In unserer Serie zum Thema Mikroabenteuer zeigen euch Daniel Zuberbühler und Pascal Haltiner von Fajro, was es für ein Mikroabenteuer braucht und stellen Ideen für Ausflüge vor. Im heutigen Beitrag nehmen euch die beiden mit in den Untergrund, in eine Höhle. Sie zeigen, was es für das Erkunden von Höhlen benötigt und worauf ihr achten müsst.

Ein Beitrag von Daniel Zuberbühler und Pascal Haltiner von Fajro – mit Unterstützung von Seat to Summit

Ausgerüstet mit einer Stirnlampe eine Höhle zur erkunden und die Dunkelheit zu erfahren, so dass ihr nicht mal mehr die eigene Hand vor dem Augen erkennen könnt, ist eine aussergewöhnliche Erfahrung. Eine Unmenge geheimnisvoller Orte warten unter der Erdoberfläche, um von euch entdeckt und erforscht zu werden

Beim Erkunden von Höhlen entdeckt ihr im Lichtkegel eurer Stirnlampe neue Welten und viele spannende Überraschungen. Damit ihr Höhlen auf eigene Faust erkunden könnt, geben wir euch einige Tipps und zeigen, wie ihr am einfachsten Höhlen in eurer Nähe findet.

Kurz die Sonne geniessen, bevor es ab in den Untergrund geht.

So findest du eine Höhle für nächstes Mikroabenteuer

Stille und Dunkelheit, enge Felsspalten und grosse Höhlenkammern, kühle Temperaturen und lichtscheue Tiere. Das Erkunden einer Höhle ist ein richtig cooles Mikroabenteuer.

Ziemlich sicher gibt es ganz in deiner Nähe eine Höhle.

Um die Höhle für euer nächstes Mikroabenteuer zu finden, gibt es dank Overpass Turbo ein hilfreiches Tool, dass euch alle in OpenStreetMap gelisteten Höhlen in eurer Nähe anzeigt. Stellt die Karte auf eure Wohnregion und klicke danach auf «Ausführen». Die Höhlen werden auf der Karte mit einem blauen Kreis gelistet.

Darauf musst du achten, wenn du eine Höhle auf eigene Faust erkunden willst

Bevor es losgeht und ihr euch ins nächstes Mikroabenteuer stürzt, geben wir einige Tipps mit auf den Weg. Die Gefahren und Risiken einer Höhlenerkundung lassen sich nur bedingt kalkulieren. Höhlen sollte man deshalb nie unterschätzen. Wer sich in eine Höhle begibt, betritt eine Welt mit den höhlentypischen Gefahren wie Dunkelheit, Kälte, Nässe, Steinschlag, Engstellen und einem teilweise unübersichtlichen und labyrinthartigen Gelände.

Und da es in Höhlen keinen Handyempfang gibt, ist man im Falle eines Notfalls, ganz auf sich selbst gestellt. Den Mut haben, auch mal umzukehren, bevor man das Ende der Höhle erreicht, muss dabei das Credo sein.

Handyempfang – Fehlanzeige. Hier bist auf die alleine gestellt.

Diese Ausrüstung braucht es für dein Höhlenerkundung

Wie bei jedem Mikroabenteuer empfehlen wir euch so wenig wie möglich aber auch so viel wie nötig mitzunehmen. 

  • Begleitung: Höhlen sollten nicht alleine erkundet werden. Wir empfehlen euch mindestens zu zweit, besser sogar zu dritt in dieses Mikroabenteuer aufzubrechen. So seid ihr im Falle eines Notfalls besser gerüstet. 
  • Stirn- und Taschenlampen: Neben der Begleitung sind Lampen das Wichtigste. Wir empfehlen euch zwei Lampen pro Person einzupacken. Eine Stirnlampe und eine leistungsstarke Taschenlampe. Setzt zuvor noch frische Batterien ein oder checkt, ob die Akkus auch wirklich vollständig geladen sind.
  • Kleidung und Ausrüstung, die euch vor Kälte und Nässe schützt: Die Lufttemperatur in Höhlen ist das ganze Jahr hindurch meist zwischen 6 und 10 Grad. Zudem ist es oft relativ feucht und es tropft von der Decke. Denkt daran, dass allfällige Kriech- und Kraxelstellen eure Kleidung und Ausrüstung relativ stark beanspruchen können. Wir packen deshalb die gesamte Ausrüstung, die wir nicht tragen, in den Hydraulic Dry Pack 35l. Alternativ kann auch ein Rollbeutel (Ultra-Sil View Drysack) verwendet werden.
  • Helm: In Höhlen gibt es immer wieder Engstellen zu überwinden. Damit danach euer Schädel nicht brummt, empfehlen wir das Tragen eines Kletterhelmes. Zudem ist es aufgrund der Feuchtigkeit rutschig – ein Grund mehr, einen Helm zu tragen.
  • Erste Hilfe Set: Ein erste Hilfe Set ist bei uns auch immer dabei. Wasserdicht verpackt im First Aid Dry Sack.
  • Wir hatten bei unserer Tour auch unser Kochset (Sigma-Pfannen von Seat to Summit) dabei. Weiter unten erklären wir euch, wie man eine Pizza in der Pfanne zubereitet.

