Heute, 6. August 2021, findet die Olympia-Finalrunde der Frauen in den Sportkletterdisziplinen Speed, Bouldern und Lead statt. Wir fassen laufend zusammen und zeigen die Resultate.

UPDATE 13.42 Uhr

Lead – Ticker/Rangliste: Japan gegen Janja, Pilz mit Rang 7

Gleich geht es los. Als Erste wird die Polin Aleksandra Miroslaw in die Finalroute einsteigen. Noch ist alles offen. Noch liegt Janja Garnbret in der Gesamtrangliste auf Platz 1. Doch wenn Janja Garnbret im Leadklettern nicht gewinnt, sondern beispielsweise die aktuell Drittplatzierte Miho Nonaka, so wäre Janja auf Platz 2 und Miho auf Platz 1. Entsprechend spannend bleibt der Wettkampf bis zum Schluss. Nun steigt Aleksandra Miroslaw ein.

Früh Schluss für Miroslaw und Jaubert

Aleksandra Miroslaw, eine klassische Speedkletterin, scheitert schon bei Griff 9. Als nächste steigt wieder eine Speedkletterin ein, Anouck Jaubert. Wie hoch wird sie kommen? Den Highpoint von Aleksandra überklettert sie. Schon wenig später brüllt sie kämpferisch, verheddert sich gar in Seil. Wenige Sekunden später, bei Griff 13, kommt es zum Sturz.

Brooke Raboutou unter den Erwartungen

Nun steigt die erste Leadkletterin in die Route ein: Brooke Raboutou. Die 20-jährige Amerikanerin kommt aus einer berühmten Kletterfamilie und verbucht zahlreiche Erfolge an Weltcups. Schnell erreicht sie den Highpoint von Anouck Jaubert, springt wenig später dynamisch zu zwei Halbmonden. Am nächsten Griff gönnt sie sich einen kurzen Schüttler, bevor es kräftig weitergeht. Nun ist sie in einer Passage mit Fingerlöchern und – fliegt raus! Brooke Raboutou erreicht den bisher höchsten Griff (20), doch liegt sicherlich weit unter ihren Erwartungen und der Leistungen ihrer engsten Kontrahentinnen.

Neuer Highpoint für Noguchi

Als nächstes startet die Boulderspezialistin Akiyo Noguchi in die Leadroute ein. Souverän klettert sie bis zur Lochpassage. Fast schon statisch greift Noguchi an das Fingerloch, an dem Raboutou scheiterte. Ein erster Schrei, sie schaltet in den Kampfmodus, klettert durch die Kompressionspassage, zieht weiter – und fällt bei Griff 29. Neuer Highpoint. Als nächste ist Janja Garnbret am Start. Wir sie die Route toppen?

Hochkonzentriert klettert sie zur Lochpassage. Sie weiss, es darf kein Fehler passieren. Nun setzt sie zum Schwungvollen Zug an, bei dem man mit dem linken Fuss auf einen grossen Tritt landet. Hier schüttelt sie kurz und greift dann langsam an den Griff, an dem Raboutou scheiterte. Nun folgen die weit auseinanderliegenden Griffe, die Kompressionspassage. An einem der Griffe der Passage muss sie bereits wieder schütteln. Weiter gehts. Sie hat sichtlich zu kämpfen, atmet tief durch. Noch ist sie nicht am Highpoint von Noguchi. So, jetzt ist es geschafft. Vom einem grossen Sloper auf rechts geht es hoch auf einen weitere abschüssigen Griff. Mit rechts muss ein Hook gesetzt werden und mit der linken Hand dynamisch an einen grossen Sloper-Halbmond gegriffen werden, auf dem ein kleiner Griff geschraubt ist. Sie zieht los, trifft, hält. Schafft sie das Top? Noch steht eine komplexe Passage an, Garnbret ist sichtlich angeschlagen. Doch sie kämpft weiter – und dann fällt sie. Bei Griff 37 ist Schluss für Janja Garnbret. Wenn sie nicht überklettert wird, so gewinnt sie Gold. Doch noch fehlen Nonaka, Pilz und Seo. Sollten Nonaka und Pilz höher klettern als die Slowenin, so würde sie von Thron fallen.

