Piotr Krzyzowski besteigt Lhotse und Everest ohne künstlichen Sauerstoff

Piotr Krzyzowski ist in Nepal eine beeindruckende Doppelbesteigung von Lhotse und Everest gelungen: Der polnische Bergsteiger erklomm die beiden 8000er alleine und ohne künstlichen Sauerstoff in weniger als 48 Stunden.

Piotr Krzyzowski stand mit Lhotse und Everest vor wenigen Tagen auf seinem sechsten und siebten Achttausender. Beeindruckend ist diese Leistung insofern, als dass der 45-jährige Pole die beiden 8000er im Gegensatz zu den allermeisten kommerziellen Expeditionsteilnehmern vor Ort alleine, ohne Sherpa-Begleitung und ohne Flaschensauerstoff bestiegen hat. Für seine Doppelbesteigung benötigte er weniger als 48 Stunden.

Minimalistisch und selbstverantwortlich

Am 21. Mai um 14.38 Uhr stand Piotr Krzyzowski auf dem vierthöchsten Gipfel der Welt, dem Lhotse. Eigentlich sah es sein Plan vor, ins Basislager abzusteigen und dann den Everest in Angriff zu nehmen.

Stattdessen stieg der polnische Alpinist von der Lhotse-Flanke direkt zum Südsattel auf und von dort weiter zum Everest-Gipfel. Am 23. Mai um 14 Uhr – und damit keine 48 Stunden nach seinem Gipfelerfolg am Lhotse – stand er auf dem Höchsten Punkt der Erde.

Mit seinem Begehungsstil ohne Sherpa-Begleitung und künstlichen Sauerstoff hebt sich Piotr Krzyzowski deutlich von der grossen Mehrheit der Everest-Aspiranten ab, welche sämtliche zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpft.

In drei Jahren auf alle fünf 8000er Pakistans

Seit Piotr Krzyzowski 2017 im Kaukasus seinen ersten 7000er bestieg, ist er seinem minimalistischen Stil treu geblieben. So auch während der Winterbesteigung des 7010 Meter hohen Khan Tengri im Jahr 2019, welche ihm weit über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung einbrachte.

Mit dem Gasherbrum II stand Krzyzowski 2021 auf seinem ersten 8000er. Das Jahr darauf folgten Broad Peak und K2 (innerhalb von nur 9 Tagen). 2023 erkletterte er mit dem Nanga Parbat und dem Gasherbrum I die verbleibenden zwei Gipfel 8000er Pakistans und damit seine Achttausender Nummer vier und fünf. Wie jüngst am Lhotse und am Everest kletterte der Pole auch in Pakistan jeweils ohne künstlichen Sauerstoff.

Das könnte dich interessieren

+++

Credits: Titelbild Piotr Krzyzowski

Aktuell

Hard Sends: Sébastien Bouin bei der Erstbegehung von „Le Chant des Muses“ (9b)

Im April 2026 gelang Bouin die Begehung seines Projekts "Le Chant des Muses" an der Romeyer-Wand in der Drôme. Ein Film von Black Diamond zeigt den französischen Ausnahmekletterer hinter den Kulissen und seinen Weg bis zum Durchstieg.

Silvan Schüpbach: Neue, wilde Kletterroute im Berner Oberland

Silvan Schüpbach und Janluca Kostner haben „Untergang der Titanen" (8a) in der Nordwand des Gross Wellhorns erstmals vollständig frei geklettert. Die 600-Meter-Route in den Berner Alpen bleibt über 20 Seillängen konstant schwer.

Eneko und Iker Pou: Erste freie Begehung von „Vicios Ocultos“

Eneko und Iker Pou haben "Vicios Ocultos" (7c, 285 m) am Tiro Pedabejo in den Picos de Europa erstmals frei geklettert und zwar ein Jahr nachdem die baskischen Brüder die sechs Seillängen selbst eröffnet hatten.

Scarpa BLACKBIRD: Carbon-Zwischensohle für die kleinsten Leisten

Sechs Jahre hat Scarpa an ihrem neuen Kletterschuh entwickelt. Das Herzstück ist die erste carbonverstärkte Zwischensohle der Italiener – gebaut für Präzision auf kleinsten Tritten, ohne dass der Schuh brutal eng sitzen muss.

Hard Sends: Sébastien Bouin bei der Erstbegehung von „Le Chant des Muses“ (9b)

Im April 2026 gelang Bouin die Begehung seines Projekts "Le Chant des Muses" an der Romeyer-Wand in der Drôme. Ein Film von Black Diamond zeigt den französischen Ausnahmekletterer hinter den Kulissen und seinen Weg bis zum Durchstieg.

Silvan Schüpbach: Neue, wilde Kletterroute im Berner Oberland

Silvan Schüpbach und Janluca Kostner haben „Untergang der Titanen" (8a) in der Nordwand des Gross Wellhorns erstmals vollständig frei geklettert. Die 600-Meter-Route in den Berner Alpen bleibt über 20 Seillängen konstant schwer.

Eneko und Iker Pou: Erste freie Begehung von „Vicios Ocultos“

Eneko und Iker Pou haben "Vicios Ocultos" (7c, 285 m) am Tiro Pedabejo in den Picos de Europa erstmals frei geklettert und zwar ein Jahr nachdem die baskischen Brüder die sechs Seillängen selbst eröffnet hatten.