Cortina d’Ampezzo – Die italienische Gemeinde ist vor allem aus dem Skisport bekannt. Nicht nur für Schneesportler und Schneesportlerinnen, sondern auch für Kletterer ist der italienische Urlaubsort ein Paradies. Steile Wände bieten unzählige Routen in allen Schwierigkeitsgraden. Die Auswahl ist immens und die Zustiege kurz. UND: Auch an Ruhetagen oder am Feierabend lässt das pittoreske Dorf die Herzen höher schlagen.

Ein Beitrag von Anina Müller

Im Juni 2009 wurden die Dolomiten von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt. Das Gebiet rund um Cortina zählt zu den schönsten Orten der Welt. Beim Auf- und Untergang der Sonne verfärben sich die Dolomitwände durch das Sonnenlicht rosa. Spätestens nach diesem Anblick ist klar, warum man oft vom Alpenglühen spricht.

Die spektakulären Wände aus Dolomit-Gestein geben über tausend klassische und moderne Routen her. Diverse Klettergärten unterschiedlichster Charakteristiken sorgen dafür, dass jeder Kletterer auf seine Kosten kommt.

Cortina D’Ampezzo: Über 1000 Kletterrouten

Der Dolomit ist ein Sedimentgestein durchzogen von Löchern, Zangen und Leisten. Rund um Cortina existieren mehr als tausend Kletterrouten. Die Zustiege sind meist sehr kurz, da fast überall eine Bahn hinfährt. Am besten blättert man sich einen Abend lang durch den Kletterführer Falesie a Cortina d’Ampezzo. Das Panorama ist überall imposant, besonders jedoch am Cinque Torri, dem bekanntesten Klettergarten der Region.

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Das Kletterparadies Cortina d’Ampezzo bietet über 1000 Routen im typischen Dolomit-Gestein. Bild: Anina Müller.

Mehr als 200 abgesicherte Seillängen bieten die fünf Türme. Die Schwierigkeitsgrade bewegen sich zwischen 3a und 8b. Im Sommer sind die nördlich ausgerichteten Routen schön kühl, während man an sonnigen Tagen im Winter perfekt an den südlich ausgerichteten Routen klettern kann. Die fünf eindrücklichen Türme sind von der Sesselliftstation bei der Berghütte Rifugio Scioattoli in wenigen Minuten zu erreichen.

Die Südwand der Tofana di Rozes ist eine der schönsten Wände der Region. Die Routen an der Tofana sind eher spärlich absichert, Friends und Keile sind hier ein Muss. Besonders zu empfehlen ist der Primo Spigolo. Wer sich um die Routenfindung sorgt, kann bei den Bergsteigerschulen Bergführer Cortina360 oder der Bergführergruppe Cortina d’Ampezzo einen Bergführer buchen. 

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Die Autorin Anina Müller geniesst den Dolomiten-Fels in Cortina d’Ampezzo. Bild:

Fehlt die alpine Erfahrung für Mehrseil- oder Sportklettertouren sind die Klettersteige in Cortina für alle Bergverliebten die perfekte Option. Durch die vielen Stahlseile, Treppen und Leitern können trittsichere Wanderer und Bergsteiger sich durch die unzähligen Türme und Felswände bewegen. Zu empfehlen sind die einfacheren Klettersteige Via Ferrata Averau oder die Via Ferrata Giovanni Barbara. Mit 15’560 Klettersteig-Meter wird es in Cortina ganz bestimmt nicht langweilig. 

Regen- und Ruhetage in Cortina d’Ampezzo

Sollte ein Tag der Ferien wortwörtlich ins Wasser fallen, bietet Cortina ein vielfältiges Angebot aus Alternativen zum Klettern am Felsen.

Tipp: Um einen aktuellen Wetterbericht zu erhalten, ruft man am besten die Website des Wetterberichts von ARPAV – Meteo Dolomiti auf. Diese Wetterinfo wird alle sechs Stunden aktualisiert. 

Falls die Arme und Finger vom Klettern noch keine Pause brauchen, lädt die Kletterhalle Lino Lacedelli zum Trainieren ein. Mit mehr als 80 Indoor-Routen, ab 3b bis 8b+, wird es bestimmt nicht langweilig. Die Halle beinhaltet einen Bereich mit langen und schwierigen Lead-Routen sowie einfache kurze Toprope-Routen.

