Kletterbegriffe-Lexikon: dein Spickzettel für den Kletterurlaub im Ausland

Was hieß gleich nochmal Umlenker auf Spanisch? Und wie warne ich vor Steinschlag auf Italienisch? Wir präsentieren euch ein Lexikon der wichtigsten Kletterbegriffe, die man im Kletterurlaub häufig gebraucht – übersetzt auf Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch.

Wer Kletterurlaub im Ausland macht, kommt heute mit Englisch meistens gut durch. Trotzdem kann es sein, dass im Topo oder im Gespräch mit Locals der eine oder andere Begriff auftaucht, aus dem man nicht sofort schlau wird.

Wir haben für euch die gängigsten Übersetzungen der wichtigsten Kletterbegriffe gesammelt und als »Spickzettel« von A bis Z sortiert. Mit diesem Lexikon seid ihr für den nächsten Urlaub in den meisten Gebieten gewappnet. Weiter unten findet ihr außerdem alles Wichtige rund um den (alpinen) Notruf im europäischen Ausland.

Lexikon: nützliche Kletterbegriffe auf Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch

Die Liste wurde mit Unterstützung von Kletterinnen und Kletterern aus Frankreich, Italien und Spanien erstellt. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass es je nach Kontext und Sprache manchmal unterschiedliche Übersetzungsmöglichkeiten für einen Begriff geben kann.

Falls dir trotzdem etwas nicht richtig vorkommt, freuen wir uns über einen Hinweis an [email protected].

🇩🇪🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿🇫🇷🇮🇹🇪🇸
Abseilenrappeling/
abseiling
descendre en rappeldiscesa in corda doppiarápel
Achtung!watch out!attention!attenzione!cuidado!
(Band)schlingesling(anneau de) sangle fettucciacordino/
aro cosido
Bohrhaken (allg.)boltancragespit/chiodochapa/parabolt
Klebehakenglued-in boltbroche scelléechiodo resinato(anclaje) químico
Spreizankerexpansion boltgoujon à expansionfix/spitanclaje mecánico
Dach/Überhangroof/overhangtoit/déverstetto/strapiombotecho/desplome
Einstiegstartdépartattaccoinicio
Expressequickdrawdégainerinviocinta express
Felsrockrocherrocciaroca
Fingerfingerdoigtditodedo
Fingerlochpockettroubuco/tascaagujero
Fixseilfixed ropecorde fixecorda fissacuerda fija
Gefahrdangerdangerpericolopeligro
Gurtharnessbaudrierimbrago/
imbracatura
arnés imbrago
Halbmastwurf (HMS)munter hitchdemi-cabestanmezzo barcaiolonudo dinámico
Halbseilhalf ropecorde à doublemezza cordacuerda doble
Henkeljugbacmanigliacazo
Hilfe!help!au secours!
/a l’aide!
aiuto!ayuda!
Karabinercarabinermousquetonmoschettonemosquetón
Knotenknotnœudnodonudo
Leistecrimpréglettetaccaregleta
Loser Felsloose rockrocher instableroccia instabileroca suelta
Notfallemergencyurgenceemergenzaemergencia
Notrufemergency callappel d’urgencechiamata d’emergenzallamada de emergencia
Platteslabdalleplaccaplaca
Risscrackfissurefessurafisura
Sanduhrthreadlunuleclessidrapuente de roca
Schwierigkeitsgraddifficulty/gradeniveau de difficultégrado di difficoltàgrado de dificultad
Seilropecordecordacuerda
Seillängepitchlongueurtirolargo
Seilschaftrope teamcordéecordatacordada
Sichernbelayassurerassicurareasegurar
Sicherungsgerätbelay devicesystème d’assuragedispositivo di assicurazionedispositivo de aseguramiento
Sintertufacolonne de tuf/tuftufa/canachorrera
Spaltecrevassecrevassecrepacciogrieta
Stand (Bezeichnung, nicht Ruf »Stand!«)belay stationrelaissostareunión
Steinschlagrockfall
(»rock!«)
chute de pierres
(»pierre!«)
caduta di pietre/roccia
(»roccia!«)
caída de piedras/rocas
(»roca!«)
Sturzfallchutecadutacaída
Umlenkertop anchorrelais de descentesosta (di calata)reunión de descenso
Verschneidungdihedraldièdrediedrodiedro
Vorstieglead climbingescalade en têtearrampicata da primoescalada de primero
Wandwallparoiparetepared
Zustiegapproachapprocheavvicinamentoaproximación
Klettern in Siurana, Spanien | Bild: Adobe Stock/Standardlizenz, Bild-ID 495582747

Notfall im Urlaub: diese Nummern solltet ihr kennen

Die 112 ist der europaweite, gebührenfreie Notruf für Krankenwagen, Polizei und Feuerwehr. Er ist direkt mit der örtlichen Rettungsleitstelle verbunden, die bei Bedarf die Bergrettung alarmiert.

In manchen Ländern gibt es zusätzlich direkte Alternativen:

  • Frankreich: 15 (medizinischer Notruf SAMU)
  • Griechenland: 166 (Nationale Zentrum für Notfallhilfe EKAB)
  • Liechtenstein: 144 (Bergrettung)
  • Österreich: 140 (Alpin-Notruf)
  • Schweiz: 1414 (Rega) 
  • Spanien: 062 (Guardia Civil)

Beim Notruf: W-Fragen beachten

  • Wo: Genaue Beschreibung des Standorts (Gipfel, Tal, markante Punkte oder GPS Koordinaten)
  • Was: Art des Notfalls, Bedingungen vor Ort
  • Wie viele: Anzahl der Verletzten oder Vermissten
  • Welche Verletzungen: Art der Verletzungen (z.B. Brüche, Bewusstlosigkeit)
  • Warten: Am Telefon bleiben für eventuelle Rückfragen der Retter, Telefon nicht ausschalten!
Bei Notfällen – gerade im alpinen Gelände – hilft manchmal nur die Flugrettung | Bild: Wikipedia / Tobias Klenze / CC BY-SA 3.0

Alpines Notsignal

Falls es keinen Empfang gibt oder der Akku leer ist, könnt ihr mit dem international standardisierten alpinen Notsignal um Hilfe rufen. Wichtig: Das alpine Notsignal hilft nur dann, wenn auch die Aussicht besteht, tatsächlich von anderen bemerkt zu werden.

  • Hör- oder sichtbares Zeichen, sechs Mal innerhalb einer Minute (Rufen, Stirnlampe, Winken mit z.B. Biwaksack)
  • Signal jeweils nach einer Minute Pause wiederholen
  • Antwortzeichen erfolgt drei Mal pro Minute und wird ebenfalls nach einer Minute Pause wiederholt

Grundsätzlich gilt: In den meisten gut besuchten Klettergebieten Europas kann man sich heute auf effiziente Rettungsketten verlassen. Trotzdem gibt es weiterhin Regionen, in denen Rettungsdienste länger für eine Bergung brauchen können. Das gilt insbesondere für sehr abgelegene Klettergebiete oder für Länder, in denen Rettungsinstitutionen nur wenig finanzielle Unterstützung erhalten.

Im März 2026 zeigte ein Kletterunfall mit tödlichem Ausgang auf Kalymnos, dass es auch in Europa nicht immer selbstverständlich ist, im Notfall schnell gerettet zu werden. Egal wo die Reise hingeht: Wir empfehlen allen Kletterinnen und Kletterern immer das Mitführen eines Erste-Hilfe-Sets und das Tragen angemessener Sicherheitsausrüstung (Helm!).

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Credits Titelbild: Adobe Stock/Standardlizenz, Bild-ID 216031962

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