Beim ersten Lead-Weltcup in der spanischen Hauptstadt erwarteten die Athletinnen und Athleten erneut besonders schwere Halbfinal- und Finalrouten. Bei den Herren sicherte sich Dohyun Lee, bei den Damen Annie Sanders das vorletzte Weltcup-Gold der Saison.
Nach einer harten Finalrunde beim letzten Lead-Weltcup in Chamonix wartete auch die Station in Madrid mit schweren und besonders boulderlastigen Sequenzen in den Routen auf. Bei den Damen sorgte dabei ein spektakulärer Paddle-Dyno im unteren Teil der Finalroute für Drama und Überraschungen.
Zwei Medaillen für die USA
Bei besagtem Sprung stürzten drei der acht Finalistinnen – darunter nicht nur Belgiens Heloise Doumont und Sloweniens Rosa Rekar, sondern auch die Gewinnerin aus Chamonix, Chaehyun Seo. Daraufhin lag es an ihren Hauptkonkurrentinnen der Saison, allen voran Erin McNeice und Annie Sanders, den extrem physischen Rest der Route zu meistern.
Während Großbritanniens McNeice dabei zum erst dritten Mal in der Saison ohne einen Podiumsplatz verblieb, kletterte Sanders wie schon ihm Halbfinale und in gewohnt statischer Manier bis zum einzigen Top des Abends und zur Goldmedaille. Auch Laura Rogora und Brooke Raboutou erreichten fast das Ende der Headwall, fielen jedoch beim Sprung an den Top-Griff.

Raboutou, der zuletzt in Chamonix ihr Weltcup-Comeback auf Platz 4 gelang, holte sich somit in Madrid ihre erste Medaille der Saison. Und ihre letzte: Die US-Amerikanerin kündigte bereits an, sich nach dem Weltcup erneut ihren Felsprojekten zu widmen.
Nach Madrid geht es für mich erstmal zurück an den Fels.
Brooke Raboutou
Jain Kim verpasst knapp Finaleinzug
Weltcup-Veteranin Jain Kim zeigte sich in Madrid bei ihrem mehr als 220. IFSC-Event. Die 36-Jährige kletterte sich in der Qualifikation mit Platz 8 solide ins Halbfinale, wo sie gemeinsam mit Heloise Doumont Platz 9 erreichte. Aufgrund des besseren Ergebnisses in der Qualifikation zog schließlich die Belgierin ins Finale ein, das Kim nur knapp verpasste.

Erstes Lead-Gold für Dohyun Lee
Bei den Herren sicherte sich Dohyun Lee überraschend den Sieg und seine erste Medaille der Saison 2025. Der Südkoreaner war bis auf zwei Stationen bisher in allen Boulder- und Lead-Weltcups des Jahres im Finale. Neben jeweils einer Silber- (Keqiao) und Bronzemedaille (Salt Lake City) im Bouldern war ihm bisher ein Lead-Podium verwehrt geblieben.
In Madrid steigerte sich Lee kontinuierlich: Er verbesserte sich von Platz 7 in der Qualifikation auf Platz 6 im Halbfinale. Mit seinem Highpoint im Finale kletterte er sich zu seinem ersten Gold in der Saison – und seinem ersten Lead-Titel überhaupt.
Es fühlt sich total surreal an. Ich bin so glücklich.
Dohyun Lee

Ginés López holt Silber vor Heimpublikum
Der klare Favorit des Abends war jedoch Alberto Ginés López, der als einziger spanischer Finalist die lautstarke Unterstützung seines Heimpublikums bis weit oben an der Wand gehört haben muss. Als Zweitplatzierter aus dem Semifinale kam er dem Highpoint von Dohyun Lee extrem nahe. Mit seinem Sturz – nur einen Zug früher als der Koreaner – musste sich López schließlich wie schon in Chamonix mit einer Silbermedaille zufrieden geben.
Das Podium ergänzte Satone Yoshida, der im Halbfinale einen üblen Sturz hingelegt und dabei rückwärts mit der Hüfte gegen einen Griff geprallt war. Als einer von vier Japanern im extrem knappen Finale erzielte er das beste Ergebnis seines Nationalteams. Insgesamt stürzten die ersten sechs von acht Finalisten zwischen dem 38. und 41. Griff.

Letzte Station der Saison: Koper, Slowenien
Nach einem intensiven Sommer gibt es jetzt für die Athletinnen und Athleten eine längere Pause, bis vom 5. bis 6. September der letzte Lead-Weltcup im slownenischen Koper stattfindet. Auch Lokalmatadorin Janja Garnbret wird sich dort erneut die Ehre geben.
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Credits Titelbild: IFSC/Dimitris Tosidis

