Colin Haley klettert Goretta-Pfeiler am Fitz Roy solo im Alpinstil

Im Januar 1979 eröffnete der Italiener Renato Casarotto einer der schwierigsten Alpinrouten Patagoniens zur damaligen Zeit: Den Goretta-Pfeiler am Fitz Roy. Vergangene Woche wiederholte der für seine kühnen Solo-Begehungen bekannte Alpinist Colin Haley die 1200-Meter-Route im Alleingang. Im Gegensatz zum Erstbegeher verzichtete er bei seinem Rope-Solo komplett auf fix installierte Seile.

Vom 17. bis am 19. Januar 2023 gelang Colin Haley in Patagonien eine Solo-Begehung des Fitz Roy über den Goretta-Pfeiler. Der amerikanische Top-Alpinist ist vermutlich der Erste, der den von Renato Casarotto erstbegangenen 1200-Meter-Pfeiler im Alleingang und im Alpinstil wiederholen konnte.

«Diese Begehung war eine intensive Erfahrung und eine grosse Herausforderung für mich. Eine Begehung, auf die ich sehr stolz bin.»

Colin Haley
Alpine-Style: Bei seiner Solo-Begehung verzichtete Colin Haley auf Fixseile. Bild: Colin Haley
Alpine-Style: Bei seiner Solo-Begehung verzichtete Colin Haley auf Fixseile. Bild: Colin Haley

Goretta-Pfeiler: Ein langersehnter Traum

Seit über einem Jahrzehnt habe er von einer Solo-Begehung des Cerro Chaltén aka Fitz Roy über den Goretta-Pfeiler geträumt, so Colin Haley. Letzten Sommer verfeinerte der Alpinist in Chamonix seine Rope-Solo-Techniken. «Als ich diese Saison in El Chaltén ankam, war die Zeit reif für den Goretta-Pfeiler.»

Da die globale Erwärmung auch in Patagonien ihre Spuren hinterlässt und den Zustieg zur originalen Casarotto-Route schwierig und gefährlich hat werden lassen, entschied sich Colin Haley für die Route Mate, Porro, y Todo lo Demás. «Sie ist zwar etwas schwieriger und anhaltender, dafür mit einem einfacheren und sicheren Zustieg.»

Colin Haley während seiner Solo-Begehung des Goretta-Pfeilers am Fitz Roy. Bild: Colin Haley
Colin Haley während seiner Solo-Begehung des Goretta-Pfeilers am Fitz Roy. Bild: Colin Haley

Colin Haley stieg am Morgen des 17. Januars in die Route ein und erreichte den Gipfel des Fitz Roy am 19. Januar kurz nach Mitternacht. Abgesehen von den letzten 200 Metern in einfacherem Gelände habe er sich 97 Prozent der 1200-Meter Route selber gesichert.

Ein gigantischer Effort: «Ich vermied zwar die psychologische Intensität des Free-Soloing, aber der körperliche Tribut, den das viele Sichern mit sich brachte, war gewaltig und wurde durch das hohe Gewicht der Ausrüstung, die ich allein auf den Berg trug, noch verstärkt.»

Colin Haley: «Ich habe in der Vergangenheit schon viele Alleingänge unternommen, aber fast immer ohne Biwak, sodass diese Tour ein anderer Stil war, als ich es gewohnt war.» Bild: Colin Haley
Colin Haley: «Ich habe in der Vergangenheit schon viele Alleingänge unternommen, aber fast immer ohne Biwak, sodass diese Tour ein anderer Stil war, als ich es gewohnt war.» Bild: Colin Haley

Schwierigste Begehungen

Colin Haley ist ein gestandener Alpinist mit einer beeindruckenden Liste an kühnen Begehungen. Erst im September vergangenen Jahres gelang ihm – ebenfalls am Fitz Roy – die erste Solo-Winterbegehung der Supercanaleta.

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Credits: Titelbild Colin Haley

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