Der Weltcup-Auftakt in Meiringen lief für Simon Lorenzi mit Platz 39 nicht wie geplant. Dafür konnte der Belgier im Boulderparadies Tessin seine Stärke unter Beweis stellen. In Brione gelangen ihm innert weniger Tage die Boulder Vecchio Leone (8b), Kingdom (8b+/c) sowie Everything the Light Touches (8c).

Der Auftakt der Weltcup-Saison verlief für Simon Lorenzi wie schon im Vorjahr nicht wunschgemäss. Trotz guter körperlicher und mentaler Verfassung schaffte der 25-Jährige die Qualifikation nicht und landete in Meiringen auf Platz 39. Im Anschluss an den ersten IFSC-Wettkampf des Jahres weilte Simon Lorenzi einige Tage in Brione. Dort gelangen ihm innert kürzester Zeit gleich mehrere harte Boulder im oberen achten Franzosengrad, darunter Vecchio Leone (8b), Kingdom (8b+/c) sowie Everything the Light Touches (8c).

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Simon Lorenzi am IFSC Boulder World Cup in Meiringen. Foto: Vladek Zumr

Neue Beta für kleine Kletterer

In Brione versuchte sich Simon Lorenzi auch am Boulder Poison the Well (8c+). Der überhängende Block mit seinen kräftigen und präzisen Zügen war bei der Erstbegehung durch Giuliano Cameroni im Februar 2019 erst der zweite Boulder dieser Schwierigkeit in der Schweiz.

„Auch wenn ich den Schlüsselzug noch nicht machen konnte, bin ich froh, eine Variante gefunden zu haben, die für mich funktioniert. I’ll be back.“

Simon Lorenzi

„Ich wollte eine neue Beta für kleinere Kletterer ausprobieren“, erzählt Lorenzi, der mit seinen 168 Zentimetern Körpergrösse zu den kleineren Athleten zählt. Und wie es scheint, hat der Belgier einen passenden Bewegungsablauf gefunden: „Auch wenn ich den Schlüsselzug noch nicht machen konnte, bin ich froh, eine Variante gefunden zu haben, die für mich funktioniert. I’ll be back.“

Video: Giuliano Cameroni bei der Erstbegehung von Poison the Well (8c+)

Kurzer Prozess

Die beiden Kinglines Vecchio Leone (8b) und Kingdom (8b+/c) hatte sich Simon Lorenzi bereits in der Vergangenheit kurz angeschaut. In den zwei Tagen, die er im Sektor Vecchio verbrachte, gelangen ihm die beiden Boulder schliesslich innerhalb der selben Session.

Kingdom wurde im Jahr 2013 vom Amerikaner Carlo Traversi erstbegangen und ursprünglich mit 8c bewertet. Spätere Begeher stuften den Boulder aber leichter ein, weshalb der Schwierigkeitsgrad bei der Slash-Bewertung 8b+/c liegt.

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Erstbegeher Aidan Roberts in seiner Kreation Everything the Light Touches (8c). Bild: Wedge Climbing

„Everything the Light Touches hat sich mit meiner Beta einfacher angefühlt. Aber das ist schwierig einzuschätzen, zumal mir der Stil perfekt liegt.“

Simon Lorenzi

Nach seinen Begehungen von Vecchio Leone und Kingdom nahm sich Simon Lorenzi die Neukreation Everything the Light Touches (8c) von Aidan Roberts vor. Nachdem er die für ihn passende Beta gefunden hatte, konnte er den Boulder bereits nach ein paar wenigen Versuchen durchsteigen. Zur Bewertung schreibt Lorenzi, dass sich die Linie mit seiner Beta etwas leichter angefühlt habe. Es sei aber schwierig einzuschätzen, zumal ihm der Stil perfekt liege.

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Credits: Titelbild Oriane Tollebeek