Edu Marin: Legendäre Big-Wall-Route Eternal Flame (650m, 7c+) frei geklettert

Der Spanier Edu Marin klettert Eternal Flame am Nameless Tower. Es ist die erst zweite freie Begehung der legendären Big-Wall-Tour in Pakistan.

Schon vor einem Jahr versuchte sich Edu Marin an der berühmten Route in Pakistan, musste aber aufgrund der meteorologischen Verhältnisse ohne Rotpunktbegehung zurück nach Hause fahren. Ein Jahr später, im Juni 2022, kehrte der Spanier zurück, in Begleitung seines Bruders und Vaters, die ihn beim Projekt unterstützten.

Edu Marin im Interview nach seinem Erfolg am Nameless Tower

Viel besser war das Wetter doch auch dieses Jahr nicht, als die drei am Fusse des Nameless Tower ankamen. Doch sie trotzten dem schlechten Wetter und richteten Fixseile und ein Camp auf der Höhe der «Sun Terrace» ein, wo die Route Eternal Flame beginnt.

Rund zwei Wochen nach Ankunft, am 24. Juni, war es dann so weit. Edu Marin, sein Vater und Bruder entschieden sich, in die Route einzusteigen und das angekündigte Schönwetterfenster zu nutzen.

«Jetzt haben wir die erste Chance, die Route zu attackieren. Mal sehen, wie die nächsten Tage so verlaufen. Das Team ist motiviert.»

Bis zum 4. Juli konnte Edu Marin sämtliche Seillängen bis zum «Snow Ledge» frei klettern, bevor wieder schlechtes Wetter im Anmarsch war. Edu Marin entschied sich, alleine in der Wand zu bleiben, während sein Bruder und Vater zum Base Camp zurückkehrten.


Edu Marin im Vorfeld des Trips


Es sollten lange Tage werden. Edu Marin trotzte alleine im Zelt auf einer Höhe von 5’700 Metern über Meer den tiefen Temperaturen, dem stürmischem Wind und wartete auf Wetterbesserung. Erst am 16. Juli besserte sich das Wetter und Edu Marins Vater und Bruder kehrten zurück zum Snow Ledge.

«Ich habe mich entschieden in der Wand zu bleiben. Ich will Eternal Flame am Stück klettern, ohne zum Base Camp zurückzukehren.»

Die Zeit in der Wand haben ihre Spuren an Edu Marin hinterlassen, doch er steigt motiviert in die Head Wall des Nameless Tower ein und klettert Länge um Länge frei. Drei Tage später dann der Schlüsselmoment, Edu Marin gelingt die freie Begehung der schwierigsten Seillänge von Eternal Flame (7c+), ein Tag später stehen die drei auf dem Gipfel, wenn auch die freie Begehung zweier einfacher Seillängen noch fehlte. Diese kletterte Edu Marin am Folgetag noch frei.

Wir haben’s geschafft. Wir haben die erste freie Wiederholung von Eternal Flame gemacht. Ich habe 28 Tage in der Wand verbracht und die Route im ‚Single-Push-Stil‘ geklettert. Wahrscheinlich bin ich der erste Kletterer, der alle Seillängen vorgestiegen ist und frei kletterte. Ich bin meinem Vater und Bruder unendlich dankbar.

Edu Marin (Mitte) mit Vater (links) und Bruder (rechts) am Nameless Tower.
Edu Marin (Mitte) mit Vater (links) und Bruder (rechts) am Nameless Tower.

Über Eternal Flame am Nameless Tower

Eternal Flame am Nameless Tower in Pakistan gehört zu den schwierigsten Big-Wall-Routen in grosser Höhe. Erstbegangen wurde der Meilenstein des Alpinismus von der starken Seilschaft auf Wolfgang Güllich, Kurt Albert, Milan Sykora und Christoph Stiegler im Jahr 1989, wobei sie rund 80% der Route frei kletterten.

Die komplett freie Begehung gab es also noch zu holen, was dazu führte, dass zahlreiche starke Seilschaften Nach Pakistan reisten. Ganze 20 Jahre dauerte es jedoch, bis die Brüder Alexander und Thomas Huber Eternal Flame als erste komplett frei klettern konnten.

Thomas und Alexander Huber nach der freien Begehung von Eternal Flame. (Bild Franz Hinterbrandner)
Thomas und Alexander Huber nach der freien Begehung von Eternal Flame. (Bild Franz Hinterbrandner)

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