalef ausmacht, muss es auch direkter zur Deckung der damit verbundenen Kosten beitragen.

Ein konfliktreiches Beteiligungsverfahren

Vilà, der Wirtschaftswissenschaften studiert hat und seit 2023 im Amt ist, skizziert die drei Szenarien, mit denen er konfrontiert war: nichts tun und innerhalb weniger Jahre einen finanziellen Zusammenbruch riskieren, den Zugang komplett verbieten oder ihn regulieren. Margalef entschied sich schließlich für die dritte Option. Dieser Entscheidung ging ein formelles Beteiligungsverfahren voraus, das in mehreren Phasen durchgeführt wurde. Vertretende des Naturparks, der Territorialabteilung der Regionalregierung, des Gemeinderats und der Einwohnenden von Margalef, die in sektorale Gruppen (Kletterinnen und Kletterer, Landwirtschaft, Gastronomie, Nachbarschaft und weitere) unterteilt waren, wurden eingeladen, Probleme im Zusammenhang mit den steigenden Besucherzahlen zu identifizieren und Lösungen vorzuschlagen. Diese wurden anschließend vom Gemeinderat unter Vilà hinsichtlich ihrer rechtlichen Durchführbarkeit, ihrer technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit sowie der Fähigkeit der Gemeinde, sie zu verwalten, bewertet.

Auch hier kam es erneut zu Spannungen zwischen einer Gruppe von fünf Kletternden (von den 25 registrierten, die im Dorf wohnen) und dem Gemeinderat. Während der Gemeinderat versichert, dass er sich in zwölf Sitzungen Zeit genommen habe, um den Einheimischen den Prozess zu erklären, bevor er seine endgültige Entscheidung traf, sieht Jan Casas das anders: »Es war nicht wirklich eine Diskussion. Es war ein Verfahren um Unterlagen einzureichen und sagen zu können, dass die Einwohnenden angehört wurden. Es gab keinen Konsens und keine Transparenz.« Andere, darunter Anghelo, hatten den Eindruck, dass das Ergebnis von vornherein feststand: »Sie waren für keinen unserer Vorschläge offen.«

Alex Vilà betont, dass eine Vielzahl von Alternativen in Betracht gezogen wurde: Die vollständige Sperrung der Zufahrtsstraßen und die Einführung eines Shuttlebus-Systems aus den umliegenden Orten hätten bedeutet, dass die Gemeinde mögliche Defizite bei unzureichenden Ticketverkäufen hätte decken müssen – eine Ausgabe, die sie sich nicht leisten konnte. Die Aufstellung von Abfallbehältern und öffentlichen Toiletten in der Nähe der Felsen hätte eine tägliche Wartung erfordert, was eine zusätzliche Belastung für einen ohnehin schon stark beanspruchten Gemeinderat darstellen würde. Mobile, appbasierte offene Parksysteme wurden aufgrund fehlender lokaler Kontrollmöglichkeiten ausgeschlossen. Letztlich waren die Parkgebühr von fünf Euro sowie automatische, unbemannte Schranken die einzige praktikable Lösung. Nach einem Vergleich der Gebühren in anderen Naturparks und Schutzgebieten, die zwischen fünf und zwölf Euro liegen, entschied sich der Gemeinderat für das untere Ende dieser Spanne.

Doch wohin fließt das eingenommene Geld?

Viele Kletterinnen und Kletterer sind der Ansicht, dass grundlegende Dienstleistungen bereits vor der Einführung der Gebühr hätten umgesetzt werden sollen, damit die Besuchenden nachvollziehen können, wofür sie bezahlen. Sie fordern nun klare Garantien, dass die Einnahmen aus den Schranken in konkrete Verbesserungen der Infrastruktur sowie in die Instandhaltung der Routen fließen.

