Der Österreichische Alpenverein ÖAV hat Informationen veröffentlicht, die aufzeigen, auf was Bergsportbegeisterte beim Ausüben ihrer Disziplin in Zeiten von Covid-19 achten sollten.

Wie eine freudvolle Bergsportausübung in Zeiten von COVID-19 ab 1. Mai 2020 erfolgen kann, darüber haben sich Experten des Österreichischen Alpenvereins und der Naturfreunde in Zusammenarbeit mit dem Verband alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ) intensiv Gedanken gemacht.

Gemeinsam wurden Leitlinien erarbeitet, die altvertraute Sicherheitsvorkehrungen um zumutbare Maßnahmen erweitern, um so das Infektionsrisiko bei gemeinsamen Unternehmungen zu minimieren. Im Mittelpunkt stehen sieben Grundregeln, die um sportartspezifische Empfehlungen für die alpinen Kernsportarten ergänzt werden.

Touren wie diese am Zinalrothorn sind wieder möglich.

Grundregeln für den Bergsport

1. Risikobereitschaft zurücknehmen

Bei alpinen Unternehmungen deutlich unterhalb der persönlichen Leistungsgrenze bleiben. Bedenke die coronabedingten Risiken und Erschwernisse bei Rettungseinsätzen, sowie die zusätzliche Belastung der Spitäler. Mehr denn je gilt: Nur gesund in die Berge!

2. Mindestens 2 Meter Abstand halten

2 Meter, das sind etwas mehr als 2 Armlängen bei einem Erwachsenen. Einen Mund-Nasen-Schutz verwenden, wenn in Ausnahmefällen der Mindestabstand von 2 m unterschritten werden muss. Bestimmte Bergsportaktivitäten (z. B. Mountainbike) können auch größere Abstände erfordern (siehe unten).

3. Bergsport nur in Kleingruppen

Die konkrete Personenzahl hängt von der jeweiligen Bergsportart ab. Mit 10 Personen ist eine Obergrenze vorgegeben. Bedenke, dass es mit zunehmender Gruppengröße schwieriger wird, Abstand zu halten! Stark frequentierte Touren und Plätze meiden.

4. Gewohnte Rituale unterlassen

Beispielsweise Händeschütteln, Umarmungen, Trinkflasche anderen anbieten etc.

5. Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel mitnehmen

Neben der allgemeinen Notfallausrüstung gehören Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel für die nächste Zeit in den Rucksack.

6. Mund-Nasen-Schutz bei Fahrgemeinschaften

Zudem dürfen in jeder Sitzreihe einschließlich dem Lenker nur zwei Personen befördert werden. Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bevorzugen.

7. Im Notfall wie immer

Als Ersthelfer nach den allgemein üblichen Erste-Hilfe-Richtlinien vorgehen und zusätzlich einen Mund-Nasen-Schutz verwenden.

Endlich wieder raus. Endlich wieder in die Berge.

Sportartspezifische Empfehlungen

A) Bergwandern/Bergsteigen/Skitouren/Schneeschuhwandern

  1. Umsetzen der Grundregeln.

B) Sportklettern (Klettergärten) & Bouldern Outdoor

  1. Umsetzen der Grundregeln.
  2. Regelmäßiges Desinfizieren der Hände.
  3. Das Seil beim Klippen nicht in den Mund nehmen.
  4. Die eigene Ausrüstung verwenden: Expressschlingen, Sicherungsgerät, Seil.
  5. Partnercheck auf Distanz: Die Partner fordern sich gegenseitig zur Überprüfung von Knoten, Karabiner, Sicherungsgerät und Gurt auf und beobachten sich dabei gegenseitig.
  6. Spotten mit Mund-Nasen-Schutz und anschließender Desinfektion der Hände.
Beim Bouldern, respektive Spotten, sollte ein Mundschutz getragen werden.

C) Mehrseillängen/Alpinklettern/Hochtouren

  1. Umsetzen der Grundregeln.
  2. Maximal zwei Personen am Standplatz.
  3. Partnercheck auf Distanz: Die Partner fordern sich gegenseitig zur Überprüfung von Knoten, Karabiner, Sicherungsgerät und Gurt auf und beobachten sich dabei gegenseitig.
  4. Hände desinfizieren vor und nach einer Klettertour.

D) Klettersteig

  1. Umsetzen der Grundregeln.
  2. Verzicht, wenn bereits mehrere am Steig unterwegs und Staus absehbar sind.
  3. Rücksichtnahme und Abwarten am Einstieg.
  4. Geschwindigkeit so wählen, dass man nicht auf andere Personen aufläuft.
  5. Überholen nur, wo die Abstandsregel eingehalten werden kann und kein Sicherungsbedarf besteht (Absätze, Bänder).
  6. Ausstiegsbereich nach Beendigung des Klettersteigs rasch verlassen.
  7. Klettersteige nicht in der Gegenrichtung begehen.
  8. Klettersteig-Handschuhe verwenden.

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Credits: Text Österreichischer Alpenverein

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