Seb Bouin begeht die schwerste Route Frankreichs: La Rage d’Adam (9b/+)

Dem Franzosen Sébastien Bouin gelingt die Erstbegehung der schwersten Route Frankreichs. Bei La Ramirole, Verdon, gelingt ihm nach etlichen Versuchen die Rotpunktbegehung von La Rage d’Adam, die er vorsichtig mit 9b/+ einstuft.

Kaum haben sich die hochsommerlichen Temperaturen verabschiedet, zog es Seb Bouin wieder in die Verdonschlucht, um endlich einen Strich unter sein Langzeitprojekt La Rage d’Adam zu ziehen. Die Linie bei La Ramirole wurde von Antonin Rhodes eingerichtet und von Seb vor vier Jahren zum ersten Mal probiert.

„Die Route mit ihren Bewegungen und ihrer Schönheit ist super beeindruckend. Zu Beginn klettert man über sechs Exen hinweg im 8c-Bereich, bis man die Schlüsselstelle erreicht. Nun folgen zehn verdammt schwere Züge an kleinen Zangen und Untergriffen in super steilem Gelände.“

Seb Bouin über La Rage d’Adam (9b/+)

Wer den 8c-Abschnitt und die Schlüsselstelle überwunden hat, muss „nur“ noch 25 Meter im 8b-Bereich weiterklettern, um sich die Rotpunktbegehung einzuheimsen. Das die Route verdammt schwer ist zeigt die Tatsache, dass Adam Ondra im Jahr 2015 nicht einmal die Schlüsselstelle klettern konnte.

„Als ich zur Schlüsstelle kam und die Bewegungen 20 Minuten lang studiert, konnte ich immer noch keine Lösung finden, die kletterbar war. Ich habe eine verrückte Gaston-Lösung versucht, die dann aber auch nicht klappte. Für mich war die Route damals in naher Zukunft nicht kletterbar, so mein Fazit.“

Adam Ondra über seinen Versuch in der Route La Rage d’Adam

Seb Bouin hingegen liess nicht locker und fuhr seither jährlich in die Verdonschlucht, um an der Route zu tüfteln. Mit Erfolg. Am vergangenen Mittwoch, 4. September 2019, gelang ihm die Erstbegehung der schwersten Route Frankreichs, La Rage d’Adam (9b/+).

Seb Bouin beim Projektieren von La Rage d’Adam

Bei der Bewertung hadert Seb Bouin. Adam hingegen meint, die Route seit ziemlich sicher im Bereich 9b/b+ oder womöglich noch schwieriger. Adam ist es denn auch, der in unserer Interview-Serie „Athletes Ask Athletes“ Seb Bouin fragte, warum er seine Routen immer so hart bewerte. Dazu mehr in diesem Artikel.

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Credits: Julia Cassou

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