Am 30. April entschied die IFSC über die Vergabe sogennanter Tripartite-Tickets (LACRUX berichtete). Damit platzte für die Olympia-Anwärter Stefano Ghisolfi und Fanny Gibert der Traum einer Teilnahme abrupt. Wir haben mit Stefano Ghisolfi über den Entscheid der IFSC gesprochen.

Ein Gespräch mit dem italienischen Kletterprofi Stefano Ghisolfi

Was hältst du von der Entscheidung der IFSC über die Vergabe der Tripartite-Tickets?

Die Entscheidung über die Tripartite-Tickets hätte eigentlich nach den Europameisterschaften gefällt werden sollen. Damit hätten alle eine Chance gehabt, sich dank eines Wettkampfes für die Olympischen Sommerspiele zu qualifizieren. Ich denke jedoch, dass dieses Jahr keine Wettkämpfe stattfinden werden. Die Entscheidung wäre also früher oder später sowieso gefallen.

Wirst du trotzdem an den Europameisterschaften in Moskau teilnehmen?

Sollte der Wettkampf nächstes Jahr stattfinden, so werde ich in der Disziplin Lead teilnehmen. Da ich mich nicht mehr für Olympia qualifizieren kann, bringt es nichts, wenn ich in allen Disziplinen teilnehme.

Wie verändern sich mit der Entscheidung der IFSC deine Kletterziele für das laufende Jahr?

Meine Kletterziele fürs laufende Jahr haben sich aufgrund der Corona-Pandemie bereits stark verändert. Ich habe mich so oder so schon entschieden, mich vermehrt auf Projekte am Fels zu konzentrieren. Das ist wahrscheinlich am sichersten in der jetzigen Zeit. Die Entscheidung der IFSC hat mich nun zusätzlich darin bestärkt, mich aufs Felsklettern zu konzentrieren.

Wenn wir gerade von Kletterzielen sprechen. Covid-19 hat das Leben aller stark verändert. Deines speziell, da deine Partnerin zur Risikogruppe gehört und Italien stark von der Pandemie betroffen ist. Wie gehst du mit der Situation um?

Bis letzten Sonntag durften wir unser Haus nicht verlassen. Ab dem 4. Mai 2020 dürfen wir wieder raus und vielleicht können wir dann auch wieder draussen klettern. Das ist noch nicht ganz klar. Vielleicht wird es auch erst ab dem 18. Mai 2020 möglich sein. Ich möchte gerne wieder am Fels klettern gehen und dabei grössere Ansammlungen vermeiden. Wir müssen nun verantwortungsvoll mit der Situation umgehen. Für den Moment bin ich aber froh, dass ich in meiner Garage trainieren und fit bleiben kann.

Herzlichen Dank für das Gespräch, Stefano!

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Credits: Titelbild Stefano Ghisolfi

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