Beim Weltcup in Santiago de Chile holten die Chinas Zhao Yicheng und Lijuan Deng Gold im Speed. Das letzte Set Lead-Goldmedaillen an Janja Garnbret und an den Überraschungssieger der Herren, den Schweizer Jonas Utelli. Alle Ergebnisse vom Wochenende sowie das finale Gesamtranking im Überblick.
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Speed-Gold für Zhao Yicheng und Lijuan Deng
Im letzten Speed-Weltcup der Saison ertönte Chinas Nationalhymne zweimal: Bei den Damen sicherte sich die 26-jährige Lijuan Deng in Chile ihr zweites Weltcup-Gold in 2026. Deng trat im finalen Duell gegen Emma Hunt aus den USA an, kletterte aber mit einer Zeit von 6,38 Sekunden 0,6 Sekunden schneller als die aktuelle Weltrekordhalterin. Die beste Zeit des Events lief Hunt im Halbfinale mit 6,34 Sekunden.
Bronze ging an Isis Rothfork, ebenfalls aus den USA, die sich im kleinen Finale gegen die Chinesin Yuju Mou durchsetzen konnte. Es ist das erste Weltcup-Podium der 22-Jährigen, die dieses Jahr schon mehrfach unter die besten 16 ins Finale geklettert und in Chamonix Platz 4 erreicht hatte.

Auch bei den Herren ging die Goldmedaille im Speed an China: Für den aktuellen Weltrekordhalter Zhao Yicheng ist es das zweite Gold dieses Jahr, nachdem er auch jeweils einmal Silber und Bronze gewonnen hatte. Er kletterte im Finale schneller als der Indonesier Raharjati Nursamsa – mit 4,74 Sekunden war der Chinese gleichzeitig der schnellste Kletterer des Events in Chile. Yichengs Weltrekord liegt aktuell bei 4,54 Sekunden, aufgestellt beim Weltcup in Wujiang im Mai.
Bronze sicherte sich der Japaner Ryo Omasa im kleinen Finale gegen Chinas Shouhong Chu, der dieses Jahr die Asien-Meisterschaften sowie den Weltcup in Madrid gewann. Omasas knapper Vorsprung von 0,03 Sekunden sicherte ihm seine dritte Medaille diese Saison.

Platz 8 für Leander Carmanns von Team Germany
Aus dem deutschen Team erreichte erneut nur Leander Carmanns das Finale. Der 22-Jährige zog auf Platz 7 unter die besten 16 ein und setzte sich im Achtelfinale zunächst gegen Veddriq Leonardo aus Indonesien durch. Im Viertelfinale musste sich Carmanns allerdings durch Leonardos Teamkollegen Raharjati Nursamsa geschlagen geben. Der Deutsche sicherte sich damit Platz 8 – zwar keine Medaille, aber sein drittbestes Ergebnis diese Saison.
Andrin Zedler (Platz 30), Sebastian Lucke (Platz 35), Mia Josephine Schultz (Platz 20) und Nele Thomas (Platz 26) starteten in Santiago ebenfalls für Deutschland, schieden aber in der Qualifikation aus.

Garnbret gewinnt erneut im Lead
Dass Janja Garnbret als Favoritin für den letzten Weltcup in 2026 galt, hat mehrere Gründe: Zum einen gewann die Slowenin die letzten beiden letzten Lead-Weltcups, an denen sie teilgenommen hatte (Innsbruck und Koper). Zum anderen toppte Garnbret in der Qualifikation als einzige Athletin beide Routen und kletterte auch im Halbfinale weiter als die Konkurrenz. Ihre Führung behielt sie im Finale bei und holte sich mit dem einzigen Top des Abends auch das letzte Gold der Saison.
Auch Laura Rogora kletterte im Finale bis weit in die Headwall, fiel jedoch kurz vor dem Top. Die Italienerin holte sich mit ihrer Performance nicht nur die Silbermedaille, sondern auch ihre erste Podiumsplatzierung in dieser Saison. Rogora hatte in 2026 an nur am ersten und letzten Lead-Weltcup teilgenommen – zum Auftakt in Wujiang hatte sie im Finale Platz 8 erreicht.
Noch eine weitere Medaille aus Santiago ging nach Slowenien – an Garnbrets Teamkollegin Rosa Rekar, die schon in der Qualifikation und im Halbfinale ganz vorne mitgeklettert war. Im Finale kletterte sie genauso weit wie Lucka Rakovec (ebenfalls Slowenien) und Japans Ryu Nakagawa, erhielt aber aufgrund ihrer besseren Leistung im Halbfinale die höhere Wertung.

