Alexander Rohr klettert momentan in Hochform. Innerhalb weniger Wochen gelingen ihm zahlreiche Routen im oberen achten und neunten Franzosengrad. Bei den beiden Routen Knockout (8c+) und Inferno (9a/9a+) handelt es sich um Erstbegehungen.

Und schon liefert ein weiterer Kletterer den Beweis, dass der Corona-Lockdown sich nicht all zu negativ auf die Kletterleistung auswirkte: Der Berner Alexander Rohr kletterte schwere Routen en Masse und eröffnete innerhalb kürzester Zeit zwei neue Touren im Sportkletter-Mekka Gimmelwald. Seine Ticklist (chronologisch, nicht abschliessend):

  • Transcription (9a) bei Charmey
  • El Molinero (8c+) bei Gimmelwald
  • Temps Difficiles (8c+) bei Soyhières
  • So-Ya-Yeh (8c) bei Soyhières
  • Le Roi Lèzard (8c/8c+) an der Jansegg
  • Knockout (FA, 8c+) in Gimmelwald
  • Inferno (FA, 9a/9a+) in Gimmelwald
  • Mission Max (8c) im Lehn
  • Un chant pour Phil (8c) bei Soyhières
Traumlinien und alpines Ambiente in Sportklettergebiet Gimmelwald. (Bild Actiontalk TV)

Auf den Spuren von Adam Ondra

Als erstes stand für Alexander Rohr die Route Transcription (9a) im freiburgischen Charmey auf dem Programm, die Adam Ondra 2014 erstbeging. Zwei Wochen später war es die 8c+ Route El Molinero in Gimmelwald, die der junge Berner rotpunkt kletterte.

Ich wollte als erster nach Adam die Route wiederholen. Umso mehr hat es mich natürlich gefreut, dass es mit dem Durchstieg geklappt hat.

Alex Rohr

Ein Abstecher nach Soyhières und zwei Rotpunktbegehungen später machte Alex Halt an der Jansegg und holte sich eine Wiederholung von Le Roi Lézard, bevor er sich den Erstbegehungen in Gimmelwald widmete.

Durchatmen und schütteln – Alex nutzt den Schüttler in der Route Knockout. (Bild Actiontalk TV)

Zwei neue Routen in Gimmelwald eröffnet

Gimmelwald ist das Sportklettergebiet, in dem Alexander Rohr schon vor Jahren seine damals schwersten Routen punktete. Im Berner Oberland fühlt er sich zu Hause. Als erstes konzentrierte er sich auf eine noch nicht begangene, 22 Meter lange und stark überhängende Route links vom Klassiker Surfers Paradise (8a+).

Die Route galt früher als 8b, bis Thomas Schmid unterhalb des Standes ein Griff ausgebrochen ist und eine ziemlich blanke Stelle entstand.

Alexander Rohr

Bei seinen ersten Versuchen in der Route blieb der Erfolg aus. “In der Tour klettert man eine 8a+ oder 8b und dann ohne Ruhepunkt direkt in einen 3-Züge-Boulder im 7c-Bereich”, erklärt Alexander Rohr. Beim dritten Anlauf passte dann aber alles zusammen. Die Erstbegehung war vollbracht.

Die Route ist lang, anhaltend und hängt schlussendlich von drei schweren Zügen kurz vor dem Umlenker ab. Das macht sie speziell.

Als Bewertung für die neue Route Knockout schlägt Alexander Rohr 8c+ vor, denn die Route sei schwerer als die Rechtsvariante von Surfers Paradis (Wipeout, 8c/8c+).

Kombinierte Tour erstbegangen: Inferno (9a/9a+)

Die Erstbegehung von Knockout gab dem Berner Aufwind, womit eine neue Idee entstand: Er wollte den schwierigen unteren Teil der 9a-Route Jungfraumarathon mit dem Ausstieg und der Schlüsselstelle von Gimmelexpress (8c) kombinieren. “Wenn man die Schlüsselstelle von Jungfraumarathon fertig geklettert hat, folgt nur noch ein Abschnitt im Bereich 7c+/8a. Quert man aber rechts, in Gimmelexpress, so klettert man nach der 9a eine kurze und sehr explosive 8b+ Passage”, sagt Alexander Rohr.

Alexander Rohr nutzt den Knieklemmer in der Route Inferno als Ruhepunkt. (Bild Actiontalk TV)

Um die Kombination rotpunkt klettern zu können, musste Alex den unteren Teil, also die 9a-Route Jungfraumarathon, so effizient wie möglich klettern. Genau das tat er am 29. Mai 2020, als ihm die Erstbegehung der kombinierten Linie gelang. Für die kombinierte 52-Züge-Tour mit dem Namen “Inferno” schlägt Alex den Schwierigkeitsgrad 9a/9a+ vor.

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Credits: Bildmaterial Actiontalk TV

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