Nach den Regeln der öffentlichen Finanzen dürfen die im Jahr 2025 eingenommenen Gebühren erst ausgegeben werden, wenn sie in den Gemeindehaushalt 2026 aufgenommen wurden. Seit der Installation der Schranken sind inzwischen zwei Monate vergangen, in denen rund 13.000 Euro eingenommen wurden. Vilà weist darauf hin, dass, sobald die Einnahmen die jährlichen Kosten von 50.000 Euro für die Verwaltung der beiden regulierten Gebiete übersteigen, alle zusätzlichen Einnahmen »zu 100 Prozent in die Standorte selbst reinvestiert werden«. Dies wird jedoch nicht bereits im Jahr 2026 der Fall sein – eine Verzögerung, die kritische Stimmen wie Casas als Mangel an Transparenz und an langfristigen Garantien anprangern.

Vilà räumt ein, dass das Klettern Margalef viele Möglichkeiten eröffnet hat, kritisiert jedoch zugleich offen die mangelnde gemeinschaftliche Organisation der Kletternden bei der Instandhaltung gemeinsam genutzter Infrastruktur. »In dreißig Jahren haben sich die Kletternden nie organisiert, um Wege zu pflegen oder die Erosion zu kontrollieren«, sagt er und verweist dabei auf stark beschädigte Bereiche wie Racó de la Finestra, wo die Wege so stark abgenutzt sind, dass sie zu »tiefen Gräben« geworden sind. Seiner Ansicht nach »sollte man, wenn man stundenlang an einem bestimmten Ort Sport treibt, Teil des Managementplans für dieses Gebiet sein. Dieses Bestreben, die Auswirkungen der eigenen Aktivitäten zu minimieren, hat weitgehend gefehlt.«

Auswirkungen auf Einheimische, regionale Kletternde und internationale Besuchende

Nach zwei Monaten sind die Auswirkungen der Schranken bereits deutlich spürbar. Anghelo und ein englisches Ehepaar in ihren Sechzigern, die Margalef seit Jahrzehnten jährlich besuchen, berichten, dass es an den Felsen merklich ruhiger ist als in den Vorjahren. An einem sonnigen Freitag im November oder einem milden Samstag im Dezember, beides Hochsaisonzeiten im Kletterkalender von Margalef, zeigte sich Espadelles, das dank seiner nach Süden ausgerichteten Wände ein beliebtes Winterziel darstellt, ruhig und nicht überlaufen.

»Uns wurde gesagt, dass wir in den ersten sechs Monaten mit einem Rückgang von 50 Prozent rechnen könnten, gefolgt von einer allmählichen Stabilisierung«, erinnert sich Vilà. Die Zahl der Fahrzeuge ist auf etwa 50 pro Tag gesunken, obwohl schätzungsweise 20 bis 30 Fahrzeuge das System umgehen, indem sie außerhalb der regulierten Zone parken.  Die Schranken selbst wurden wiederholt vandalisiert – laut dem Bürgermeister bisher neunzehn Mal. Der Zugang zu Fuß oder mit dem Fahrrad hat zugenommen, während auch Fahrgemeinschaften häufiger geworden sind. Zählt man den bezahlten und den informellen Zugang zusammen, unterscheiden sich die Besucherzahlen möglicherweise nicht dramatisch von den Werten vor der Errichtung der Schranken, was jedoch in der kommenden Nebensaison noch bestätigt werden muss. Deutlich verändert hat sich jedoch das Profil der Besuchenden. 

Ein Kletterer in Espadelles an einem sonnigen Samstagnachmittag Anfang Dezember.
Ein Kletterer in Espadelles an einem sonnigen Samstagnachmittag Anfang Dezember.

