Bei den 34. IFSC Youth World Championships in Helsinki ist der weltweite Nachwuchs der Szene im Lead, Bouldern und Speed gegeneinander angetreten. Dabei waren nicht nur einige Namen dabei, die uns schon bekannt vorkommen – auch einige Newcomer zeigten auf dem größten internationalen Jugend-Wettkampf, dass wir künftig mit ihnen rechnen dürfen.
Eine Woche lang traf sich der internationale Wettkampfnachwuchs zu den Youth World Championships (YWCH) in Helsinki. Über sieben Tage hinweg wurden dort Wettbewerbe im Lead, Bouldern und Speed ausgetragen.
Die Jugend-WM gilt schon lange als Wiege für viele später erfolgreiche Profikletterinnen und -kletterer. Fast 500 Athletinnen und Athleten aus 56 Nationen starteten bei den YWCH in den Altersklassen U17 und U19. Wir stellen die Gewinnerinnen und Gewinner vor – und wagen eine Prognose, welche Namen wir uns für die Zukunft merken sollten.
Die YWCH haben sich als Sprungbrett für spätere Champions erwiesen. Einige der größten Namen unseres Sports haben hier ihre frühesten Karrierehighlights gefeiert.
IFSC
Bekannte Namen und Nationen dominieren Finals
Schon im Lead zeichneten sich Parallelen zum aktuellen Weltcup-Geschehen ab. Auch in der Jugend waren etablierte Kletternationen ähnlich stark vertreten wie im Weltcup. So war das japanische Team als einziges in allen vier Lead-Finals bei den YWCH dabei – mit nicht wenigen Athleten. Bis auf die U17-Herren war Frankreich ebenfalls in jedem Lead-Finale vertreten. Auch die USA, Italien und Südkorea stellten mehrere Finalteilnehmende.
Die Medaillen gingen dabei teilweise an Namen, die wir bereits kennen. Bei den U19-Damen gewann die Spanierin Geila Macià Martín im Lead. Martín, die dieses Jahr in Prag und Chamonix ihre ersten Weltcup-Finals bestritt, gewann bei den YWCH außerdem Silber im Bouldern.
Auch bei den U17-Damen ging das Lead-Gold an einen bekannten (Nach)namen der Szene. Die 16-jährige Rafael Kazbekova hatte im Semifinale als einzige die Route getoppt, was ihr nach einem Top im Finale schließlich den Sieg brachte. Kazbekova ist die jüngere Schwester der ukrainischen Olympiateilnehmerin Jenya Kazbekova.
Bei den U19-Herren entschied sich das Podium ebenfalls durch Countback zum Halbfinale. Sowohl Japans Manato Kurashiki und Hareru Nagamori als auch Tschechiens Lukas Mokrulusky fielen in der Finalroute beim gleichen Zug. Kurashiki gewann schließlich vor dem Tschechen, der diesen Mai mit nur 17 Jahren die berühmte Action Directe (9a) im Frankenjura geklettert hatte.
Im Lead-Finale der U17-Herren stellte Japan erneut zwei Drittel des Podiums, Jungbin Choi aus Südkorea holte Bronze. Weitere bekannte Namen in den vier Lead-Finals: Japans Marin Nakamura und Natsumi Oda – und Österreichs Flora Oblasser, die bei den U19-Damen Platz 8 belegte.
Starker internationaler Boulder-Nachwuchs
Während Japan auch im Bouldern mit drei von vier Goldmedaillen gewohnte Dominanz zeigte, war die Verteilung der Nationalitäten in den Finals hier etwas diverser als im Lead. Bei den U17-Damen kletterte sich die Europameisterin Paula Mayer-Vorfelder aus Deutschland auf Platz 4, auch Rumänien war mit Maya Ene (Platz 8) in einem Boulder-Finale vertreten.
Ich freue mich auf das nächste Level: internationale Wettkämpfe bei den Erwachsenen.
Paula Mayer-Vorfelder
Tschechiens Lukas Mokrulusky stellte mit einem siebten Platz im Bouldern seine Vielseitigkeit unter Beweis und kletterte als einer von wenigen Athleten in beiden Disziplinen im Finale. Kanada, Israel, Österreich, Thailand, die USA und Hong Kong konnten ebenfalls jeweils eine Athletin bzw. Athleten in die finale Boulderrunde schicken, die insgesamt stark von den japanischen, französischen und britischen Teams dominiert wurde. Dabei traten unter anderem der amtierende Boulder-Europameister mit Samuel Richard (FRA) und die Gewinnerin der YWCH 2023, Kaho Murakoshi (JPN).

Deutscher gewinnt im Speed der U19-Herren
Während einige Teilnehmenden die Disziplinen Boulder und Lead kombinierten, stand das Speedklettern wie üblich für sich, wo insbesondere das chinesische Team stark vertreten war. Auch Nationen wie Kasachstan, Südkorea, die USA, Italien und die Ukraine schafften es mehrfach in die Top 10.
Aodhán Umlauf holte schließlich bei den U19-Herren die einzige YWCH-Medaille für das deutsche Team. Der 18-jährige Schwabe setzte sich gegen Konkurrenten aus China, den USA und Italien durch und gewann mit einer Zeit von 5.37 Sekunden.
Nächste Station: Arco
Der Weltverband und der italienische Verband FASI haben bereits den Austragungsort der nächsten YWCH bekanntgegeben. Vom 18. bis 25. Juli 2026 wird der Nachwuchs im renovierten Climbing Stadium in Arco erneut beim größten internationalen Jugendwettkampf aufeinandertreffen.
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Credits Titelbild: IFSC

