Kopf-an-Kopf-Rennen am Mount Everest: Andrews & Egloff planen Rekordversuche

Die Speedbergsteiger Tyler Andrews und Karl Egloff bereiten sich gerade unabhängig voneinander darauf vor, den Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff zu besteigen. Beide haben eine neue Rekordzeit im Blick.

Rekordhalter am Mount Everest gibt es einige – von den schnellsten Begehungen über die Süd- und Nordseite über Bestzeiten mit und ohne zusätzlichen Sauerstoff. Der amerikanische Extrembergsteiger Tyler Andrews will in dieser Saison den Rekord für die schnellste Besteigung über die Südseite ohne externe Sauerstoffzufuhr knacken.

Ebenfalls am Everest unterwegs: der schweizerisch-ecuadorianische Speedalpinist Karl Egloff, der seinerseits das Dach der Welt in unter 24 Stunden und ohne künstlichen Sauerstoff erklimmen will. Beide Bergsteiger sind mehrfache Rekordhalter auf verschiedenen Gipfeln der Erde. Dass sie gerade gleichzeitig am Everest auf neue Rekorde aus sind – ein professioneller Zufall.

Akklimatisierung bis zum Start im Mai

Sowohl Andrews als auch Egloff planen ihre Rekordversuche im Mai, also erst in ein paar Wochen – bis dahin gilt es sich in der Höhe zu akklimatisieren. Tyler Andrews hat dabei die Bestzeit von Kazi Sherpa im Blick, der 1998 den Everest ohne Sauerstoff und über die Südroute in 20 Stunden und 24 Minuten bestieg.

Ich glaube, ich kann den Everest in 14 oder 15 Stunden besteigen.

Tyler Andrews gegenüber Explorersweb

Karl Egloff, der an vier der sieben höchsten Gipfeln der Welt Rekordzeiten hält, trainiert derzeit am Mera Peak im Himalaya für eine Begehung in unter 24 Stunden. In wenigen Wochen werden beide Bergsteiger vom Base Camp aus in ein unfreiwilliges Kopf-an-Kopf-Rennen starten.

Speedrekorde am Everest: umstrittene Bestzeiten

Rekordversuche am höchsten Achttausender sind auch außerhalb der Alpinismus-Szene mit öffentlichem Interesse verbunden und nicht unumstritten. Während bei den Bestzeiten generell Uneinheitlichkeit besteht – etwa welche Route gewählt und ob Sauerstoff genutzt wurde – gibt es auch Rekorde, die rückwirkend angezweifelt wurden.

So kämpfte Lhakpa Gelu Sherpa lange für die Anerkennung seiner Bestzeit an der Südseite aus dem Jahr 2003. Er hatte mithilfe von künstlichem Sauerstoff 10 Stunden und 56 Minuten zum Gipfel gebraucht – trotzdem wurde als Rekordhalter Pemba Dorje Sherpa geführt, der 2004 behauptete, in nur 8 Stunden und 10 Minuten den Gipfel erreicht zu haben.

Beweisen konnte Pemba Dorje Sherpa den Rekord, der in Bergsteigerkreisen für gehobene Augenbrauen sorgte, aber nie – im November 2017 erklärte Nepals oberstes Gericht seinen Rekord deshalb für ungültig.

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Credits Titelbild: Kabita Darlami/Unsplash

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