Holt sich Nonaka die Goldmedaille?

Miho Nonaka steigt ein und klettert durch den Bereich mit den gelben Grifffen und dann – Miho Nonaka fällt raus! Bei Griff 21 ist Schluss. Als letzte startet Jessica Pilz. Wird sie, wie schon ihr Landsmann Jakob Schubert, die Route toppen? Für Jessica heisst es auf alle Fälle: Alles oder nichts!

Sie klettert entschlossen und sicher los. Ihr Team feuert sie an. Etwas zu dynamisch geht sie nach links, am Ende der gelben Passage, hält den Griff mit Arch und Krach und sammelt sich erstmals. Sie zieht stabil an das bekannte Fingerloch, weiter gehts in die Passage der Kompressionskletterei. Hier wird ordentlich Kraft liegengelassen. Immer noch wirkt sie sehr stark, klettert ohne lange Schüttler weiter – ganz im Gegensatz zu Janja und Noguchi. Dynamisch zieht sie hoch, chalkt. Jawohl, sie hält auch den Sloper-Halbmond, greift nach. Es sieht vielversprechend aus, doch dann fliegt sie raus.

Janja Garnbret unantastbar

Nun steigt aber noch Chaehyun Seo ein. Sie kann die Rangliste noch verändern, doch Janja Garnbret ist unantastbar. Die junge Koreanerin klettert kontrolliert, man spürt: sie will nach enttäuschender Leistung im Speed und Bouldern zeigen, was sie drauf hat. Beim Zug an den Lochgriff muss sie nochmals runter. Beim nächsten Anlauf klappt es und sie klettert in die grüne Zone der Route. Hier ist nun Kompressionskraft gefragt. Die zierliche Kletterin nutzt ihre Füsse maximal, um die Passage so kräftesparend wie möglich zu klettern. Nun geht es über die beiden Sloper nach links, sie rutscht leicht ab. Oh Gott. Aber sie hält sich fest und setzt mit rechts den Hook. Schütteln ist angesagt. Wenige Züge trennen sie nur noch vom Highpoint von Janja Garnbret – aber dann ist es vorbei!

Rangliste Lead Final Frauen

Bouldern – Ticker/Rangliste: Speedkletterinnen verzweifeln, Janja dominiert

Die Polin Miroslaw startet. Als Speedkletterin bekundet sie beim Start des ersten Boulders ihre Mühe. Sie gibt auf, obwohl sie noch 40 Sekunden zur Verfügung hätte. Viele Griffe muss die Putzequipe nicht bürsten, bis die zweite Athletin auf die Matte kommt: Anouck Jaubert. Auch sie kommt vom Speedklettern, ist aber deutlich diversifizierter als Aleksandra Miroslaw. So kommt sie dann auch schon im ersten Versuch vom Startgriff weg. Im zweiten Anlauf erreicht sie sogar schon eine Zone, dies dank eines etwas dynamischen Zugs.

Pilz und Seo wechseln Beta zu spät

Als dritte am Start ist die Österreicherin Jessica Pilz, die sich in Gegensatz zu den beiden vorherigen Athletinnen in der Disziplin Bouldern Zuhause fühlt. Aber: Sie setzt mehrfach mit gleicher Beta erfolglos an, bis sie die Lösung umsetzt, die auch schon Anouck Jaubert weiterbrachte. Doch dann reicht die Zeit für Pilz nicht mehr, sie muss sich mit einer Zone zufriedengeben. Miho Nonaka versucht einen Weg zur Zone mittels eines Handstützers zu finden, muss aber feststellen, dass dies nicht die Lösung ist. Denkt sie um und wechselt die Beta? Es bleibt nur noch eine Minute 29 Sekunden. Immer wieder setzt sie an, Fuss rüber aufs Volumen, rechts mit Stütz, Sturz. Miho Nonaka geht ohne Top und ohne Zone zurück in die Isolation.

