Die Bigwall-Route Eternal Flame gehört zu den schwierigsten Mehrseillängenrouten in großer Höhe. Im August hat sich vierköpfiges Team aus Deutschland eine der seltenen freien Begehungen der Linie am Trango Tower gesichert.
Auch nach Edu Marins 28-tägigem Single-Summit-Push oder dem sturzfreien Durchstieg von Barbara Zangerl und Jacopo Larcher bleiben freie Begehungen von Eternal Flame (7c+) rar gesät. Nicht ohne Grund: Die 650-Meter-Linie an der Südwand des Trango Tower bzw. Nameless Tower im pakistanischen Karakorum-Gebirge zählt zu den schwierigsten Bigwall-Routen in alpiner Höhe.
Genau dieser Herausforderung hat sich eine vierköpfige Seilschaft aus Sachsen angenommen: Rosa Windelband, Hanna Kallweit, Sebastian Gantz und Julius Brunner setzen sich als Ziel, die Route an dem berühmten 6.251 Meter hohen Granitgipfel im Norden Pakistans gemeinsam rotpunkt zu klettern.
Unser Ziel: dass jede Seillänge von mindestens einer Person des Teams frei geklettert wird.
Windelband, Kallweit, Gantz & Brunner
Rotpunktbegehung als Team
Auf ihr Vorhaben hatten sich die Vier intensiv vorbereitet und dabei mit verschiedenen Szenarien gerechnet. Schließlich verschaffte ihnen eine ungewöhnlich stabile Wetterphase mehr Zeit in der Wand als ursprünglich geplant. Der Gruppe gelang es daraufhin, alle 24 Seillängen der Route als Team frei zu klettern. Am 11. August gegen 16 Uhr standen Windelband, Kallweit, Gantz und Brunner auf dem Gipfel des Nameless Towers.

Am Ende reichte die Zeit sogar aus, damit Julius Brunner jede Seillänge rotpunkt durchsteigen konnte. Trotzdem bleibe es ein gemeinsamer Erfolg, so das Team: «Ohne die gegenseitige Unterstützung, die Entschlossenheit aller und eine auf das Team angepasste Logistik wäre nichts davon möglich gewesen.»
Der Erfolg bleibt eine Teamleistung – ermöglicht durch unseren großen gemeinsamen Traum.
Eternal Flame: ewige Faszination für Alpinisten
Mit Schwierigkeiten bis 7c+ auf einer Höhe von über 6.000 Metern verlangte Eternal Flame schon den Erstbegehern Güllich, Albert, Sykora und Stiegler im Jahr 1989 einiges ab. Damals kletterten sie rund 80 Prozent der Route frei – die erste völlig freie Begehung holten schließlich die Brüder Alexander und Thomas Huber, 20 Jahre später.
Erst 2022 erfuhr Eternal Flame zwei weitere freie Begehungen, diese allerdings innerhalb kürzester Zeit: Erst gelang Edu Marin die Linie, kurz darauf kletterten Barbara Zangerl und Jacopo Larcher sie ohne einen einzigen Sturz – eine einmalige Leistung. 2024 schließlich schrieb Stefano Ragazzo mit dem ersten Rope-Solo von Eternal Flame ein weiteres Stück Klettergeschichte.

Auch für die Vierergruppe aus Dresden war die gemeinsame Begehung der Eternal Flame (7c+, 650 m) «eine ganz besondere Erfahrung und Herausforderung». Trotz weiterer Linien, die in den 1990er Jahren durch die Südost- und Ostwand etabliert wurden, gilt die ikonische Route an der Südwand noch heute als die Linie am ohnehin spektakulären Trango Tower.
Es war sehr besonders, auf diesen historischen Spuren wandeln zu können und gemeinsam die Herausforderung von Freikletterei in großer Höhe an so einem wunderschönen Gipfel zu meistern.
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Credits Titelbild: Julius Brunner



