Buenos Aires: Weltgrößte Natur-Kletterwand soll Autobahnausbau weichen

Die größte natürliche Kletterwand der Welt steht in Buenos Aires, Argentinien. Jetzt soll die 43 Jahre alte »La Palestra de Andinismo« für den Ausbau der naheliegenden Autobahn abgerissen werden. Währenddessen sucht die Community nach Unterstützern, um den Ort zu erhalten.

Seit sechs Jahren stellen sich die Kletterer von Buenos Aires jetzt schon gegen die Pläne ihrer eigenen Stadt quer. Für eine zusätzliche Highway-Spur der Stadtautobahn soll die natürliche Kletterwand »La Palestra de Andinismo« Platz machen. Um den historischen Ort zu retten, geht die Community jetzt mit ihrem Anliegen an die Öffentlichkeit. Eine Petition wurde bisher von fast 5.000 Unterstützer*innen unterzeichnet.

La Palestra: ein Ort zum Lernen

»La Palestra« ist eine 1982 eingerichtete Schieferformation aus unzähligen echten Steinen. An der weltweit größten natürlichen Kletterwand können Sportler*innen in kontrollierter Umgebung wichtige Skills und Techniken für den Fels lernen. Die 17 Meter hohe und 40 Meter breite Kletterwand dient seit Jahrzehnten als Ort für Sport, Begegnung und Austausch in Buenos Aires.

Argentiniens Hauptstadt liegt ganz im Osten des Landes und direkt am Atlantik – weit weg von den Anden. Möglichkeiten für felsspezifisches Training gibt es in der Region kaum. Auch die Kletterhallen der Stadt können die Vorteile von »La Palestra« nicht ersetzen, so der Kletterer-Verband Centro Andino Buenos Aires (CABA). Die Wand wird für regelmäßige Kurse genutzt, aber auch für die Weiterbildung von Feuerwehrleuten oder dem Militär.

Keine Einigung mit der Stadt

Das Ringen um die Zukunft von »La Palestra« hat seinen Ursprung in 2019, als das Bauvorhaben verkündet wird. Wie Climbing Magazine berichtete, kam es damals bereits zu ersten Protesten von CABA-Mitgliedern, aber auch Verhandlungen – beide blieben ergebnislos.

2024 dann das »Friedensangebot« der Behörden: Eine neue Kletterwand sollte unweit der bisherigen Location gebaut werden. Der Verband CABA lehnte das ab, da die einzigartigen Eigenschaften der Felswand nicht durch Plastikgriffe ersetzt werden könnten. Es gebe außerdem bereits mehrere Kletter- und Boulderhallen in Buenos Aires.

Plastik kann diese einzigartige Kletterwand nicht ersetzen.

Centro Andino Buenos Aires (CABA)

Petition: Schutz als Kulturstätte

Aktuell vermittelt der städtische Auftragnehmer des Projekts auf richterlichen Beschluss hin mit den Kletterern. Trotzdem rückt der geplante Ausbau der Autobahn immer näher. Mitte 2026 soll die neue Spur fertig sein – und »La Palestra« abgerissen. Anfang September hatte es erneute Proteste gegeben.

Diese Kletterwand hat einen unschätzbaren Wert als Sport- und Kulturgut. Hier werden nicht nur Kletterer ausgebildet, sondern auch Bergführer, die zur Entwicklung des Andentourismus beitragen.

aus der Petition

Der Verband CABA und seine Unterstützer*innen versuchen derzeit mit ihrer Petition, den Ort doch noch zu retten. Eine Option wäre die Einstufung von »La Palestra« als kulturelle Stätte. Dann müsste der Autobahnausbau um die Kletterwand herum gebaut werden. Bisherige Gesuche des Verbands lehnte die Stadt allerdings ab.

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Credits Titelbild: Condores Climbing

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