Siebe Vanhee flasht als erster die Trad Route »Muy Caliente« E9 6c

Am vergangenen Dienstag schaffte der Belgier Siebe Vanhee den ersten Flash der extrem schweren Trad Route »Muy Caliente« E9 6c in Pembroke, Wales. 

»Ich bin so begeistert hierüber!« Schreibt Siebe auf Instagram. Harte Routen zu onsighten oder zu flashen war für den Belgier Ziel seines Trips – das ihm offensichtlich gelungen ist! Muy Caliente verlangt mit seinem hohen E-Grad Nerven aus Stahl. 

Die Route wurde 2010 von Tim Emmett erstbegangen, der sie damals mit E10 und 7a bewertete. Durch die vielen Begehungen die folgten, wurde die Route auf E9 6c abgewertet. 

Die britische Trad-Szene hat mich schon immer inspiriert. Die Geschichten über historische Routen, die Legenden, die diese Erstbegangen haben und wie sie von anderen wiederholt worden sind. Das Klettern an den Kalksteinfelsen von Pembroke stand schon lange ganz oben auf meiner Liste.

Siebe Vanhee
Siebe Vanhee in Muy Caliente | Bild  Andrea Cossu / Onsen Productions.
Siebe Vanhee in Muy Caliente | Bild Andrea Cossu / Onsen Productions

»The head games are what I love«

Siebe reiste mit einem klaren Plan nach Wales. Auf seiner Liste standen einige Klassiker und er wusste von vornherein, dass er diese berühmten Linien klettern und wenn möglich auch flashen wollte. Trad-Routen, Runouts und ein hoher E Grad sind nämlich genau das, was Vanhee am Klettern liebt.

Trotzdem stieg er nicht blindlings in die Wand ein, sondern sammelte sich die wichtigen Informationen von Freunden und Locals zusammen. Dabei stellte sich schnell heraus, dass Muy Caliente der passende Kandidat für einen Flash–Versuch von Siebe war. 

Bei jedem großartigen Flash braucht man jemanden, der einem die Beta gibt, umso mehr bei Trad-Klettertouren mit einem hohen E-Grad, bei denen das Platzieren der richtigen Sicherung entscheidend ist.

Siebe Vanhee

Ben Heason, der Muy Caliente vor vielen Jahren geklettert war, gab sein bestes sich die Beta in Erinnerung zu rufen und Siebe die Route vor zu klettern. Die weiteren Informationsquellen waren ein Video von Hazel Findley und ein anderes von James Pearson. Schnell entschied sich der Belgier in die Route einzusteigen, anstatt den Versuch vor sich herzuschieben. 

Der richtige Moment

Die ersten 10 Meter teilt sich die Route mit dem Klassiker »Ghost Train«, einer E6 6b, ehe Muy Caliente nach links abgeht und man über lange Züge an kleinen Crimps weiter klettert. Erst 10 Meter weiter kommt als Sicherungspunkt eine in der Wand befestigte Schlinge, kurz davor kann man jedoch einen kleinen RP (sehr kleine Nutt) in einem dünnen Riss platzieren. 

Nach einem gelben Totem folgt ein kleines Mono–Fingerloch für die linke Hand. Den Mono dann aber mit der rechten Hand zu erreichen, stellte sich als große Herausforderung für Vanhee heraus und endete beinahe im Sturz. Er musste den Cam wieder entfernen um den Zug zu schaffen.

Nach 5,5 Minuten, in denen ich versuchte den Pump aus meinen Armen zu schütteln, entschied ich, dass es Zeit wurde in die richtige Crux einzusteigen.

Siebe Vanhee

Dank Ben Heasons Beta fühlte sich der Rest der Linie wie ein leichtes Ende an, schreibt Siebe. Nach dem Flash ging es dann in den Pub, laut Vanhee die tägliche Routine während seines erfolgreichen Trips. 

Siebe Vanhee in Muy Caliente | Bild  Andrea Cossu / Onsen Productions.
Siebe Vanhee in Muy Caliente | Bild Andrea Cossu / Onsen Productions.

Siebe Vanhees Ticklist aus Wales: 

Muy Caliente war nicht der einzige, nur der härteste Flash des Belgiers. Nach nur 10 Tagen konnte er eine beeindruckende Ticklist vorweisen:

– Point Blank E8 6c OS
– Mercia Wall E8 6c OS
– San Simian E8 6c OS
– Nothing to Fear E8 6b FLASH
– Do you know where your Children are? E8 6c FLASH
– Boat to Naxos E7 6b OS
– The Black Lagoon E6 6b / E7 6b FLASH
– Half man, Half Beast E6 6b / E7 6b (no pegs) FLASH
OS = On Sight

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Credits: Bilder & Titelbild:  Andrea Cossu / Onsen Productions

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