Jonas Schild wiederholt Trad-Klassiker Le Voyage (E10, 7a)

Der Schweizer Bergführer und Kletterer Jonas Schild startet mit einer Wiederholung der schwierigen Trad-Route Le Voyage (E10, 7a) ins neue Jahr. Seine persönliche Reise verlief alles andere als geplant. Doch wie heisst es so schön: Unverhofft kommt oft.

Als Jonas Schild den letzten Abschnitt von Le Voyage (E10, 7a) erreicht, steigt seine Nervosität. Die Passage ist nicht mehr sehr schwierig, dafür mental anspruchsvoll, da man einen weiten Runout an losem Fels klettern muss. «Mit gepumpten Armen und Angst im Nacken ging auch diese Stelle ohne Sturz und ich konnte kurz vor Sonnenuntergang den Stand klippen. Quelle Voyage.»

Die von James Person erstbegangene Trad-Route Le Voyage in Annot zählt zu den schwersten der Welt und ist an Ästhetik kaum zu übertreffen. Bild: Carmen Gasser
Die von James Person erstbegangene Trad-Route Le Voyage in Annot zählt zu den schwersten der Welt und ist an Ästhetik kaum zu übertreffen. Bild: Carmen Gasser

Le Voyage: Der ursprüngliche Plan

Vergangenen Herbst, gerade zurück von seiner Expedition nach Indien, legte Jonas Schild während eines Kurztrips erstmals Hand an die einzigartige Linie in Annot. «Zu meiner Überraschung lief es ganz gut und ich konnte Le Voyage bereits am zweiten Tag Toprope klettern», erinnert er sich.

So entstand der Plan, den ausserordentlich warmen Winter in Europa zum Positiven zu nutzen, und in der ersten Neujahrswoche die Trad-Route erneut auszuchecken und dann zu klettern.

Schwer bleibt schwer: Je nach Bewertungsskala checkt die Trad-Route Le Voyage bei E10, 7a oder 8b+ ein. Bild: Daniel Bleuer
Schwer bleibt schwer: Je nach Bewertungsskala checkt die Trad-Route Le Voyage bei E10, 7a oder 8b+ ein. Bild: Daniel Bleuer

Wie es wirklich kam

«Bereits auf dem Weg nach Annot merkte ich, das ich krank wurde», erzählt Jonas Schild. Dank viel Ingwer und Vitaminen sei es ihm gelungen, die Route wenigstens zwei Tage lang auszuprobieren und einen guten Versuch vom Boden aus machen zu können.

«Am ersten Ruhetag ging es mir richtig schlecht, sodass ich am Morgen des dritten Klettertages beschloss ich, es nicht zu versuchen.» Als sie am späteren Nachmittag zur Wand gingen, um das dort deponierte Material zu holen, konnte Jonas Schild es dann aber doch nicht bleiben lassen.

«Unterhalb der Wand stehend, konnte ich es nicht akzeptieren, nach Hause zu gehen, ohne es trotzdem versucht zu haben.»

Jonas Schild

Also wärmte er sich am Griffbrett auf und stieg ein. Bereits im leichteren unteren Teil habe er gespürt, dass es die richtige Entscheidung war. «Völlig zu meiner Überraschung hing ich plötzlich an den Slopern oberhalb der Crux. Jetzt war ich richtig nervös.» Doch der Bergführer, Alpinist und Kletterer behielt die Nerven und erreichte kurz vor Sonnenuntergang den Stand.

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Credits: Titelbild Daniel Bleuer

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