Die Südtiroler Simon Gietl und Manuel Oberarzbacher schenken uns pünktlich zur Weihnachtszeit eine neue Mixed-Route im Reintal! Am 23. und 24. November eröffnete die Seilschaft ihre Linie in der bisher ungekletterten Granit Wand und nur vier Tage darauf glänzte Gietl gemeinsam mit Mario Kapelle mit dem Rotpunkt von ARGOS (M9, WI6+) – ein früher Höhepunkt der jungen Eisklettersaison.
Besser könnte der Start in die kalte Jahreszeit nicht sein! Die neue Linie ist eine versteckte Perle, nur einen Steinwurf vom unserem Heimatdorf entfernt.
Simon Gietl und Mario Kapelle
Eine versteckte Wand im alpinen Herzen Südtirols
Rein in Taufers gilt als das Eisklettermekka Südtirols. Von leichten Einsteigerrouten bis zu langen alpinen Eisfällen ist im Reintal alles geboten. Trotz der scheinbaren Erschlossenheit des Tals birgt es noch immer Nischen, die unentdeckt geblieben sind. Genau in einer solchen versteckten Zone fanden Gietl und Oberarzbacher die markante, bisher ungekletterte Granitwand, in der jetzt ARGOS verläuft.

Der Zustieg führt über zwei kurze Mixed-Längen im M4 und M5+ Bereich, bevor ein kurzer Übergang zur Hauptwand den Blick auf die eigentliche Linie freigibt. Dort zieht sich die Route über fünf fordernde Seillängen hinweg durch festen Granit: von Risssystemen über Verschneidungen bis hin zu einem Abschnitt im mittleren Bereich, der von einer feinen, heiklen Eisglasur geprägt ist (WI6+).

Mixedklettern am Limit: M9 und WI6+
ARGOS bewegt sich im oberen Bereich der klassischen Mixed-Skala. Die Mischung erklärt, warum die Seilschaft selbst von einer »versteckten Perle« spricht: Die Linie bietet alles, was Mixedklettern so faszinierend macht – Präzision, Kraft, Ausdauer und einen guten Schuss alpines Gespür. Die Erstbegehung der Linie verlief vollständig traditionell. Alle geschlagenen Haken wurden in der Wand belassen: 6 Standhaken, 9 Zwischenschlaghaken und 3 Pecker. Gietl betont, dass es ihm ein Anliegen ist eine Tour so zu belassen, wie sie eröffnet wurde, ohne Material Herauszuschlagen.
Für Wiederholer empfiehlt die Seilschaft zwei Serien Totem Cams, einen #3 Friend und vier kurze Eisschrauben. Der Abstieg erfolgt über die Route per Abseilen.
Bemerkenswert, wie viel sich in einem Tal wie Rein in Taufers – mit seiner langen Eisklettergeschichte – noch finden lässt.
Simon Gietl und Mario Kapelle
Für Mixed-Begeisterte, die die Kombination aus Felspräzision und Eisgefühl lieben, dürfte die Route eine spannende Verlockung für die Wintersaison bieten.
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Credits: Alle Bilder von Simon Gietl