Von den Personen, die für die Einfahrt mit dem Auto bezahlen, kommen 65 Prozent aus dem Ausland und nur 35 Prozent aus Spanien. Für Besuchende aus dem Ausland ist die Gebühr von 5 Euro im Verhältnis zu den Gesamtkosten einer Kletterreise vernachlässigbar und hat sie nicht wesentlich von der Anreise abgehalten. Der stärkste Rückgang ist hingegen bei regionalen und nationalen Kletternden zu verzeichnen, von denen sich viele als »Einheimische« betrachten, obwohl sie in benachbarten Orten wie Cornudella de Montsant, Reus, Tarragona, Lleida und anderen leben. Im Gegensatz zu den Einwohnenden von Margalef, die von der Gebühr befreit sind und einen Code für freien Zugang erhalten, ist diese Gruppe am stärksten betroffen und hat sich entsprechend lautstark gegen die Maßnahme ausgesprochen. Viele lehnen es ab, für den Zugang zu einer Straße zu zahlen, die lange Zeit offen und frei zugänglich war, und einige haben sich entschieden, Margalef vollständig zu boykottieren. Noch deutlicher zeigt sich der Wandel bei den Langzeit-Kletternden. Diejenigen, die früher über längere Zeiträume in Margalef blieben – häufig Vanlifer, die außerhalb ausgewiesener Bereiche übernachteten und, wie Vilà es ausdrückt, »Kosten verursachten, aber keine Einnahmen generierten« – sind weitgehend verschwunden.

Ein Kletterer fährt mit dem Fahrrad durch die Schranke, die zum Gebiet Sant Salvador führt.
Ein Kletterer fährt mit dem Fahrrad durch die Schranke, die zum Gebiet Sant Salvador führt.

»Ich verstehe beide Seiten«, sagt Anghelo. »Als Kletterer verstehe ich, warum Menschen, die seit 25 Jahren hierherkommen, frustriert sind, dass sie plötzlich zahlen müssen. Ohne die Kletternden wären viele Orte heute geschlossen«, fügt er hinzu und verweist auf das Café Vernet, die örtliche Bar. »Aber ich lebe auch hier und sehe, wie das Leitungswasser versiegt oder braun wird. Das Klettern hat dem Dorf Geld und Leben gebracht, doch es muss nachhaltiger werden.«

»Die physische Schranke sollte kein Hindernis für das Klettern sein«, ergänzt der Direktor des Parks. »Wir sind stolz darauf, dass Margalef ein international anerkanntes Gebiet ist, und freuen uns darüber, dass Menschen aus aller Welt hierherkommen, um zu klettern.« Gleichzeitig haben viele Einheimische das Gefühl, verdrängt zu werden.

Margalef als Fallbeispiel für die Zukunft der Kletterkultur

Die Situation in Margalef spiegelt eine strukturelle Herausforderung wider, mit der Klettergebiete in ganz Europa und darüber hinaus zunehmend konfrontiert sind. Präsenz in den sozialen Medien, günstige Flugverbindungen, die explosionsartige Zunahme von Indoor-Kletterhallen sowie das kulturelle Ideal der »Kletterreise« haben einst ruhige Täler auf die globale Kletterkarte gesetzt, und das oft schneller, als sich ländliche Verwaltungsstrukturen darauf einstellen konnten.

Für den Gemeinderat ist die Regulierung kein Selbstzweck, sondern der erste Schritt einer langfristigen Strategie. Dazu gehört die Diversifizierung der lokalen Wirtschaft durch die Förderung von Kulturtourismus, Wandern, Radfahren und Wassersportaktivitäten rund um den Stausee, um saisonale Spitzen abzufedern und eine vollständige Abhängigkeit vom Klettern zu vermeiden. Partnerschaften mit der Universität Rovira i Virgili und der Universität Girona sind bereits angelaufen. Ziel ist es, nachhaltige Entwicklungsstrategien zu erarbeiten, die lokalen Betrieben ganzjährige Perspektiven eröffnen und Menschen dazu ermutigen, dauerhaft im Dorf zu leben und es nicht nur auf der Durchreise zu passieren.

