Laut Gerüchten stehen die Olympischen Sommerspiele in Tokio auf der Kippe. Hinter den Kulissen wird offenbar über eine Absage des Grossanlasses diskutiert.

Die Gerüchteküche brodelt. Wie die britische Zeitung The Times berichtete, sucht die japanische Regierung nach einem Weg, die bereits um ein Jahr verschobenen Olympischen Sommerspiele in Tokio abzusagen. Die Times zitiert einen ranghohen Beamten mit den Worten:

Niemand will der Erste sein, aber alle sind sich einig, dass eine Durchführung angesichts der Corona-Pandemie zu schwierig ist.

Als Alternative soll versucht werden, Tokio als Austragungsort der Sommerspiele 2032 zu positionieren. Ein weiterer Regierungsverteter, Tara Kono lässt verlauten, dass momentan alles daran gesetzt werde, die Spiele durchzuführen. Er fügt aber hinzu: „Es kann so oder so ausgehen. Das Olympische Komitee muss über einen Plan b und einen Plan C nachdenken.“

Rückhalt in der Bevölkerung schwindet

Die Bevölkerung steht der Regierung immer kritischer gegenüber und ist der Meinung, die Corona-Pandemie werde zu wenig entschlossen angegangen. Auch immer weniger Rückhalt geniessen die Olympischen Sommerspiele, die auf dieses Jahr verschoben wurden. Neuesten Umfragen zufolge plädieren 80 Prozent der Japanerinnen und Japaner dafür, den Grossanlass erneut zu verschieben oder abzusagen.

80 Prozent der Bevölkerung Japans möchten die Spiele verschieben oder absagen.

Mit ein Grund für den immer geringeren Rückhalt sind sicherlich auch die Kosten der Olympischen Spiele. Im Dezember verkündete das Organisationskomitee, dass die Verschiebung zu Mehrkosten von rund zweieinhalb Milliarden Schweizer Franken führte. Damit liegen die Gesamtkosten der Spiele bei mittlerweile rund 23 Milliarden Schweizer Franken.

Internationales Olympisches Komitee (IOC) widerspricht

Die Antwort seitens IOC liess nicht lange auf sich warten. IOC-Präsident Thomas Koch kommunizierte Mitte Januar: „Es gibt überhaupt keinen Grund zu glauben, dass die Olympischen Spiele in Tokio nicht am 23. Juli im Olympiastadion von Tokio eröffnet werden.“ Bach ergänzte diese Aussage an der Medienkonferenz vom 27. Januar 2021 und sagte: „Alle 206 Nationalen Olympische Komitees, alle Internationalen Verbände sowie die Athleten stehen hinter der Durchführung der Sommerspiele.“

Es gibt überhaupt keinen Grund zu glauben, dass die Olympischen Sommerspiele nicht stattfinden werden.

Schon im vergangenen Jahr hielten das japanische Organisationskomitee sowie das IOC lange an der Durchführung fest, während einige Länder ihre Olympia-Teilnahme bereits absagten. Erst nach enormen Druck und langem Abwarten wurde die Verschiebung verkündet. Die grosse Frage bleibt: Wiederholt sich die Situation aus dem Jahr 2020?

Pressekonferenz des IOC vom 27. Januar 2021

Das könnte dich interessieren

+++
Credits: Titelbild Greg Martin/IOC

Kletterschuh