Auch die Koreanerin Chaehyun Seo setzt in ihrem Versuch auf die Lösung mit der Stützbewegung auf dem rechten Volumen. Ist auch diese Lösung irgendwie möglich? Wann gibt sie diese Beta auf und sucht eine alternative Lösung? Drei Sekunden vor Schluss kommt die Einsicht, sie will mit dem Fuss hoch, doch dann kommt der Schlusston. Seo geht leer aus.

Akiyo sorgt für Überraschung: Stütz-Beta möglich

Akiyo Noguchi, die Altmeisterin tritt auf die Matte und nimmt sich in gewohnt ruhiger Manier die Zeit, die Griffe selbst zu putzen, bevor sie einsteigt. Die Stütz-Beta kommt auch bei ihr zur Anwendung. Überraschungsmoment! Akiyo schafft es, die Stütz-Beta umzusetzen. Die von den Routenbauern gedachte Variante funktioniert also. Die Zone hat sie also geholt, doch leider greift sie beim nächsten gelben grossen Halbmond weiter oben rechts leicht zu weit und verpasst den darauf geschraubten Minigriff. Sie muss sich mit der Zone zufrieden geben.

Fuss hoch, doch mit Stützbewegung?

Die 20-jährige Brooke Raboutou setzt als Einzige beim ersten Versuch direkt den rechten Fuss auf das erste gelbe Volumen, will also die Lösung von Jaubert, Pilz umsetzen. Doch bevor sie die Bewegung dann ausführt, wechselt sie doch wieder zur Stütz-Beta. Und dann die grosse Überraschung, sie klettert souverän mit gewohnt Beta zur Zone, dann weiter, steht unter dem Top-Griff, schaut hoch, weiss nicht wie weiter, die Uhr läuft ab, bevor sie zum Sprung Richtung Top-Griff ansetzt. Halten kann sie ihn nicht, leider. Was für ein Go!

Einziges Top dank Janja Garnbret

Janja Garnbret führt im ersten Versuch die von den Routenbauern vorgesehene Lösung um, holt sich direkt die Zone. Ein Zug weiter ist aber auch für sie Schluss, der Fuss rutscht vom Volumen ab. Anders als in der Qualifikation knackt Janja damit einen Boulder für einmal nicht in ersten Versuch. Zwei weitere Male meistert sie die erste Stelle, an der alle bisherigen Athletinnen haderten, ohne Mühe, fällt aber beim nächsten Zug, den sie sehr dynamisch ausführt. Doch jetzt genug, sagt sie sich. Im vierten Go toppt sie als erste den technisch anspruchsvollen Boulder.

Skurriler Start – Wieder zwei Lösungen möglich

Ein Blick auf den zweiten Boulder lässt erahnen, hier geht es mit drei Extremitäten am linken Volumen los, mit nur einer Hand am rechten Volumen. Die erste Athletin, Aleksandra Miroslaw startet korrekt, weiss sich aber aus der Position nicht zu befreien. Immer wieder lacht sie und deutet damit ihre Verzweiflung an. Immer wieder setzt sie an, steht rätselnd vor dem Boulderproblem – die Ratlosigkeit steht ihr ins Gesicht geschrieben. Die letzte Minute bricht an, wir leiden mit ihr. Bei Sekunde 40 sagt sie frühzeitig, fertig mit Pröbeln. Aleksandra Miroslaw ist mit dem kniffligen Boulder überfordert. Das unterstreicht einmal mehr die extremen Unterschiede der Disziplinen Boulder/Lead und Speed – wir können es uns nicht verkneifen. Nach Miroslaw steht die zweite Speed Spezialistin des Frauenfinales, Jaubert, unter Boulder Nummer 2. Auch bringt sich in die Startposition und verkeilt sich zwischen den beiden grossen grauen Volumen. Sackgasse. Schluss.