Lucka Rakovec (Platz 4), die die Saison 2024 aufgrund ihrer Krebserkrankung ausgesetzt hatte, konnte dieses Jahr mehrfach eine starke Leistung zeigen. In Santiago reichte es zwar nicht ganz für einen Platz auf dem Treppchen, für die 25-Jährige ist es dennoch das beste Weltcup-Ergebnis seit ihrer krankheitsbedingten Pause.
Auch Japans Ryu Nakagawa (Platz 5) und Heloïse Doumont aus Belgien (Platz 6) zogen in Chile ins Finale ein. Die Tschechin Tereza Siruckova (Platz 7) gab am Wochenende ihr Debüt in einem Weltcup-Finale, nachdem sie dieses bei ihrem Heim-Weltcup in Prag knapp verpasst hatte. Mit Ella Fisher (Platz 8) war erneut ein bekanntes Gesicht aus dieser Saison im Finale vertreten: Die US-Amerikanerin hatte in Prag zuletzt Platz 5 erreicht.
Ergebnisse Lead-Finale Damen

Erster Weltcup-Sieg im Lead für Schweizer Jonas Utelli
Schon in der Qualifikation zeigte sich der 23-jährige Jonas Utelli aus Thun außergewöhnlich dominant, als er als einziger aller Starter eine Route toppte. Utelli zog als Drittplatzierter in das Halbfinale ein, wo er sich mit Platz 4 für das Finale qualifizierte.
Für seinen goldenen Moment sorgte der Schweizer, als er den bisherigen Highpoint von 52 Punkten aufstellte – diesen konnten daraufhin auch die folgenden Finalisten Alberto Ginés López, Putra Tri Ramadani und Neo Suzuki nicht überbieten. Für Utelli ist es das erste Weltcup-Gold seiner Karriere und gleichzeitig seine erste Medaille in einem Weltcup überhaupt.

Silber ging an den Newcomer der Saison aus Indonesien, Putra Tri Ramadani, der damit sein Weltcup-Jahr mit insgesamt vier Medaillen abschließt. Bronze holte sich der Japaner Neo Suzuki, der diese Saison bereits drei Lead-Weltcups gewonnen hatte.
Mit Satone Yoshida, Ryusei Hamada und Sorato Anraku waren drei weitere Kletterer aus Japan im Finale vertreten. Auch Sam Avezou aus Frankreich und Spaniens Alberto Ginés López schafften den Sprung unter die besten Acht, belegten jedoch die hinteren Plätze.
Ergebnisse Lead-Finale Herren

Drei deutsche Kletterinnen und Kletterer im Lead-Halbfinale
Sowohl Anna Apel und Roxana Wienand als auch Yannick Nagel schafften in Santiago den Sprung unter die besten 24. Beinahe hätte auch Annika Müller ihr Semifinal-Debüt gegeben: Die 20-Jährige erreichte in der Qualifikation Platz 25. Apel kletterte im Halbfinale auf Rang 15, Wienand auf Rang 22 – ein solider Saisonabschluss für beide Kletterinnen.
Für Yannick Nagel endete das Halbfinale mit einem frühen Sturz auf Platz 23. Sebastian Halenke trat ebenfalls in Santiago an, konnte in der Qualifikation allerdings dieses Mal nicht genug Punkte sammeln – er erreichte Platz 27.

Bild: Benja Acuña/World Climbing

Bild: Benja Acuña/World Climbing
Das sind die Gesamtsieger 2026 im Lead und Speed
Mit dem letzten Lead- und Speed Weltcup wurden in Santiago de Chile auch die Siegerinnen und Sieger im jeweiligen Gesamtranking 2026 gekürt. Im Lead war Annie Sanders bereits vorab als Siegerin festgestanden – Silber ging an Janja Garnbret, die sich in Santiago um einen Platz verbessern konnte. Bronze gewann Südkoreas Chaehyun Seo, die allerdings in Santiago nicht gestartet war. Bei den Herren sicherte sich Neo Suzuki wie erwartet den Lead-Gesamttitel, gefolgt von Putra Tri Ramadani (Silber) und Alberto Ginés López (Bronze).
Im Speed ging der das Gold im Gesamtranking an die beiden aktuellen Weltrekordhalter Emma Hunt und Zhao Yicheng. Die US-Amerikanerin und der Chinese hatten diese Saison jeweils zwei Weltcups gewonnen und mehrfach das Podium erreicht. Silber im Gesamtranking gewannen Polina Khalkevych (Ukraine) und Ryo Omasa (Japan), Bronze holten Desak Made Rita Kusuma Dewi und Raharjati Nursamsa (beide Indonesien).
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Credits Titelbild: Benja Acuña/World Climbing

