Die Slowenin Janja Garnbret bestätigt einmal mehr ihre absolute Dominanz im Sportklettern der Frauen. Sie gewinnt die Goldmedaille im Sportklettern an den Olympischen Sommerspielen in Tokio. Auf den Rängen 2 und 3 folgen die beiden Japanerinnen Miho Nonaka und Akiyo Noguchi. Jessica Pilz fällt kurz vor Wettkampfende auf den 7. Schlussrang.

In einem separaten Artikel haben wir für euch den gesamten Wettkampf Schritt für Schritt festgehalten. Hier geht es zum Live-Ticker.

Begonnen hat das heutige Olympia-Final der Frauen ohne grosse Überraschungen, zumindest was die Rangierung anbelangt. Die beiden Speedkletter-Spezialistinnen, Aleksandra Miroslaw und Anouck Jaubert, belegten die Ränge 1 und 2. Auf die beiden folgten die beiden Japanerinnen Miho Nonaka und Akiyo Noguchi. Für die Welt der Speedkletterinnen war heute ein grosser Tag: Aleksandra Miroslaw im letzten Lauf nämlich einen neuen Weltrekord bei den Frauen auf: Neu liegt die Bestzeit bei 6.84 Sekunden.

Aleksandra Miroslaw stellt im letzten Lauf einen neuen Weltrekord im Speedklettern auf.

Die Goldmedaillenfavoritin Janja Garnbret musste mit dem fünften Rang in die nächste Disziplin starten und damit mit dem Multiplikationsfaktor 5. Doch dieser belastete sie im Endergebnis nicht wirklich, wie sich später herausstellte.

Souverän zum Bouldersieg

Die Boulderprobleme, die die Routenbauer für die Frauen vorbereiteten, erwiesen sich als zu hart – oder doch nicht? Sieben der acht Finalistinnen schafften kein einziges Top. Aber – da fehlt noch jemand. Richtig, Janja Garnbret. In gewohnter Manier zeigte sie, dass es eben doch geht. Zwei Finalboulder toppte die Slowenin, einzig am letzten Boulder, ein brutal kräftiges Problem, scheiterte sogar die Kronfavoritin.

Janja Garnbret toppt Boulder Nummer 1 im Finale der Olympischen Spiele. (Bild ARD)
Janja Garnbret toppt Boulder Nummer 1 im Finale der Olympischen Spiele. (Bild ARD)

Ganz so falsch lagen die Routenbauer also nicht, denn die Boulderprobleme waren ganz offensichtlich zu lösen. Leider einfach nur von einer Person. Wiederholt standen die Routenbauer vor einem grossen Problem: Schrauben sie die Boulder so, dass eine grössere Anzahl Finalistinnen sie klettern können, so spaziert Janja einfach hoch. Heute jedoch musste auch sie sich anstrengen.

Japanerinnen boten Janja Garnbret die Stirn.

Zweitbeste in der Disziplin Bouldern war die Amerikanerin Brooke Raboutou, die damit ihren hohen Multiplikationsfaktor von 7 aus der Speed-Disziplin wieder etwas glättete. Auf Raboutou folgten dann auch schon wieder die beiden Japanerinnen. Die beiden waren also weiterhin ernsthafte Kontrahentinnen von Janja, denn sie schlossen die Disziplin Speed besser ab.

Einzig dieser Boulder war gar für Janja Garnbret zu schwer, um getoppt zu werden. (Bild ARD)
Einzig dieser Boulder war gar für Janja Garnbret zu schwer, um getoppt zu werden. (Bild ARD)

Gold noch nicht auf Nummer sicher

Zu Beginn der Disziplin Lead lag die Punkteverteilung zwischen Garnbret, Nonaka und Noguchi bei 5, 9 und 16 Punkten. Die drei lagen also dicht beieinander. Nach ihrem Durchgang im Leadklettern lag Janja Garnbret an erster Stelle der Gesamtwertung. Die Goldmedaille war quasi vor ihrer Nase.

Trotz des souveränen Laufs von Janja Garnbret beim Leadklettern war ihr die Goldmedaille noch nicht garantiert.

Doch Nonaka, Pilz und Seo konnten sie noch vom obersten Treppchen des Siegerpodests schupsen. Von den dreien hätte einzig Nonaka noch eine Chance auf die Goldmedaille gehabt, die anderen beiden hätten einzig Garnbret um die Goldmedaille gebracht.

Damit diese doch eher unwahrscheinliche Situation hätte eintreten können, hätten alle drei höher als Garnbret klettern müssen, dann noch in spezieller Reihenfolge. Also eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Und so war es denn auch. Miho Nonaka flog schon bei Griff 21 raus, Jessica Pilz solide bis knapp unter Garnbret. Noch näher an Garnbret war die Koreanerin Chaehyun Seo, die lediglich zwei Griffe unterhalb der Slowenin rausfiel. Summa Summarum: Janja Garnbret war nach ihrem Lauf und dem frühen aus von Nonaka bereits Olympic Champion!

Schlussrangliste – Sportklettern Frauen

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Credits: Titelbild ARD

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