Anfang des Monats stellte der Schweizer Profialpinist Dani Arnold einen neuen Geschwindigkeitsrekord an der Grossen Zinne auf. In lediglich 46 Minuten und 30 Sekunden bezwang er die 550 Meter hohe Wand. Dani Arnold berichtet auf LACRUX, warum es ihm bei der Begehung nicht nur um die Rekordzeit ging.

Ein Gastbeitrag von Dani Arnold

“Dies ist nicht einfach eine weitere schnelle Begehung für mich! Nein, es bedeutet mir viel mehr. Denn ich war kurz zuvor überhaupt noch nicht fit zum Klettern. Die Expedition auf meinen ersten Achttausender, dem Broad Peak, machte mich müde und mein Kletterniveau sank auf einen Tiefpunkt!

Zum Anderen war dieses Projekt mit der Zeit des alten Rekordes von 1h 5min sehr anspruchsvoll zu unterbieten. Vor einiger Zeit noch habe ich gedacht, dass ich dies vermutlich nicht schaffe. Meine vielen anderen Speedbegehungen in den letzten Jahren, wie z.B. an der Grandes Jorasses-Nordwand (Walkerpfeiler), gaben mir aber Selbstvertrauen und die nötige Erfahrung.

“Ich war klettertechnisch auf einem Tiefpunkt.”

Dani Arnold

Dass es jetzt in dieser schnellen Zeit geklappt hat, hätte ich nicht gedacht. Ich war selbst überrascht und habe mich natürlich sehr gefreut. Bei der Begehung am 5. September 2019 war ein Fotograf mit dabei. Das war für mich sehr wichtig, denn ich wollte mit Bildern, Zeitraffer und Film beweisen, dass alles stimmt. Um die Geschichte komplett zu zeigen, war es aber nötig, einen weiteren Tag in der Route zu filmen. Dabei bin ich nicht mehr die gesamte Route ohne Seil geklettert und natürlich auch nie mehr so schnell. Aber ich glaube, der Aufwand hat sich gelohnt.

Klar bin ich sehr zufrieden mit dem ganzen Projekt. Eine solch’ imposante und steile Wand ohne Seil, ohne Sicherung und so schnell zu klettern, ist unbeschreiblich. Es geht aber nicht nur ums Technische, bei jedem Ausflug in die Dolomiten habe ich immer wieder neue, supernette Personen kennengelernt.

“Es ging mir nicht nur ums Technische.”


Dani Arnold

So viele sympathische Freunde auf der ganzen Welt zu haben, ist mindestens gleich viel wert wie meine Rekorde. Darum möchte ich mich hier bei allen herzlich bedanken. Jede und jeder hat einen Teil zum Ganzen beigetragen und ohne sie hätte ich es nicht geschafft. Die Natur, die Berge und das Draussensein verbindet die Menschen und ich möchte mich nochmals bedanken für jede Begegnung.”

Dani Arnold

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Credits: Titelbild Quattro Media / Mammut, Text Dani Arnold