Ob die Schranken dafür die richtige Lösung sind, bleibt umstritten. Klar ist jedoch, dass ohne eine klarere Planung, gezielte Reinvestitionen und transparente Kommunikation Gebiete wie Margalef Gefahr laufen, von genau der Popularität überwältigt zu werden, die sie am Leben erhält. Die längerfristige Frage ist, ob diese Verschiebung die gemeinschaftliche Kletterkultur, auf der Margalef aufgebaut wurde, grundlegend verändern oder gar untergraben wird.

Blick von Espadelles auf Margalefs Pantà.
Blick von Espadelles auf Margalefs Pantà.

Über die Autorin: Marina Abello Buyle

Als Französin und Katalanin, aufgewachsen in Spanien und den USA, hat ihre Leidenschaft für das Erzählen von Geschichten durch Bilder und Erzählungen zu einer Karriere als mehrsprachige Journalistin, Fotografin und Videografin geführt, die sich auf sozial-ökologische Themen spezialisiert hat.
Meist findet man Marina unterwegs, höchstwahrscheinlich auf einem Berg an einem weit entfernten Ort.

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Credits: Alle Bilder von Marina Abello Buyle

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3 Kommentare

  1. Sind wir ehrlich… Es ist lächerlich wegen 5 Euro so ein Gejammer zu veranstalten. Ich finde es eine gute Lösung. Als Local wäre evtl. ein Rabatt mit entsprechender Autonummer sinnvoll. In der Halle zahlt jeder 10 oder mehr ohne mit der Wimper zu zucken.

    Was mich sehr nervt: Klettererinnen sind oftmals unfähig sich zusammemzuschliessen und gemeinsam sich für bessere Wege und Toiletten zu sorgen. Auch in Diskursen fehlt so die Durchschlagskraft….

  2. Ein Spannender Artikel. Ich finde auch sehr gut verfasst. Es wird noch in vielen Gebieten zu solchen „Aufwachmomenten“ kommen. Aufwachen für die Kletterer die sich in aller Selbstverständlichkeit einer Infrastruktur bedient die nicht zum ausüben des Klettersports errichtet wurde, und Aufwachen für Standortgemeinden, die merken, dass mit der Keltterei verbundene Vorteile für z.B. das Gastgewerbe nur eine Seite der Medaille bedeutet.
    Erreicht Klettersport in einem Gebiet ein gewisses Ausmass, werden Forderungen zur Organisation über dessen Ausübung immer kommen. Von Seiten der betroffenen Gemeinde, Parkverwaltungen oder dem Naturschutz.
    Ich finde in Margalef, ohne die ganz genaue Situation dort selber zu kennen, ist das Vorgehen der Gemeinde nachvollziehbar und die Regelung vermutlich schon Verhaltnismässig. Dies wenn ich in anderen internationalen Klettergebieten selber beobachte, wie sich die Kletternden immer wieder, auch bei eigendlichen „Selbstverständlichkeiten“, über die Grenzen des Zumutbahren verhalten, und die Toleranz von Anwohnenden arg strapazieren, oder gar ausgehandelte Regelungen schlicht missachten.

  3. Danke für den guten Artikel. Ich finde, die Gemeinde geht hier durchaus richtig vor. Es ist vielerorts ein Problem, dass besuchende KlettererInnen nichts tun oder bezahlen, um die Infrastruktur zu halten oder auszubauen. Teilweise gibt es lokale Vereine, welche z.B. mit dem Verkauf von Führern Geld für Rebolting und Wegbau etc. verdienen. Das bringt aber den Gemeinden meist trotzdem noch nicht genug.

    Ich dachte schon oft, dass eine Schranke mit Maut, Tageslimiten und gut ausgebaute Parkplätze und Wege die besten Lösungen für Klettergebiete sind. Für Locals mag das nervig sein, jedoch hätten genau sie auch die Möglichkeit (wenn nicht sogar die Pflicht), einen Verein zu gründen und von Anfang an mit der Gemeinde zusammenzuarbeiten.

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