Im Test: Arc’teryx Beta Jacke & Beta Hose 

Wir haben die leichtgewichtige Beta-Kombination von Arc’teryx, bestehend aus Jacke und Hose, auf einer Gletschertour getestet. Eine Hardshell Kombi vom Feinsten. 

Erster Eindruck: Leicht, aufgeräumt, technisch

Klare Linien, wenig Schnickschnack, aber durchdachte Details. Das ist der erste Blick auf die Beta-Kombi. Die Verarbeitung ist sauber und schlicht, wie man es von Arx’teryx kennt.
Statt klassischer Nähte werden viele Konstruktionselemente laminiert. Diese Art der Verarbeitung reduziert Gewicht, verhindert Nahtstellen als Schwachpunkt und das eindringen von Wasser.

Das Material fühlt sich, für Hardshell, angenehm weich an. Verantwortlich dafür ist das Gore Tex ePE-Material. Es ist leichter als sein Vorgänger, durch eine Membran, die nur noch halb so dick ist, sehr atmungsaktiv, da Schweiß in Form Wasserdampf leicht nach außen entweichen kann und soll eine lange Produktlebensdauer sicherstellen, um Ressourcen zu sparen.   

Sowohl die Hose als auch die Jacke wiegen außerdem weniger als 300 Gramm.  

  • Arc'teryx Beta Jacke in Solitude
  • Sicht auf den Gletscher

Auf Tour: Kalter Wind, sonnige Gratwanderung

Wir haben die atmungsaktive Beta-Kombi auf einer eintägigen Gletschertour am Col d’Entrèves im Mont Blanc-Massiv getestet. Als wir am frühen Morgen aus der Gondel gestiegen sind, pfiff uns ein kalter Wind um die Ohren, später zeigte sich der Berg dann von seiner besten Seite – Sonne pur, kein Wind, kein Regen.

Trotzdem hat sich der Einsatz der Hardshells gelohnt: Beim morgendlichen Zustieg hat die Kombi erstmal von ihrem Windschutz überzeugt. Die StormHood Kapuze ist helmkompatibel und bietet so extra Schutz für die Ohren. Einstellen lässt sie sich auch ganz einfach über einen einzelnen Gummizug am Hinterkopf.
Auch die beiden Versteller am unteren Saum der Jacke tragen zur individuellen Passform bei – sie sorgen dafür, dass kein Wind eindringen kann und die Jacke körpernah abschließt. Als Frostbeule, die kein Fan von beißendem Wind ist, habe ich hier wirklich Gefallen an der Jacke gefunden.

Die Beta Hose punktet mit ihrer Bewegungsfreiheit. Beim Klettern oder bei weiten Schritten in Steigeisen zwickt nichts. Überraschend für mich: Am Nachmittag bei starker Sonneneinstrahlung ließ sich die Hose ohne Base Layer sehr gut tragen – trotz ihres Hardshell-Charakters fühlt sich das Material direkt auf der Haut weich und nicht störend an.
Der dreiviertellange Seitenreißverschluss erleichtert das An- und Ausziehen mit Steigeisen und Bergschuhen erheblich und bietet eine schnelle Durchlüftung bei wechselnden Wetterverhältnissen.

Erwähnenswert finden wir auch den eingearbeiteten Recco Reflector in Jacke und Hose für verbesserte Auffindbarkeit in Notfallsituationen.

Arc'teryx Beta Jacke in Electra
Arc’teryx Beta Jacke in Electra

Konzentration aufs Wesentliche

Beide Teile setzen auf einen reduzierten Funktionsumfang: Die Jacke bietet zwei Seitentaschen und ein kleines Innenfach. Für Leute, die gern viele Snacks in den Taschen mit sich führen, könnte sich hier ein Engpass ergeben, ansonsten sehen wir das nicht als problematisch an. Was uns jedoch bei der Beta Hose so gut gefallen hat, fehlt leider bei der Jacke: Eine Unterarmbelüftung wäre für wechselhaftes Wetter oder schweißtreibendere Aktivitäten noch ein echter Game-Changer.

Andererseits: Wer mit leichtem Rucksack, Fokus auf Effizienz und Gewichtsersparnis unterwegs ist, etwa auf Skitour, Gletschertour oder anspruchsvoller Mehrtagestour, wird den Minimalismus und das daraus resultierende leichte Packmaß schätzen. Wir übrigens auch! 

Verringerung der Umweltbelastung durch Innovation

Die neuen Betas sind dünner und leichter als frühere Modelle, bei gleichbleibender Atmungsaktivität und Wetterschutz. Arc’teryx setzt nämlich beim neuen Beta-System konsequent auf Gore-Tex ePE. Diese ePE-Membran entstand in der Zusammenarbeit zwischen Arc’teryx und Gore.  

Warum benötigt es eine neue ePE Membran? Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger wird sie ohne absichtlich zugeführte PFAS hergestellt. PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe industriell eingesetzter Chemikalien, die extrem langlebig, teils krebserregend und umweltschädlich sind. Ihre Herstellung belastet Luft und Wasser, und einmal in die Umwelt gelangt, sind sie kaum abbaubar. (Quelle: Umwelt Bundesamt) 

Die neue ePE-Membrantechnologie setzt dagegen auf expandiertes Polyethylen (ePE), um dauerhaft wasserdichten, winddichten und atmungsaktiven Schutz zu gewährleisten, und zwar ohne den Einsatz von PFAS. (Quelle: Gore-Tex) 

Reduziert, funktional und verlässlich

Die Arc’teryx Beta Jacke und Beta Hose sind eine durchdachte Wetterschutz-Kombination für sportliche und alpine Unternehmungen, bei denen es auf Vielseitigkeit und Robustheit ankommt.

Die Kombi hat bei uns mit hohem Tragekomfort, zuverlässigem Windschutz und ihrer Bewegungsfreiheit überzeugt. Als leichte Allround-Hardshell mit reduziertem ökologischen Fußabdruck macht die Beta-Kombination einen sehr stimmigen Eindruck.

Die Jacke eignet sich aufgrund ihres schlichten Schnitts und des geringen Gewichts auch für den Alltag, etwa beim Pendeln mit dem Rad oder als Regenjacke.

Wer bereit ist, für hochwertige Verarbeitung, leichtes Gewicht und eine umweltfreundlichere Konstruktion etwas mehr auszugeben, findet in der Beta-Serie zwei verlässliche Begleiter für Bergtouren, Gletschertraversen und aktive Alltagsnutzung.

Technische Daten (Beta Jacke)Technische Daten (Beta Hose)
Material: GORE-TEX ePE 3L mit C-KNIT Backer
Gewicht: ca. 300 g
Preis: 400 €
Material: GORE-TEX ePE 3L mit C-KNIT Backer
Gewicht: ca. 276 g
Preis: 300 €

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Credits Titelbild: Lacrux

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