Jessica Pilz geht den von den Routenbauern gedachten Weg

Nach diesen beiden Vorstellungen sind wir gespannt auf die Österreicherin Jessica Pilz. Endlich. Jessica Pilz steigt verkehrt, also mit dem Rücken zur Wand in den Boulder ein und erreicht die Zone im dritten Versuch. Nach Ablauf der Zeit gibt es auch für Jessica Pilz kein Top – holt es Miho Nonaka, die als nächstes antritt? Wir sind erstaunt, Miho Nonaka steigt wie schon die Speedspezialstinnen mit dem Rücken zum Publikum in den Boulder ein – und verharrt vor allem lange bei dieser Beta. Die Zweiminutenmarke ist erreicht, wieder steigt sie gleich in den Boulder ein – und entgegen der Idee der Routenbauer – schafft sie die Zone auch auf diese Art und Weise. Wow. Nach dem kontrollierten Halten der Zone schleicht sie sich vorsichtig weiter auf den abschüssigen Volumen, ohne jegliche Griffe, alles wackelig. Sie schielt zum Topgriff, will zum Sprung ansetzen – und rutsch ab. Und schon ist auch die Zeit abgelaufen. Miho Nonaka ist aktuell auf Rang 4 beim Bouldern, doch dieser Wert kann sich noch verändern.

Weiter geht es mit Chaehyun Seo. Gibt bei 20 Sekunden auf, findet die Lösung, zumindest die von den Routenbauern angedachte, nicht.

Wieder schafft es niemand bis zum Top – ausser…

Akiyo Noguchi bleibt sich treu, putzt als Erstes den Boulder, steht ruhig davor und steigt dann ein. Mit dem Rücken zum Publikum. Die Hände suchen verzweifelt nach Griffen, oben, seitlich, unten beim kleinen Griff? Weg ist sie, raus aus der Wand. Erneut steigt sie gleich in den Boulder ein – und wie schon ihre Landsfrau Miho Nonaka, kommt sie mit dieser Lösung bis zur Zone. Doch weiter geht es nicht, der Versuch mit der linken Hand in eine Stütz-Position gelangen misslingt. Sie liegt aktuell auf Platz 2, dank weniger Zonen als Jessica Pilz.

Brooke Raboutou verfolgt wie fast alle vorerst die frontale Lösung, tappt mit den Händen an der Wand rum – auch das kommt uns bekannt vor. Beim dritten Anlauf klappt es, wie schon bei Noguchi und Nonaka, schafft sie die Zone. Weiter geht’s kontrolliert zum nächsten Volumen. Hand hoch zum letzten Volumen vor dem Top-Griff. Die Uhr tickt, läuft ab – und dann setzt Brooke zum Schlusssprung an, hält den Griff aber nicht. Haarscharf.

Auch Janja steigt vorwärts in den Boulder ein, direkt erfolgreich zur ersten Zone. Wird sie den Boulder flashen? Weiter nach links zum grauen Volumen, sie atmet tief durch. Lange bleibt sie am vorletzten Volumen an der Kante, schaut hoch, greift zwischendurch zum letzten Volumen, wieder runter mit der Hand. Dann: Angriff, sie springt und hält den Top-Griff!

Nur drei Zonen beim letzten Boulder

Beim dritten und letzten Boulder steht Miroslaw sachgemäss als erste auf der Matte. Wieder dieselbe Situation: Sie kommt nicht von den Startgriffen weg, lächelt verlegen. Wir angefeuert, doch ohne Wirkung. Wie schlägt sich Anouck Jaubert, die als Zweite einsteigt? Sie geht sichtlich motivierter an das dritte Boulderproblems des Frauenfinals heran. Sie baut die nötige Spannung auf, um in der ausgefahrenen Ausgangsposition und dem linken Toehook weiter zum nächsten Griff zu greifen. Weiter geht’s zu einem dünnen Riss, den sie aber nicht halten kann. Immer wieder steigt sie ein, kämpft bis zur letzten Sekunde. Doch dann ist Schluss.

