Alex Honnolds Free-Solo am Taipei 101 – das Datum steht

Der US-Amerikaner Alex Honnold ist wohl einer der bekanntesten Extremkletterer der Welt. Man kennt ihn für spektakuläre Begehungen großer Wände, wie zum Beispiel »Freerider« am El Capitan. Nun plant er ein Free-Solo an einem der bekanntesten Wolkenkratzer der Welt: dem Taipei 101. Die 508 Meter hohe Ikone der taiwanesischen Hauptstadt zählt 101 Stockwerke und war bei ihrer Eröffnung im Jahr 2004 das höchste Gebäude der Erde. Heute rangiert sie zwar »nur« noch auf Platz 11, ist aber nach wie vor eines der markantesten Bauwerke Asiens.

Free Solo als Live-Event

Schon 2018 konnten Zuschauende in die Welt Alex Honnold und seiner Free Solo Karriere eintauchen. Der Oscar-premierte Dokumentarfilm »Free Solo« von Jimmy Chin begleitete Honnold damals auf seinem Weg zum Durchstieg von »Freerider« im Yosemite Valley. Bei dieser Doku haben viele Kletterfans schwitzige Hände bekommen. Dieses Mal wird das ganze nicht nur gefilmt, sondern Live übertragen – ein Format was zurecht für Diskussion sorgt. Der Streamingdienst Netflix wird Honnolds Versuch, die Außenfassade von Taipei 101 zu erklimmen, live begleiten. Die zweistündige Spezialsendung trägt den Titel »Skyscraper Live« und soll am Freitag, den 23. Januar, ausgestrahlt werden. Auf dem Portal »X« postete Honnold am 21. Dezember »Der Taipei 101 war schon lange ein Ziel von mir und ist definitiv die ambitionierteste urbane Klettertour, die ich mir jemals vorgenommen habe.«

Honnolds faszination mit dem Taipei 101

Honnolds Interesse an einem Free-Solo am Taipei 101 ist nicht neu. Bereits 2012 beschäftigte er sich erstmals intensiv mit der Idee. Geplant war damals, den Turm aus Glas, Stahl und Beton noch im selben Jahr zu begehen – live übertragen auf dem National Geographic Channel. Zu dieser Zeit war der Taipei 101 noch das zweithöchste Gebäude der Welt. Das Projekt wurde zunächst auf 2014 verschoben und schließlich ganz verworfen.
Wieso also jetzt? Laut Honnold ist die Antwort ganz einfach: Weil er eine Genehmigung bekommen hat. Das erzählt er im Interview mit »Tudum«. Laut dem Free-Solo Profi ist es sehr schwer die Erlaubnis zum Klettern dieses Gebäudes zu bekommen, deshalb will er die Chance direkt nutzen.

Alain Robert als Vorbild 

Der französische Freikletterer Alain Robert ist bekannt für zahlreiche Free-Solo-Begehungen an hohen Gebäuden, darunter der Eiffelturm in Paris, das Empire State Building in New York und die Petronas Towers in Kuala Lumpur. Bei seiner Begehung des Taipei 101 im Jahr 2004 war er jedoch am Seil gesichert. Auch diese Begehung wurde damals live übertragen. Robert bewertet die Schwierigkeit von Gebäuden anhand einer eigenen Skala von 1 bis 10. Der Taipei 101 liege seiner Einschätzung nach bei etwa 5,5 bis 6. In einem Interview mit »Climbing« erklärte Robert, dass es an dem Wolkenkratzer keine wirkliche Crux gebe. Die Schwierigkeit bestehe vielmehr darin, dieselbe Bewegung immer wieder zu wiederholen. Die Herausforderung liege somit weniger in der Kraft als in der Ausdauer.


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Credits: Titelbild: Adobe Stock

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4 Kommentare

  1. Skirennen, im besoderen auch lebensgefährliche Abfahrten werden ebenfalls live übertragen. Warum soll das beim Klettern anders sein? Es wird niemand gezwungen da zuzuschauen.

  2. Sorry, aber wer sich so was anguckt, lässt sich wahrscheinlich auch von den enhanced games faszinieren und von Thiel und Trump f***. Was hat das mit Klettern zu tun, was mit Bergsport und was mit Bergsteigen? Wer was Vernünftiges tun will, setzt sich für Mountain Wilderness oder gegen den Klimawandel ein, für Demokratie oder gegen Zensur. Im Affentheater bleiben die Affen besser unter sich.

  3. Ok, mein erster Kommentar wurde wohl wegen deutlicher Aussage nicht veröffentlicht. Sage ich es also so: Free Solo – der Film war packend inszeniert, spannend, begeisternd,. (auch wenn freie Solo-Begehungen m.E. nichts für die Öffentlichkeit sind). A. H. hat viele Sympathie-Punkte gesammelt.
    Aber an einem Haus hochzugehen und n-mal den gleichen Bewegungsablauf zu wiederholen – wer sollte das interessant finden?
    Der Einsatz ist hoch (auch einem Profi kann ein Fehler unterlaufen), der mögliche Gewinn eher gering (außer vielleicht Geld für den Athleten), vor allem für den Zuschauer. Bleibt nur ein logischer Schluss: lieber die Zeit in der Boulderhalle verbringen als vor dem Display.

  4. Come on, jeder der oder die Klettern wirklich liebt, steht ab und zu vor einem Gebäude und denkt: boah, DA würde ich gern rauf… ist aber leider verboten. Und Honold darf das und er kann das sowieso. Vor allen ist er mit seiner super relaxten Art ein toller Botschafter des Kletterns. Da gibt es NICHTS gegen einzuwenden.

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