Am 26. August 2025 gelang Lara Neumeier der Durchstieg von »End of Silence« (11 Seillängen, 360 m, 8b+) am Feuerhörndl im Berchtesgadener Land. 7 Tage lang arbeitete die deutsche Kletterin an der Route.
Bigwall Talent Lara Neumeier
Neumeiers Metier ist ganz klar der Naturfels, und dabei besonders anspruchsvolle Sportkletter- und Trad-Routen, sowie Bigwalls. Ihre Ticklist umfasst Routen bis zum Schwierigkeitsgrad 8c und zahlreiche schwere Mehrseillängen im Alpenraum und darüber hinaus. Besonders bekannt wurde sie durch die erste freie Frauenbegehung von »Psychogramm« (8b+), sowie durch anspruchsvolle Begehungen am El Capitan im Yosemite.

Part zwei der »Alpen-Trilogie«
End of Silence, 1994 von Thomas Huber eröffnet, gilt als eine der schwierigsten alpinen Mehrseillängenrouten und ist Teil der berüchtigten »Alpen-Trilogie«. Diese beinhaltet neben End of Silence auch Beat Kammerlanders »Silbergeier« und Stefan Glowacz‘ »Des Kaisers neue Kleider«.
Lara ist nach Babsi Zangerl die zweite Frau, der End of Silence gelungen ist. Nach ihrem Erfolg von »Silbergeier« im Juni steht ihr für die Trilogie jetzt nur noch »Des Kaisers neue Kleider« am Wilden Kaiser bevor.

»Nach Silbergeier war ich voller Motivation«
Direkt nach Silbergeier machte Lara sich auf den Weg zu End of Silence. Über zwei Tage hinweg, mit einem Rest Day dazwischen, schaffte sie es trotz rutschigem Fels und schweren Zügen bis zur 8. Seillänge. Militär Übungen über dem Fels, die Arc’teryx Academy, Regen und Krankheit zwangen Lara dann aber zur Pause. Erst Mitte August ging das Projekt End of Silence weiter.
In einem Tag durchstieg sie mit Kletterpartner Tobi Ebner die gesamte Linie um alle Seillängen auszuprobieren. Die Crux Züge in Seillinie 9 machten ihr jedoch noch Probleme und das Zwei-Finger-Pocket rief Erinnerungen an eine alte Ringband-Verletzung wach. Eine Woche später versuchte Lara die Crux Züge erneut und diesmal verließ sie die Wand mit einer vielversprechenden Beta.
»Am folgenden Dienstag wurde es dann rund – perfekte Bedingungen und jede Menge Motivation. Dennoch begann der Tag mit einem echten »Was für ein Start«-Moment: Ich stürzte beim zweiten Zug gleich in der ersten Seillänge. Mein Kletterpartner Steven Hilger ließ mich ab, wir zogen das Seil ab und ich versuchte es erneut – diesmal klappte es. Von da an schaffte ich jede einzelne Seillänge beim ersten Versuch im Vorstieg. Wir starteten um 9:30 Uhr morgens und erreichten um 18 Uhr den Top. Nummer zwei der Alpine Trilogy – geschafft!« Schreibt Lara auf Instagram.

Das könnte dich interessieren:
- «Risiken abzuwägen ist ein Prozess» | Lara Neumeier übers Klettern am Limit
- Lara Neumeier zeigt Nervenstärke | Erste Frauenbegehung von Trad-Route Psychogramm
+++
Credits: Titelbild: Ray Demski

