Neue Route in der wilden Matterhorn Südwand eröffnet

Am 6. Februar haben die vier italienischen Alpinisten Francois Cazzanelli, Jerome Perruquet, Marco Farina und Stefano Stradelli in der exponierten und selten begangenen Südwand des Matterhorns eine neue Route eröffnet: Una Follia per Adriana – The Great Dihedral of The South Face (800m, M7, 6b, R4).

Das italienische Team hatte die Linie bereits Ende Januar erstzubegehen versucht, musste den Versuch aufgrund unvorhergesehener Schwierigkeiten jedoch abbrechen. Eine Woche später kehrten Francois Cazzanelli, Jerome Perruquet, Marco Farina und Stefano Stradelli mit neuem Elan und neuer Strategie in die Matterhorn-Südwand zurück. Mit Erfolg: 12 Stunden nach dem Start in Seggiovia Pancheron standen sie auf dem Gipfel.

Ihre neue Route Una Follia per Adriana – The Great Dihedral of The South Face (800m, M7, 6b, R4) verläuft zwischen dem Picco Muzio (4187m) und dem Pilastro dei Fiori (4000m). Sie umfasst 300 Meter Kletterei im steilen Schneecouloir sowie 500 Meter in anspruchsvollem und exponiertem Mixed-Gelände.

Erfahrungsbericht von Francois Cazzanelli

Von Schwierigkeiten überrascht

Ich habe diese Route gesehen, während ich mit meinem Cousin Teto Ski gefahren bin. Ich habe sofort mit Marco darüber gesprochen, und auch er hatte sie vor einigen Jahren bemerkt. Wir haben Jerome und Stefano angerufen, und das Team war bereit.

Beim ersten Versuch hatten wir keine klare Strategie oder Vorstellung davon, wie die Route sein würde. Wir hatten nicht mit einer so steilen und vertikalen Wand gerechnet, die manchmal überhängt.

Francois Cazzanelli

Das Problem war, dass wir keinen klaren Plan hatten. Wir haben auch ziemlich schnell erkannt, dass die Begehung dieser Route besondere Bedingungen erfordert. Dennoch gelang es uns an diesem Tag, sechs Seillängen der Route zu erklimmen, wobei Jerome vier führte und Marco und ich die anderen zwei.

In der wilden, exponierten und selten begangenen Südwand des Matterhorns. Bilder: Damiano Levati | Storyteller Labs

Erfolg im zweiten Anlauf

Am Dienstag passte einfach alles zusammen. Die Stimmung im Team war super und die Bedingungen perfekt! Nach ein paar zu heissen Tagen waren die Temperaturen gesunken und der Himmel war bewölkt – perfekt für uns! Die Bedingungen der Route waren etwas trocken, aber immer noch gut.

Wieder war es Jerome, der die ersten vier Seillängen hinaufstieg, ich kletterte die nächsten zwei, und um 11 Uhr waren wir bereits an unserem höchsten Punkt unseres ersten Versuchs. Damals waren wir erst um 16 Uhr dort. An diesem Punkt zog ich meine Kletterschuhe an und eröffnete die nächsten zwei Seillängen.

Die erste war sehr beeindruckend, ein gigantischer Offwidth mit viel Luft unter meinem Hintern! Die zweite war einfacher, aber der plattige Einstieg hat mich ganz schön gefordert.

Francois Cazzanelli
Francois Cazzanelli in der gewaltigen Verschneidung der siebten Seillänge. Bild: Damiano Levati | Storyteller Labs
Francois Cazzanelli in der gewaltigen Verschneidung der siebten Seillänge. Bild: Damiano Levati | Storyteller Labs

In Gedenken an Adriana Pession

Dann war Marco an der Reihe, der eine Seillänge mit sehr schlechtem Fels eröffnete. Der letzte Abschnitt war einfacher, und schliesslich kamen wir unter dem riesigen Block, der den Pfeiler überragt, in die Sonne . Wir möchten diese neue Route und ihren Namen der verstorbenen Adriana Pession widmen.

Adriana arbeitete ihr ganzes Leben lang als Sekretärin der Gesellschaft der Bergführer des Matterhorns und war wie eine zweite Mutter für uns und alle Bergführer hier.

Francois Cazzanelli

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Credits: Titelbild Bild: Damiano Levati | Storyteller Labs

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