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Wer sich Gedanken über den Bau einer Kletterwand oder Boulderwand macht, dem möchten wir einige Tipps mit auf den Weg geben. Bevor sich nun einige von euch ausklinken: Es braucht keine Turnhalle oder Scheune, um eine Trainingswand zu bauen. So was ist auch in einer Wohnung oder Garage möglich.

Um eine eigene Trainingswand in den eigenen vier Wänden oder draussen im Garten zu bauen braucht es nicht viel: Einen mehr oder minder freien Raum, Holzplatten, Griffe, eine Polsterung für das Sturzgelände und einige Entscheidungen vor dem Ansetzen der Säge und Bohrmaschine.

Der Platz für deine Kletterwand – drinnen oder draussen

Als erstes muss geklärt werden, ob die Kletterwand in einem Gebäude/Raum oder draussen im Freien stehen soll. Wer eine Wand im Aussenbereich konstruieren will, der muss spezielle Materialien verwenden und sich gut überlegen, wie das Grundgerüst der Wand konstruiert wird – dies vor allem bei freistehenden Kletterwänden.

Die Grundkonstruktion deiner Kletterwand oder Boulderwand

Zentrales Element einer Kletterwand sind die Holzplatten. Diese sollten, natürlich abhängig von der Bauweise der Grundkonstruktion, mindestens 20mm dick sein. Am besten eignen sich Mehrschichtplatten. Auf die Grundkonstruktion gehen wir an dieser Stelle nicht im Detail ein, weil diese von sehr vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Faktoren wie Raumgrösse, Neigung der Wand, Festigkeit der Wände oder Decken, etc. beeinflussen den Aufbau der Grundkonstruktion.

Wichtig: Kommt die Kletterwand im Aussenbereich zu stehen, so können keine normalen Mehrschichtplatten verwendet werden. In diesem Fall müsst ihr Siebdruckplatten mit ihrer wetterbeständigen Verleimung verwenden.

Wunderschön verarbeitet - Der Griff von Hard Wood Holds.
Wunderschön verarbeitet – Der Griff von Hard Wood Holds.

Neigung der Kletter- oder Boulderwand

Wie steil ihr eure Boulderwand baut, hängt unter anderem davon ab, worauf ihr abzielt. Hierzu einige Beispiele:

  • Baut ihr eine Wand mit einer Neigung von 15 Grad, so müsst ihr mit sehr kleinen Leisten und schlechten Griffen arbeiten, um einen gewissen Schwierigkeitsgrad zu erreichen. Zudem ist die Körperspannung weniger gefordert als in einer 40 Grad überhängenden Wand.
  • Baut ihr eine Wand die 40 Grad überhängt, so könnt ihr kaum ein Training an klitzekleinen Leisten absolvieren, ausser ihr klettert bereits auf einem hohen Niveau.
  • Das Moonboard, eine Bauanleitung findet ihr weiter unten, hat zum Beispiel eine Neigung von 40 Grad. Das Training am Moonboard ist entsprechend brutal.

Eine andere Option ist natürlich eine in der Neigung verstellbare Wand. Werden euch den Griffen in einer Neigung von 15 Grad zu einfach, so verstellt ihr ganz einfach die Neigung und schon sieht die Geschichte ganz anders aus. Die Konstruktion einer verstellbaren Wand ist aber komplexer, ausser ihr habt eine bombenfeste Betonmauer, an der ihr eine zentrale Verankerung anbringen könnt. Dann ist eine verstellbare Wand sogar einfacher zu bauen als ein komplexes Holzgerüst.

Hier kamen verleimte Siebdruckplatten mit Edelstahlmuttern zum Einsatz.
Hier kamen verleimte Siebdruckplatten mit Edelstahlmuttern zum Einsatz.

Fläche der Kletterwand

Grundsätzlich kann natürlich gesagt werden “the bigger, the better”. An einer Wand mit einer Länge von 3 Metern und einer Breite von 2.5 Metern kann aber schon ganz ordentlich trainiert werden. 4 Meter Länge ist noch ein Tick besser.

Die Klettergriffe und ihre Anordnung

Bevor ihr eure Griffe überhaupt montieren könnt, braucht es Bohrlöcher. Hier empfiehlt sich ein Abstand von plus/minus 20 Zentimetern. Bei einem 15-cm-Raster muss mit 50 Einschlagmuttern pro Quadratmeter gerechnet werden, bei einem Abstand von 25 Zentimetern sind es circa 25 Einschlagmuttern. Das Lochraster kann entweder versetzt oder gleichmässig gebohrt werden.

Um euer Training möglichst vielseitig zu gestalten empfehlen wir euch, Griffe möglichst verschiedener Hersteller und in unterschiedlichen Materialien zu verwenden. Folgende Griffformen solltet ihr an eurer Wand montieren:

  • Leisten
  • Sloper
  • Löcher
  • Zangen

Bei den Materialien verhält es sich wie bei den Formen. Je mehr Auswahl, desto besser. Für unsere Aussenwand haben wir mehrheitlich Kunstgriffe von Flathold und Kitka verwendet. Die Modelle, die wir gewählt haben, sind nicht all zu rau und entsprechend nicht so aggressiv für die Fingerhaut.

Von Kitka sind die orangen Griffe - perfekt für deine Leistenpower.
Von Kitka sind die orangen Griffe – perfekt für deine Leistenpower.

