Bergsport bei Olympia: Auch Skimo feiert Premiere

Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Milano-Cortina wird zum ersten Mal um Medaillen im Skibergsteigen gekämpft. Damit wächst die Zahl der Bergsportarten bei Olympia weiter.

Der DAV hat eine zweite Bergsportart erfolgreich auf den Weg zu Olympia gebracht. Nachdem Sportklettern schon zweimal bei den Sommerspielen dabei war, feiert »Skimo« – also Ski Mountaineering bzw. Skibergsteigen – diese Woche bei den Winterspielen in Milano-Cortina seine Premiere auf der größten Bühne des Sports.

Dass Skimo in das Programm der diesjährigen Winterspiele aufgenommen wurde, nennt der DAV eine »strukturelle Zäsur«. Vom Zeitpunkt der Bekanntgabe blieben dem Verein nur ein paar Jahre, um die Disziplin fit für Olympia zu machen – inklusive aller Regulatorien und interner Abläufe im Hintergrund.

Für den DAV bedeutete Olympia, innerhalb weniger Jahre ein professionelles System aufzubauen: Auswahlmechanismen, Governance-Strukturen, Datenerfassung, Verantwortung.

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Von alpinem Traditionssport zur olympiareifen Wettkampfdisziplin: Skibergsteigen (Bild: DAV/Nils Lang)

Der Weg zu Olympia: Strukturwandel hinter den Kulissen

Einer der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zu den Spielen in Milano-Cortina: die Entwicklung von Nominierungskriterien für die Athlet*innen. Basis dafür sind die Standards des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), woraufhin der DAV eigene Kriterien beschließen durfte.

In den mehrstufigen Prozess eingebunden waren laut DAV nicht nur die sportliche Leitung und Geschäftsführung Leistungssport, sondern auch die Trainer*innen und Athlet*innenvertretung sowie weitere Vertreter verschiedener DAV-Sektionen. Insbesondere die Sektion Berchtesgaden ist als Veranstalter des jährlichen internationalen Skitourenrennens, dem Jennerstier, stark im Wettkampf-Skimo involviert.

Olympia markiert keinen Abschluss der Entwicklung dieser Sportart und ihrer Strukturen, sondern einen neuen Beginn.

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Begrenzte Starterplätze für die Athlet*innen

Ende Dezember 2025 wurde es bei den Nominierungsrennen schließlich ernst für die Athletinnen und Athleten. Denn die Starterplätze der noch jungen Sportart sind auf weniger als eine Handvoll begrenzt. »Damit wird die Auswahl zur Verantwortung für die Athlet*innen ebenso wie für den Verband«, sagt Florian Heumann, Geschäftsführer Leistungssport beim DAV. Auch aus diesem Grund habe man interne Maßnahmen etabliert, die professionelle Strukturen sichern und Spannungsfelder reduzieren sollen.

Die Entscheidungen betreffen wenige Startplätze und entscheiden damit über Ziele, für die Athletinnen und Athleten über Jahre gearbeitet haben.

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Am Ende setzen sich zwei Athletinnen und ein Athlet durch: die amtierende Jugendweltmeisterin im Vertical Helena Euringer (Jahrgang 2006, DAV Berchtesgaden), und die mehrfachen Deutschen Meister*innen im Sprint Tatjana Paller (Jahrgang 1995, DAV Bad Tölz) und Finn Hösch (Jahrgang 2003, DAV Bergland München). Sie vertreten Deutschland bei der Olympia-Premiere im Skibergsteigen.

Startschuss am 19. Februar in Bormio

Für die drei Athlet*innen geht es schon heute mit den ersten Bewerben los. Im olympischen Programm ist Skimo mit insgesamt drei Wettkämpfen vertreten: Sprint Damen und Herren sowie eine Mixed-Staffel. Alle Rennen finden in Bormio in der Region Veltlin statt.

Donnerstag, 19. Februar 2026

  • 09:50 Uhr: Sprint Frauen Vorläufe
  • 10:30 Uhr: Sprint Männer Vorläufe
  • 12:55 Uhr: Sprint Frauen Halbfinale
  • 13:25 Uhr: Sprint Männer Halbfinale
  • 13:55 Uhr: Sprint Frauen Finale
  • 14:15 Uhr: Sprint Männer Finale

Samstag, 21. Februar 2026

  • 13:30 Uhr: Mixed Staffel

Ausblick Sommerspiele: Entwicklungen im Sportklettern & Paraclimbing

Auch bei den nächsten Spielen im Sommer 2028 in Los Angeles steht eine viel diskutierte Premiere für den Berg- und Klettersport an. Denn dort ist das Sportklettern zum ersten Mal als gesetzter »Programmsport« mit dabei – und erstmals mit drei separaten Medaillen für Lead, Bouldern und Speed.

Beim Olympia-Debüt des Sports 2021 in Tokio hatten die Athlet*innen noch in allen drei Disziplinen starten müssen, 2024 wurde Speed vom Combined-Format aus Boulder und Lead getrennt. Auch Paraclimbing wird 2028 in Los Angeles zum ersten Mal paralympisch – das Ergebnis jahrelanger Vorbereitungen.

All diese Entwicklungen zeigen, wie der Bergsport immer mehr im Mainstream ankommt: mit mehr Medaillen, mehr Aufmerksamkeit und in all seiner Vielfalt.

Alexander Megos im Halbfinale des Combined-Formats Boulder & Lead bei Olympia 2024 in Paris (Bild: Drapella/Virt/IFSC)

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Credits Titelbild: DAV/Leon Hösch

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