Weiter geht es mit Jessica Pilz, die bisher leider erst zwei Zonen erreicht hat. Sie geht direkt zum Riss, hält diesen, doch dann ist auch bei ihr Schluss. Trotzdem ein guter erster Go. Wieder schafft es Jessica bis zum Riss, versucht baumelnd den rechten Fuss in die Toe-Hook-Position zu bringen. Ohne Erfolg. Sie muss sich ohne eine Zone zufriedengeben. Sie liegt momentan auf Rang 5.

Im Flash bis zur Zone

Nonaka steigt vielversprechend ein und klettert auf Anhieb bis zur Zone. Beim Sprung hoch an die grüne Muschel ist Endstation. Das Top bleibt ihr aber bis zum Ablauf der Zeit verwehrt. Dank dem sie die Zone im ersten Versuch erreicht, liegt sie aktuell auf Rang 2.

Seo versucht sich als nächste am Boulder Nummer drei. Bis zum Riss schafft sie es, doch weiter geht es für sie, wie schon im Falle von Jessica Pilz, nicht. Sie verbleibt damit aktuell auf Rang 7. Ist dieser Boulder viel zu schwer und nur von der Kronfavoritin Janja Garnbret lösbar? Die älteste Athletin im Feld, die 32-jährige Akiyo Noguchi steigt ein, erreicht den Riss, verharrt lange in der Position, um den Toe-Hook zu setzten. Doch dann geht ihr die Kraft aus. Beim zweiten Versuch wirkt sie sichtlich erschöpft, kraftlos. Die Qualifikationsrunde vom Mittwoch und der Speed-Durchgang von heute sitzen ihr in den Knochen.

Brooke Raboutou steigt vielversprechend ein, hält den Riss kontrolliert. Als erstes versucht sie einen Hook beim linken Griff zu setzen, muss aber einsehen, dass dies nicht geht. Sie versucht den Toe-Hook zu setzen, doch es will nicht klappen. Schade. Brooke nimmt sich genügend Zeit, um sich zu erholen, schwingt die Arme. Sie weiss, dass sie genügend Kraft für den Schwung braucht, um den Toe-Hook zu setzen. Bei Minute 1:50 steigt sie wieder ein, erreicht die Zone

Kann Janja es richten?

Jetzt kommt die Frau, die noch beweisen kann, dass der Boulder lösbar ist: Janja Garnbret. Die Slowening steigt entschlossen ein, greift in den Riss. Jetzt, wo alle zum Schwund für den Toe-Hook ansetzten, geht sie direkt und explosiv zum Zonengriff. Tritte braucht Janja nicht, sie hält den Zonengriff. Dynamisch setzt sie zum nächsten Zug an, erreicht diesen, rutscht aber ab und fällt fast flach auf den Rücken. Autsch. Trotz dieses vielversprechenden Versuchs und weiteren Anläufen muss auch Janja ohne Top von der Matte gehen – als Nummer 1 in der Disziplin Bouldern.

Rangliste Final Bouldern


Speed – Resultat/Zusammenfassung: Miroslaw mit neuem Speedweltrekord, Japanerinnen auf Plätzen 3 und 4

Spätestens nach dem gestrigen Finalwettkampf der Männer war klar, das Speedresultat hat sehr hohen Einfluss auf den Ausgang des Wettkampfes. Umso grösser war die Spannung beim Durchlauf in der Disziplin Speed der Frauen. Gleich zwei Speedspezialistinnen waren am Start, die Französin Anouck Jaubert und die Polin Aleksandra Miroslaw.