Auf Holzgriffe mussten wir grösstenteils verzichten, da sich diese nicht für den Aussenbereich eignen, auch wenn die Wand überdacht ist. Das Risiko von Rissen in den Holzgriffen durch die permanente Feuchtigkeit und die Temperaturunterschiede ist zu gross. Wer aber eine Wand in einem Zimmer oder einer Garage plant, dem empfehlen wir Holzgriffe wärmstens. Holzgriffe sind hautschonender als Kunstgriffe.

Die Griffe von beastmaker sind mit ihrer Abrundung angenehm und trotzdem fies.
Die Griffe von beastmaker sind mit ihrer Abrundung angenehm und trotzdem fies.

Ganz abgefahren: Klettergriffe aus echtem Granit

Eine weitere Möglichkeit bieten Griffe aus echtem Granit, wie sie Nature Climbing anbietet. Das Gefühl an echtem Fels zu trainieren, hat uns sehr überzeugt. An unserer Aussenwand haben wir sogar einen Magic-Wood-Klassiker mit den Granit-Griffen von Nature Climbing nachgebaut. Doch nicht nur das Feeling ist wie am richtigen Fels, auch die Belastung für die Fingerhaut ist an den kleinen Felsleisten wie draussen in der Natur.

Wie am Fels - das Gefühl als auch die Belastung für die Haut
Wie am Fels – das Gefühl als auch die Belastung für die Haut.

Unbedingt Einschlagmuttern aus Edelstahl für Aussenwände verwenden

Für die Montage der Klettergriffe sind Einschlagmuttern nötig. Für eine Wand im Aussenbereich müsst ihr bei den Einschlagmuttern zu den teureren Edelstahl-Versionen greifen. Die Investition lohnt sich, weil normale Einschlagmuttern bald einmal rostig werden und ihr eure Griffe womöglich nicht mehr umschrauben könnt.

So können Griffe angeordnet werden

Einige schwören darauf, die Griffe ihrer Boulder- oder Kletterwand symmetrisch anzuordnen. Das ist grundsätzlich ein sehr spannendes Konzept. So kann zuerst ein Boulder in der linken Variante geklettert werden und anschliessend in derselben Griffabfolge in der rechten Variante. Der Nachteil: Jeder Griff wird doppelt gebraucht und die Gesamtanordnung ist weniger abwechslungsreich.

Da wir im Falle einer Kletterwand im Privatbereich sprechen und die Platzverhältnisse eher beschränkt sind, empfehlen wir eine willkürliche Anordnung der Griffe. Achtet auch darauf, dass die Griffe nicht nur horizontal angebracht werden, sondern in alle Richtungen  – Untergriffe nicht vergessen!

Ein guter Tipp ist zudem, Tritte in verschiedenen Farben zu montieren.

So könnt ihr Boulder X einmal nur mit Tritten in der Farbe A und dann nur mit Tritten der Farbe B klettern. So variiert die Schwierikeit des definierten Boulders ziemlich schnell, ziemlich stark. Bringt übrigens genügend kleine Tritte an, die nicht so einfach zu stehen sind, wie Griffe. So habt ihr die Möglichkeit einen Boulder zuerst mit grossen Tritten/Griffen zu machen und dann nur noch mit kleinen Tritten zu probieren.

Braucht es in jeder Wand - Zangengriffe wie hier von Tension Climbing.
Braucht es in jeder Wand – Zangengriffe wie hier von Tension Climbing.

Das Sturzgelände deiner Trainingswand

Die Fläche unterhalb deiner Trainingswand muss natürlich entsprechend gesichert werden. Eine Option ist es, bestehende Crashpads zu verwenden. Ein Crashpad wird dir aber nicht reichen und bei mehreren Pads hast du auch mit den Spalten zwischen den Pads zu kämpfen. Besser eignen sich natürlich Sprungmatten aus dem Turnbereich. Diese können meist auch im Aussenbereich verwendet werden, haben aber ihren Preis. Alternativ, nur im Innenbereich, könnt ihr ganz einfach alte Matrazen als Polsterung verwenden

Ein herzliches Dankeschön

Wir haben eine Outdoor-Kletterwand für unser eigenes Training und für Kundenbesuche gebaut. Die folgenden Hersteller von Klettergriffen haben uns mit ihren Produkten dabei unterstützt.

beastmaker logo

flathold logo

hard wood holds logo

kitka climbing holds logo

nature climbing logo

tension climbing logo

Holzgriffe indoor getestet

Die Holzgriffe von Tension Climbing, Hard Wood Holds und beastmaker haben wir an der Trainingswand der Kletterhalle St. Gallen getestet. Philippe Allenspach, Routenbauer und Nachwuchstrainer, hat uns einige Tipps mit auf den Weg gegeben. Merci!

An dieser verstellbaren Wand haben wir die Holzgriffe von beastmaker, Tension Climbing und Hard Wood Holds verbaut
An dieser verstellbaren Wand haben wir die Holzgriffe von beastmaker, Tension Climbing und Hard Wood Holds verbaut.

Anleitung für den Bau eines Moonboards

Beim Moonboard handelt es sich um eine standardisierte Trainingswand, die mittlerweilen oft in Kletter- und Boulderhallen anzutreffen ist. Mittels App und LED’s in der Wand, kannst du Boulder selbständig definieren und mit der Klettercommunity teilen. Wer sich ein Moonboard bauen will, der findet hier eine Bauanleitung.

Du willst mehr übers Training erfahren?

Weitere Trainingstipps findest du hier.

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