Abenteuer pur in der Furgglen-Höhle im Alpstein

Wir haben uns auf den Weg gemacht und für euch eine erste Höhle erkundet. Nach der Höhlenabfrage bei Overpass Turbo haben wir uns für die Furgglen-Höhle entschieden und uns in den Zug nach Brülisau gesetzt. Angekommen in Brülisau trennten uns nur noch 800 Höhenmeter vom Höhleneingang.

Nach knapp zwei Stunden haben wir den Eingang der Höhle erreicht und machten uns bereit für das bevorstehende Abenteuer. Die Furgglen-Höhle ist eine der grössten Höhlen im Alpsteingebirge und auf einer Länge von 456 Metern erforscht.

Die Eingangsstelle wirkt recht bescheiden doch gleich dahinter befindet sich der erste richtig schöne und grosszügige Höhlendom.

Es folgt eine kurze Engstelle und eine kleine Kraxelpassage und schon sind wir in der nächsten Höhlenkammer. Wir machen für einen Moment die Stirnlampen aus – völlige Dunkelheit – unmöglich die Hand, die sogar die Spitze der Nase berührt, zu erkennen. Wir machen die Lampen wieder an und wagen uns weiter ins Innere.

Im Lichtkegel der Lampen eröffnen sich schöne Felsformationen und kleine Stalaktiten.

Immer mal wieder muss man sich klein machen für eine Engstelle, aber gleich danach gibt es wieder eine grosse Kammer zu entdecken. Nach ungefähr 15 Minuten befinden wir uns in einer grossen Höhlenkammer. Der weitere Weg führt nun durch ein dunkles Loch, welches nur robbend überwunden werden kann. Diese Engstelle ist uns ein bisschen zu eng und damit das Ende unserer Erkundungstour in der Furgglen-Höhle. Wir machen uns auf Rückweg und freuen uns schon auf die Pfannenpizza.

Pfannenpizza als wohlverdiente Mahlzeit nach dem Mikroabenteuer “Höhle”

Eine Höhlenerkundung soll mit einem schönen Outdoor-Essen belohnt sein. Wieso nicht mit einer Pizza? Das Einzige was ihr dafür benötigt ist ein Kocher, eine Bratpfanne und die Zutaten. Das Rezept ist ganz einfach: Etwas Mehl in die Pfanne geben, den Pizzateig in der Pfanne beidseitig leicht anbraten bis er leicht bräunlich wird.

Pizzateig in der Pfanne zubereiten

Sobald der Teig soweit ist, den Kocher kurz ausschalten. damit euch die Pizza nicht verbrennt, während ihr sie am Belegen seid. Belegt denPizzateig nun auf der heisseren Seite mit euren Wunschzutaten. Danach stellt ihr den Kocher wieder an und backt die Pizza in 3-5 Minuten auf kleiner Flamme fertig. Damit der Käse gut schmilzt, empfehlen wir euch, die Bratpfanne zuzudecken. Buon appetito!


Artikelserie mit Ideen und Tipps für Mikroabenteuer

Nun seid ihr an der Reihe. In den kommenden sechs Monaten werden wir dir, mit Unterstützung von Sea to Summit, jeweils ein Mikroabenteuer pro Monat vorstellen und lassen dich damit eintauchen in die Welt der Mikroabenteuern. Wir geben dir im Rahmen unserer Artikelserie bis Ende Jahr monatlich Tipps für deine Outdoor-Ausflüge. Bis dahin: Ruf deinen Freund an oder begeistere deine Freundin, zieh los mit deiner Familie und pack deinen Rucksack. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ein kleines grosses Abenteuer. Wir sehen uns draussen!


Fajro ist spezialisiert auf Erlebnispädagogik und handlungsorientiertes Lernen, Naturcoaching, die Begleitung von Entwicklungsprozessen und das gemeinsame Begehen von neuen Wegen. Wir sind Draussen unterwegs und machen uns die Natur als lebendigen Erfahrungsraum zu nutze.

Wenn wir von Fajro von Mikroabenteuer sprechen, dann meinen wir das lustvolle und spielerische Eintauchen in die Natur. Ein Eintauchen, welches alle Menschen ob jung oder alt über kurz oder länger aus dem Alltagstrott entführt – hinein in eine Welt voller Entdeckungsreisen und Entschleunigung. Mikroabenteuer sollen die kleinen Wunder erschliessen die oft ungesehen vor der Haustüre liegen und Einzelpersonen oder aber auch Familien inspirieren vermehrt nach Draussen zu gehen. Zeit für sich alleine, unter Freunden und Freundinnen oder für die Familie zu haben ist in unserer gegenwärtigen Realität fast schon so wertvoll wie Gold und wenn man zu wenig Zeit für grosse Abenteuer hat, dann soll man diese einfach kleiner machen. Mit der Artikelserie möchten wir euch Menschen einladen mutig nach draussen zu gehen und in viele Mikroabenteuer einzutauchen.

www.fajro.ch

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