Im Viertelfinal traten als erstes Aleksandra Miroslaw und Chaehyun Seo gegeneinander an. Die Speedspezialistin lief zwar eine halbe Sekunde unter ihrer Bestzeit, setzte sich aber trotzdem locker gegen Seo durch. Für Seo war jetzt schon klar: die Ränge 1 bis 4 sind weg. Im Duell Pilz gegen Noguchi war die Japanerin deutlich flinker unterwegs, womit auch Pilz nur noch auf die Plätze 5 bis 8 hoffen konnte. Gleich erging es der Goldmedaillen-Favoritin des heutigen Tages, der Slowenin Janja Garnbret. Sie hatte einen schweren Stand im ersten Lauf, denn auf dem zweiten Startblock neben ihr stand eine Speedspezialisting: Anouck Jaubert. Die Französin setzte sich erwartungsgemäss gegen Garnbret durch und halste der Slowenin damit eine ziemlich Hypothek ein. Im letzten Lauf des Speed-Viertelfinals kam es zum Duell zwischen der Amerikanerin Brooke Raboutou und der Japanerin Miho Nonaka. Raboutou unterlief ein Fehler, der in einem Sturz resultierte – auch sie kann folglich nur noch um die Plätze 5 bis 8 kämpfen.

Jessica Pilz mit wichtigen Sieg bei den Platzierungsläufen

Bei den Platzierungsläufen der Ränge 5 bis 8 traten die Verliererinnen des Viertelfinals gegeneinander an. Jessica Pilz setzte sich gegen Chaehyun Seo durch, was für die Österreicherin durchaus wichtig war. Im Duell Raboutou-Garnbret kommt es zum Schreckensmoment. Die Slowenin fällt fast aus der Route, kann sich aber halten. Ohne zu Zögern gibt sie wieder alles und startet zur Aufholjagd auf die inzwischen deutlich höher liegende Amerikanerin. Gegen jegliche Erwartungen drückt sie den Buzzer der Speedroute 0.1 Sekunden früher als Brooke Raboutou – wow!

Erwartungsgemässer Verlauf im Halbfinal

Nach einer kleinen Verschnaufpause geht es weiter mit dem Halbfinale, also den Duellen der Gewinnerinnen des Viertelfinals. Die Speedspezialistin Miroslaw muss gewinnen, um nur ansatzweise eine Chance auf eine Medaille zu haben. Und das tut sie auch. Auch beim zweiten Duell kommt es zu keiner Überraschung, die Speedspezialistin aus Frankreich, Anouck Jaubert, gewinnt gegen ihre japanische Kontrahentin Miho Nonaka.

Als nächstes stehen die Platzierungsläufe für die Ränge 7 und 8 an. Raboutou kommt deutlich schneller die Wand hoch und schliesst die Disziplin Speed mit Rang 7 ab, Seo landet auf dem letzten Platz. Das wichtige Duell um Platz 5 findet zwischen Garnbret und Pilz statt. Bis zur Mitte der Wand flogen beide gleich schnell die Wand hoch. Dann liess die Power bei Pilz nach – oder anders betrachtet – legte Janja Garnbret zu und drückte den Buzzer bei Sekunde 7.81.

Speedspezialistinnen auf Plätzen 1 und 2

Die Disziplin Speed schliessen Miho Nonaka mit Platz 3 und Akiyo Noguchi mit Rang 4 ab. Als letzte auf den Startblöcken stehen die Polin Miroslaw und die Französin Jaubert. Wird die 7-Sekundenzeit geknackt? Lange liegen beide gleich auf. Doch dann jagt Miroslaw plötzlich davon – fast nicht zu glauben! Sie holt sich den neuen Weltrekord der Frauen: 6.84 Sekunden. Den bisherigen Weltrekord von 6.96 Sekunden unterbietet sie damit deutlich. war bisher Weltrekord.

Rangliste Final Bouldern

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Credits: Titelbild Dimitris Tosidis/IFSC

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