Im Oktober 2020 stürzte Molly Mitchell beim Versuch, die Route Crank it (5.13+ R/X) Trad zu klettern aus zehn Metern Höhe auf den Boden und brach sich zwei Wirbel im unteren Rücken. Eineinhalb Jahre später kehrt sie an den Ort des Geschehens zurück und stellt sich ihren Dämonen.

«Am 16. Mai ging mein zwei Jahre andauerndes Trad-Projekt zu Ende, bei dem ich nicht mal ansatzweise das Ausmass ausdrücken kann, was es mir bedeutet», schreibt Molly Mitchell nach ihrer erfolgreichen Begehung der Route Crank it (5.13+ R/X) in Boulder Canyon im Trad-Stil. Wieviel Ernsthaftigkeit in dieser Linie steckt, verrät der Suffix R/X, der in der Amerikanischen Skala dafür steht, dass ein Sturz zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod führen kann.

Nach ihrem fatalen Sturz im Oktober 2020 kämpfte sich Molly Mitchell Schritt für Schritt ins Leben zurück und begann mit der Zeit, auch wieder an ihrem Projekt zu arbeiten. Mitte Mai gelang es ihr, einen Schlussstrich zu ziehen und die Linie Trad zu klettern.

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Molly Mitchell in Crank it (5.13+ R/X) in Boulder Canyon. Bild: Cedar Wright

«Am 16. Mai ging mein zwei Jahre andauerndes Trad-Projekt zu Ende, bei dem ich nicht mal ansatzweise das Ausmass ausdrücken kann, was es mir bedeutet.»

Molly Mitchell

Sie habe die härtesten eineinhalb Jahre ihres Lebens hinter sich, nachdem sie sich den Rücken gebrochen hatte, sagt Molly Mitchell. «Körperlich, ja, aber vor allem mental.» Darum sei es für sie die persönlich bedeutsamste Reise und Leistung ihre Lebens, Crank it nach all dem Erlebten klettern zu können. «Ich habe gegen so viele innere Dämonen gekämpft, um hierher zu gelangen.»

«Dies ist die persönlich absolut bedeutsamste Reise und Leistung meines Lebens.»

Molly Mitchell

Molly Mitchell und der schlimmste Sturz ihres Lebens

An den Tag ihres Unfalls erinnert sich die Amerikanerin noch genau. «Am Donnerstag, 1. Oktober 2020, hatte ich den schlimmsten Sturz meines Lebens. Während eines Durchstiegsversuchs stürzte ich etwa zehn Meter, riss vier mobile Sicherungen heraus und schlug auf dem Boden auf.» Glücklicherweise landete sie auf dem Crashpad.

«Während eines Durchstiegsversuchs stürzte ich etwa zehn Meter, riss vier mobile Sicherungen heraus und schlug auf dem Boden auf.»

Molly Mitchell
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Glück im Unglück: Molly Mitchell erleidet eine Kompressionsfraktur im unteren Rücken, bei der keine Lähmungsgefahr besteht.

Nach einigen bangen Stunden folgte in der Notaufnahme die Diagnose des Arztes: Zwei gebrochene Wirbel im unteren Rücken. Glücklicherweise handelte es sich um eine Kompressionsfraktur, welche nicht operiert werden musste und von der auch keine Lähmungsgefahr ausging.

Video: Molly Mitchell bei der Erstbegehung von Spoiled Moose 5.13 R

Trad geklettert eine ernsthafte Angelegenheit

Crank it in Boulder Canyon wurde von Pat Adams eingebohrt und erstmals von Jerry Moffatt geklettert. Verzichtet man auf die Sicherheit der Haken und legt stattdessen eigene Sicherungen, stellt Crank it (5.13+ R/X) eine ernsthafte Trad-Herausforderung dar.

Molly Mitchell ist nicht die erste Kletterin, die sich in der Linie schwer verletzt. 2016 brach sich Brad Gobright bei einem 7-Meter-Sturz aus der unteren Crux Rücken und Fussgelenk. Er hatte sich Viceroy vorgenommen, eine Extension von Crank it.

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Credits: Titelbild: Cedar Wright

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