Alex Rohr klettert La Castagne (9a+) in St. Léger

Der Schweizer Kletterer Alex Rohr sichert sich nach Adam Ondra und Alex Megos die dritte Begehung der 9a+ Route La Castagne im französischen St. Léger. Der Felsriegel unterhalb von Mont Ventoux ist bekannt für seine Vielfalt an schwierigen Kletterrouten.

Am 1. Dezember sicherte sich Alex Rohr die dritte Begehung von La Castagne (9a+). Die Erstbegehung der Linie gelang Adam Ondra im Februar 2018. Gut zwei Jahre später kam Alex Megos, der die Linie im dritten Go kletterte und eine leichte Bewertungskorrektur von 9a+ auf 9a/+ vorschlug.

Alex Rohr klettert La Castagne (9a+) in St. Leger. Bild: John Thornton
Alex Rohr klettert La Castagne (9a+) in St. Léger. Bild: John Thornton

Harte Boulder-Schlüsselstelle

La Castagne ist rund 25 Meter lang. Die Schwierigkeiten liegen vor allem im ersten Teil der Route, wo sich auch die Schlüsselstelle befindet: Ein harter Boulder mit etwa sieben Zügen. Danach folgt anhaltende Kletterei an kleinen Leisten.

Der Felsriegel von St. Léger liegt direkt unterhalb von Mont Ventoux und bietet eine Vielzahl von Routen von 8a bis sehr schwer. Für gewöhnlich herrschen in St. Léger fürs Klettern sehr günstige Bedingungen vor: trocken, viel Wind und perfekte Temperaturen.

Vier Tage mit guten Verhältnissen steckten Alex Rohr einen engen Zeitrahmen für seinen Erfolg. Bild: John Thornton
Vier Tage mit guten Verhältnissen steckten Alex Rohr einen engen Zeitrahmen für seinen Erfolg. Bild: John Thornton

Anspruchsvolle Bedingungen

«Dieses Mal war es mehr oder weniger das Gegenteil», erzählt Alex Rohr. Während der zwei Wochen ihres Klettertrips hatten sie vier Tage, an denen sie nicht klettern konnten, weil der Fels komplett nass war. Mehrere Tage sei es zudem sehr heiss oder extrem kalt gewesen. So verblieben vier Tage, um das Projekt ins Trockene zu bringen.

«Zu Beginn unseres Trips war ich ziemlich sicher, dass ich die Linie wie geplant klettern würde und genug Zeit hatte.»

Alex Rohr

Alex Rohr hatte La Castagne bereits vergangenen April während dreier Tage projektiert sowie Anfang dieses Jahres ein paar kurze Versuche getätigt. «Zu Beginn unseres Trips war ich ziemlich sicher, dass ich die Linie wie geplant klettern würde und genug Zeit hatte.» Am Ende habe das Wetter die Sache ziemlich aufregend gemacht.

Uncut von Alex Megos in La Castagne

Auf den letzten Drücker

An einem Tag sei er schlicht zu nervös gewesen, um gut zu klettern. «An den anderen Tagen konnte ich alles geben und habe die Route bei der allerletzten Gelegenheit gepunktet, just bevor sich das Wetter noch mehr verschlechterte», so Alex Rohr.

«Ich habe aus meinen früheren Projekten und Misserfolgen einiges gelernt, und diesmal passte einfach alles zusammen.»

Alex Rohr

Sein Erfolg in La Castagne führt der Schweizer Kletterer zu einem grossen Teil auf seine bisherigen Erfahrungen zurück: «Ich habe aus meinen früheren Projekten und Misserfolgen einiges gelernt, und diesmal passte einfach alles zusammen.»

«Ich war im Flow, auch wenn es hart war, gute Versuche zu tätigen. Ich machte Fortschritte – und das ist alles was zählt und vermutlich auch der Grund, warum mich dieses Projekt so glücklich macht.»

Alex Rohr

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Credits: Titelbild John Thornton

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