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Die Anlaufstelle für Schlechtwettertage: Die Kletterhalle Lino Lacedelli. Bild: Cortina360°

Einfach mal die Seele baumeln lassen

Wellnessliebhaber können sich in der höchstgelegenen Sauna der Dolomiten entspannen. Die Sauna befindet sich bei der Berghütte «Rifugio Lagazuoi» und ist bekannt für ihre einzigartige Aussicht auf die Gipfel der Dolomiten.

Einen wunderschönen Ausblick hat man auch von dem Badebottich beim Rifugio Scoiattoli. Der Fichtenholzbottich steht im Freien und das Wasser wird mit einem Holzofen aufgeheizt. 

Kulinarik pur

In Cortina vereinen sich die italienische und die österreichische Küche. Das Dorfzentrum ist voll mit Restaurants, Pizzerien, Bars und Cafés. 

Wer es eher elegant mag, ist im Restaurant La Corte del Lampone genau am richtigen Ort. Durch das Kerzenlicht, die Einrichtung aus Holz und Stein sowie der schönen Zubereitung des Essens gelingt es dem schicken Restaurant, dass man sich sofort wohlfühlt. Ausserdem ist das La Corte del Lampone bekannt für seinen edlen Weinkeller.

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Leckeres Essen in edlem Ambiente bietet das Restaurant La Corte del Lampone. Bild: Anina Müller

In der Innenstadt von Cortina liegt auch die Pizzeria Il Ponte. Das Lokal ist das ganze Jahr über geöffnet und auf drei grosse Essensäle verteilt. Eine Spezialität der Pizzeria ist der Sojateig, dessen Rezept nur die Inhaber Luisella und Massimiliano kennen. 

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Pizza at it’s best: Die Pizzeria Il Ponte in der Innenstadt von Cortina. Bild: Anina Müller

Weitere gute Pizzen findet man in der Pizzeria Cinque Torri. Neben mehr als fünfzig Pizza-Varianten aus knusprigem Teig findet man hier Suppe, Antipasti und Salate.

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Über 50 verschiedene Pizzen gibts in der Pizzeria Cinque Torri. Bild Anina Müller.

Die Berghütte Rifugio Scoiattoli ist direkt neben dem Cinque Torri. Das Panorama auf diese Wände ist atemberaubend und die Küche bietet unter anderem traditionelle Gerichte. Eine Spezialität sind Nudeln, die mit Heidelbeeren aromatisiert werden.

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Tolle Übernachtungsmöglichkeit und Ausgangspunkt für Ausflüge an die Cinque Torri: Die Berghütte Rifugio Scoiattoli. Bild: Zvg

Camping, Berghütte oder Hotel

Cortina hat unzählige Campingplätze, die als Basislager für Tagestouren gebraucht werden können. Beispielsweise der Camping Rocchetta. Der Campingplatz liegt direkt an einem Fluss und verfügt über einen Whirlpool zur Entspannung nach einem strengen Tag.

Das Drei-Sterne-Hotel Serena hat 52 Zimmer und liegt ganz in der Nähe des Dorfkerns Cortinas. Im Sommer kann man im Garten des Hotels den Abend ausklingen lassen oder das Dorfzentrum erkunden, dass zu Fuss in fünf Minuten erreichbar ist.

Neben Hotels und Campingplätzen kann man in Cortina in einem der vielen Bed and Breakfasts oder einer Berghütte übernachten. Insbesondere bei den Berghütten ist es wichtig, diese im Voraus zu reservieren. Die E-Mail-Adressen und Telefonnummern findet man auf der Website dolomiti.org.

4 Gründe warum du deine nächsten Kletterferien in Cortina verbringen solltest

  • Die Anfahrt aus der Schweiz ist relativ kurz 
  • Die Steilen Wände rund um Cortina bieten über tausend Routen in jedem Schwierigkeitsgrad
  • Die Zustiege sind kurz und das Panorama absolut idyllisch
  • Das Essen ist unglaublich gut

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Credits: Titelbild Zvg

Bach